Planned Parenthood V

Endlich berichtet eine große deutsche Zeitung über das grausame Geschäft von Planned Parenthood:

Planned Parenthood, der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA, gerät zunehmend unter Druck. Nachdem eine Anti-Abtreibungs-Gruppe fünf undercover gedrehte Videos veröffentlicht hat, die zeigen, wie hohe Funktionäre von Planned Parenthood über den Verkauf von Körperteilen und Gewebe von abgetriebenen Embryos verhandeln, laufen Abtreibungsgegner Sturm gegen die Organisation.

In einem dritten Video mit der medizinischen Direktorin der Rocky-Mountain-Klinik von PP, Savita Ginde, stellt diese dar, wie PP versucht, rechtliche Probleme zu umschiffen und Imageschaden zu vermeiden. Besonders schwer erträglich ist der Teil, in dem die potenziellen Käufer und das medizinische Team in der Pathologie der Klinik in Petrischalen mit Teilen von abgetriebenen Föten herumpicken, um verwendbare Organe zu finden. An einer Stelle ruft eine medizinische Assistentin aus: „Es ist ein weiterer Junge.“

In dem jüngsten Video, das erst am Dienstag online gestellt wurde, erzählt die Forschungsdirektorin einer PP-Megaklinik in Texas, dass die Einrichtung auch in der Lage wäre, ganze, intakte Babyleichen zu liefern. Da sei nur die Frage, unter welchem Posten man es verbuche. Einige Abtreibungsärzte hätten schon Erfahrungen damit gemacht, die Prozeduren zu verändern, um bessere Proben zu bekommen für eigene Forschungsvorhaben.

„Wenn man fragt ,Halten Sie Abtreibung für Mord‘, dann sagen die meisten Leute ,Ja, es ist Mord'“, erklärt Bowman. Aber wenn man anders frage, nämlich ob abzutreiben eine persönliche Angelegenheit zwischen einer Frau und ihrem Arzt sein sollte, dann sei eine große Mehrheit dafür, dass es eine persönliche Wahl sein sollte und nicht staatlich verboten. „Das sind zwei zutiefst widersprüchliche Einstellungen, und viele Leute tragen beide gleichzeitig in ihrem Herzen“, sagt Bowman.

Mehr: www.welt.de.

Kommentare

  1. @alle
    Lasst uns auf dieser Seite auch Kommentare schreiben! Hier beim Theoblog sind wir als Lebensrechtler ja meist „nur“ unter uns. Also hier: http://www.welt.de/politik/ausland/article144822825/Abtreibungsfirma-bietet-Embryogewebe-zum-Kauf-an.html

  2. die Süddeutsche hat schon am 16.07 darüber berichtet. die Welt ist also nicht die erste deutsche Zeitung, die darüber berichtet.

  3. @nik: Auf den Beitrag der SZ wurde hier im Blog schon hingewiesen. Leider hat dieser die grausamen Machenschaften nicht problematisiert, sondern die fehlende Empathie der Mitarbeiter von PP.
    Liebe Grüße, Ron

  4. Markus meint:

    „dann sagen die meisten Leute ,Ja, es ist Mord'“ – Nun, ist es Mord?
    § 211 StGB(2) Mörder ist, wer
    [1] aus […] niedrigen Beweggründen,
    [2] heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln […]
    [3] einen Menschen tötet.
    Diskutiert werden [1] und [3] (Heimtücke, z.B. Wehrlosigkeit des Opfers ausnützend, liegt auf jeden Fall vor).
    Man könnte [3] leugnen. Es handele sich nicht um Menschen. Ich halte das für offenkundig unsinnig. Der entscheidende Punkt ist wohl [1]. Und hier hängt die Entscheidung stark an politisch-ideologischen bzw. subjektiven Deutungen. Man könnte, mit der passenden ideologischen Brille, z.B. Stalins Massentötungen oder die der Nazis mit angeblichen höheren Zielen (zukünftiges kommunistisches Paradies, rassenhygienische „Werte“ o.ä.) in Verbindung bringen. Die entsprechenden Mörder könnten dies zumindest subjektiv für sich in Anspruch nehmen – wären sie dann keine Mörder mehr? Das heißt: Man könnte praktisch jeden „Mord“ irgendwie mit zugestandenen hehren Beweggründen in Verbindung bringen. Das Problem ist: Man macht es heute nur bei Abtreibung. Nur dort wird die subjektive Beanspruchung nicht-niederer Beweggründe zugestanden, ja sogar vorausgesetzt. Daraus folgt unmittelbar: Wenn man generell nicht bereit ist, Abtreibung als „Mord“ zu bezeichnen, sollte man das Wort aus dem Sprachschatz streichen.

