Prozess gegen Folterer von Elisabeth Käsemann

In die Zeit der finsteren argentinischen Militärdiktatur fällt die Verhaftung, Folter und Ermordung von Elisabeth Käsemann. Die Tochter des evangelischen Theologen Ernst Käsemann arbeitete als Entwicklungshelferin in Buenos Aires, als sie plötzlich von argentinischen Sicherheitskräften verhaftet und später grausam gefoltert wurde.

Jene, die Elisabeth Käsemann kannten, beschreiben sie als reisefreudig, belesen und politisch interessiert. Am 8. März 1977 wollte sie sich mit einer amerikanischen Freundin zum Frühstück treffen, berichtete diese später. Elisabeth kam nicht. Sie verschwand, wie so viele angebliche Gegner des Regimes.

30.000 Menschen gelten bis heute als »desaparecido«, als »verschwunden«. Sie wurden während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 verschleppt, ermordet und in namenlosen Massengräbern verscharrt oder über dem Río de la Plata aus Flugzeugen abgeworfen. In geheimen Zentren wie »El Vesubio« wurden sie gefoltert.

Auch die amerikanische Freundin von Elisabeth Käsemann wurde entführt. Als sie verhört wurde, hörte sie deren Stimme und Schreie im Nebenzimmer. Die Freundin wurde entlassen, Elisabeth Käsemann nicht. Sie wurde in das Lager »El Vesubio« gebracht, in dem Durán Saenz Chef war.

Hier der Artikel über einen viel zu spät eingeleiteten Prozess gegen die Täter: www.spiegel.de.

Kommentare

  1. Ich habe noch nie verstanden, weshalb viele Menschen schon zu Lebzeiten in die Hölle gehen. Das ist unbegreiflich und unannehmbar. Kann es für ein soches Tun Vergebung geben?

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