Oh Gott, mein Chef ist Theologe

Muss es immer ein BWL-Koffermännchen sein, oder werden auch mal Denker zum Konzernlenker? Philosophen als Finanzberater, Historiker als Vorstandschefs – bei den Briten sind Quereinsteiger normal, in deutschen Firmen Exoten. Ein Fehler, sagen Personalprofis: Der Wirtschaft entgeht viel.

Latein und Griechisch, dazu noch Literatur und Philosophie der Antike: John Gladwyn widmete sich während seines Studiums in Oxford den Herren Virgil, Properz und Apollonius. Klingt nach einem angehenden Lateinprofessor oder auch nach einem weltfremden Philosophen oder Religionsgelehrten, der als Taxifahrer so gerade über die Runden kommt. Weit gefehlt: Der heute 25-jährige Engländer arbeitet als Finanzberater in London. Ein Experte für das klassische Altertum im Finanzsektor? Ja, das geht, zumindest auf den britischen Inseln.

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Kommentare

  1. Das Wort „Quereinsteiger“ ist daher auch für uns ein komischer Begriff: fast alle sind „Quereinsteiger“. Es hat aber seine Nachteile: Oxford und Cambridge bilden viele Ingenieure und Naturwissenschaftler aus, aber sie gehen dann nicht in diese bei uns durftige Branchen, sondern in die City, so wie der Herr Gladwyn in dem Artikel. Das bedeutet, dass ausserhalb der Finanzbranche, wo so viele so viel verdienen, gibt es viel zu wenig der besten Leute, und sie bleiben durftig und werden durftiger.

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