Plantinga: Ratschläge für christliche Philosophen

Der Aufsatz „Ratschläge für christliche Philosophen“, in deutscher Sprache zuerst erschienen in Glauben und Denken heute (2/2014, S. 6–19), ist nun auch separat als MBS Text 184 erschienen. Vielen Dank nochmals an all jene, die an der Übersetzung mitgearbeitet haben!

Plantinga schreibt:

Mbstexte184 TitelVor 30 oder 35 Jahren war die öffentliche Stimmung der etablierten Mainstream-Philosophie in der englischsprachigen Welt zutiefst unchristlich. Wenige etablierte Philosophen waren Christen, noch weniger waren bereit, in der Öffentlichkeit zuzugeben, dass sie es seien, und sogar noch weniger dachten von ihrem Christsein, dass es für ihre Philosophie einen echten Unterschied machen würde. Die am weitesten verbreitete Frage der philosophischen Theologie zu jener Zeit war nicht, ob das Christentum oder der Theismus wahr seien, stattdessen war die Frage, ob es überhaupt Sinn mache, zu sagen, dass es eine Person wie Gott gebe. Dem logischen Positivismus zufolge, der damals überall sein Unwesen trieb, macht der Satz „Es gibt eine Person wie Gott“ buchstäblich keinen Sinn; er sei verkappter Unsinn; er drücke nicht einmal irgendeinen Gedanken oder eine Proposition aus. Die zentrale Frage war nicht, ob der Theismus wahr ist; es ging darum, ob es überhaupt so etwas wie den Theismus gibt – eine echte, sachliche Proposition, die entweder wahr oder falsch ist. Aber die Dinge haben sich geändert. Es gibt jetzt viel mehr Christen im professionellen Umfeld der Philosophie in Amerika, sogar viel mehr unerschrockene Christen.

Hier: mbstexte184_a.pdf.

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Kommentare

  1. jochri meint:

    Plantinga ist sehr inspirierend. M.E. geht der gesamte metaphysische Neuaufbruch in der deutschen Theologie der letzten Jahre (v.a. Hermanni, collegium metaphysicum…) im Kern auf Plantinga zurück.

  2. Roderich meint:

    @jochri,
    danke für den Kommentar. Weisst Du da mehr darüber?
    (Hermanni hat Plantinga gewiss gelesen, da er ja auch den ontologischen Beweis verteidigt. Er bezieht sich dabei aber auch viel auf Hegel).
    Ein metaphysischer Aufbruch kam ja aus vielen Richtungen. (Nicolai Hartmann, Strawson etc.).
    Die „Ablehnung“ der Metaphysik ist einfach viel zu irrational und lässt sich auf Dauer sowieso nicht halten. Daher kam die Neubelebung der Metaphysik ja sowohl von theistischer wie von nicht-theistischer Seite.
    Aber wenn Du mehr zu Deiner These schreiben könntest, wäre das super! Danke.

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