  5. Markus meint:

    ,Ja, es ist Mord.‘ Ist es Mord?
    § 211 StGB(2) Mörder ist, wer
    [1] aus […] niedrigen Beweggründen,
    [2] heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln […]
    [3] einen Menschen tötet.
    Diskutiert werden [1] und [3] (Heimtücke, z.B. Wehrlosigkeit des Opfers ausnützend, liegt vor).
    [3] zu leugnen, ist wohl kaum haltbar. Der entscheidende Punkt ist wohl [1]. Und hier hängt die Entscheidung stark an politisch-ideologischen bzw. subjektiven Deutungen. Man könnte, mit der passenden ideologischen Brille, z.B. Stalins Massentötungen oder die der Nazis mit angeblichen höheren Zielen (zukünftiges kommunistisches Paradies, rassenhygienische „Werte“ o.ä.) in Verbindung bringen. Die entsprechenden Mörder könnten dies zumindest subjektiv für sich in Anspruch nehmen – wären sie dann keine Mörder mehr? Das heißt: Man könnte praktisch jeden „Mord“ irgendwie mit zugestandenen hehren Beweggründen in Verbindung bringen. Das Problem ist: Man macht es heute nur bei Abtreibung. Nur dort wird die subjektive Beanspruchung nicht-niederer Beweggründe zugestanden, ja sogar vorausgesetzt. Daraus folgt unmittelbar: Wenn man generell nicht bereit ist, Abtreibung als „Mord“ zu bezeichnen, sollte man das Wort aus dem Sprachschatz streichen.

  6. Markus meint:

    „Ja, es ist Mord“ – ist es Mord? Nach 211 StGB(2) ist Mörder, wer
    [1] aus […] niedrigen Beweggründen,
    [2] heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln […]
    [3] einen Menschen tötet.
    Diskutieren müsste man [1] und [3] (Heimtücke, z.B. Wehrlosigkeit des Opfers ausnützend, liegt vor).

  7. Markus meint:

    [3] zu leugnen (es handele sich nicht um Menschen) ist wohl aussichtslos. Es geht also um [1]. Und hier hängt die Beantwortung stark an politisch-ideologischen bzw. subjektiven Deutungen. So könnten die Täter der nationalsozialistischen oder kommunistischen Massentötungen (zumindest subjektiv) für sich in Anspruch nehmen, sie hätten ja nach hehren Beweggründen gehandelt (kommunistische bzw. rassenhygienische Utopien) – wären sie dann keine Mörder? Das heißt: Man könnte praktisch jeden „Mord“ irgendwie mit zugestandenen, subjektiven hehren Beweggründen in Verbindung bringen. Widerlegen kann man solche nicht und es gilt doch „in dubio pro reo“. Die fatale Inkonsequenz ist jetzt, dass man solche nicht-niederen Beweggründe generell nur bei vorgeburtlichen Kindstötungen in Anschlag bringt – und sogar ins Extrem geht: Es wird nicht nur generell vom Mordvorwurf abgesehen, sondern sogar eine Straffreiheit gegeben.

  8. Auch wenn der Tatbestand Mord umstritten wäre, bliebe immernoch der Grundtatbestand Totschlag bestehen.
    „Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.“(§ 212 StGB)

  9. Markus meint:

    Ja, caelo. Und stell Dir vor, das Töten aller Menschen würde nach § 211 o. 212 StGB geahndet, außer bei Menschen der Sorte X. Setze für X ein, was gerade politisch beliebt. Dabei resultieren u.a. die verschiedenen modernen Ideologien.
    X1 = Kind vor der Geburt
    X2 = Rassisch Minderwertige o.ä.
    X3 = Reaktionäre, Klassenfeinde o.ä.
    X4, X5, X6…..

  10. Ich sehe das genauso. Wiedereinmal gibt es eine Gesellschaftsordnung in der es legal ist, Euthanasie zu betreiben. Die Motivation dafür ist m. E. aber noch oberflächlicher als in zurückliegenden Gesellschaftsmodellen. Diesmal reicht es, einfach keine Lust oder keine Zeit für einen Menschen zu haben, um diesen dann entsorgen zu dürfen…
    Das Schlimme ist nur, dass man kaum etwas dagegen tun kann. Es wird die Zeit kommen, da unsere Nachkommen kopfschüttelnd vor ihren Geschichtsbüchern sitzen und sich fragen werden, was wir für Menschen waren (vorausgesetzt, dass es noch Nachkommen gibt).
    Ich jedenfalls bin ratlos, was ich tun kann, wenn selbst die Kirchen (bes. EKD) keine klare Stellung mehr beziehen…

  11. @Ron
    Wiedereinmal ist ein Beitrag von mir verschwunden. Kann der Spamfilter nicht irgendwie anders eingestellt werden? Es macht keinen Spaß, wenn man zu (gefühlt) jedem Kommentar nochmal eine Verlustanzeige schalten muss 😉

  12. @caelo: Das tut mir leid. Ich kann derzeit nichts dagegen tun. Der Filter ist sehr restriktiv und muss es auch sein. Eine Whitelist per User würde nicht viel bringen, da sie schnell zu Missbrauch führen würde. Einmal hat jemand berichtet, dass die Kommentare im Spam landen, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit unter dem gleichen Namen von unterschiedlichen IP-Adressen versendet wurde. Geprüft habe ich es aber noch nicht.

    Liebe Grüße, Ron

  13. @Ron,
    danke für deine Mühe.
    Wenn die Whitelist auf Usernamen UND Mailadresse basieren würde (letztere ist ja nicht sichtbar), sollte ein Mindestmaß an Sicherheit gegeben sein, vorausgesetzt, dass die Adressen sicher hinterlegt sind.

  14. @Ron,
    was die IP-Adressen anbelangt, kann ich nur sagen, dass ich bisher nur von einem Rechner aus gepostet habe. Es mag aber sein, dass mir der Telekommunikationsanbieter dennoch verschiedene öffentliche Adressen in bestimmten Zeitfenstern zugeteilt hat.

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