Schuld sind immer die Anderen

Die Bielefelder Psychologin Beate Küpper meint in einer Studie dargestellt zu haben, dass Religiösität in engen Zusammenhang mit Sexismus, Homophobie und Rassismus steht. Mit der Religion kommen – so fasst DIE WELT prägnant die Ergebnisse der Studie zusammen – die Vorurteile. »Schuld daran sei unter anderem der traditionelle Absolutheitsanspruch des Christentums.«

Stark religiöse Menschen sind nach wissenschaftlichen Erhebungen besonders anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten. Stark Religiöse sind auffällig anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten. „Dies zeigt sich besonders in den Bereichen Sexismus, Homophobie und Rassismus“, sagte die Bielefelder Psychologieprofessorin Beate Küpper. Besonders oft neigten Protestanten in den östlichen Bundesländern zu rassistischen Äußerungen. Schon seit Jahren forscht Küpper zum Thema und hat 2000 repräsentativ ausgesuchte Probanden zu »gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit« befragt. Der Grund dafür, dass Protestanten und Katholiken offenbar schneller mit Vorurteilen zur Hand sind, liegt nach Meinung von Küpper in dem traditionellen Absolutheitsanspruch des Christentums.

Es lohnt sich, solche Untersuchungen im Volltext zu lesen. An der Studie »Die Abwertung der Anderen«, an der Frau Dr. Beate Küpper im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung mitgewirkt hat, ist sehr schön ablesbar, wie stark das Erkenntnisinteresse in die Untersuchung einfließen kann. »What you want is what you get.«

Einige Beispiele: Befragte, die der Aussage: »Frauen sollten ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ernster nehmen« zugestimmt haben, werden als Sexisten eingestuft (S. 72). Machen wir doch mal eine Gegenprobe: Was ist eigentlich mit Leuten, die der Aussage: »Männer sollten ihre Rolle als Ehemann und Vater ernster nehmen“ zustimmen? Wer dagegen meint, muslimischen Ansichten über Frauen widersprechen westlichen Werten, wird in die Nähe der Islamfeindlichkeit gerückt (S. 70). Wer die Adoption von Kindern für Homosexuelle Paare ablehnt, gilt als homophob. Jemand, der der Aussage »Es ist eine gute Sache, Ehen zwischen zwei Frauen bzw. zwei Männern zu erlauben« nicht zustimmt, macht sich ebenfalls eines ›sexuellen Vorurteils‹ schuldig (vgl. S. 48). Denn: »Homophobie äußert sich beispielsweise, wenn homosexuellen Menschen Moral abgesprochen und gleiche Rechte verweigert werden, etwa das Recht zu heiraten, zu erben oder Kinder zu adoptieren« (S. 47).

Wer wird denn schon einem anderen Moral absprechen. Die Frage ist doch: Welche Moral? Hier wird stillschweigend der besondere Schutz der Familie, wie er noch (!) im Grundgesetz eingetragen ist, ausgehebelt. Ich kann durchaus verstehen, wenn das Leute so sehen. Warum wird aber nicht offengelegt, dass die Studie eine Abkehr vom abendländischen Ehe- und Familienbegriff voraussetzt und somit – folgerichtig – das Christentum als Spielverderber erscheinen muss?

Es wäre eine spannende Aufgabe, die Denkvoraussetzungen (wenn man will, die »Vorurteile«), mit denen die Studie erarbeitet wurde, genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir schenken den Standpunkten und Menschenbildern, die oft als unhinterfragbare Axiome in solche Untersuchungen einfließen, zu wenig Beachtung. Ich habe den Verdacht, dass sich so etwas wie ein „foucaultscher Fundamentalismus“ aufdecken ließe. Über Foucault & Co. will aber heute kaum jemand diskutieren. Die »Ordnung der der Dinge« ist sakrosankt.

Die angesprochene Studie gibt es übrigens hier: FES-Studie%2BDie%2BAbwertung%2Bder%2BAnderen.pdf.

Kommentare

  1. @Ron: Danke für den Kommentar auf Pro. Leider referiert der Artikel nur wertneutral die Ergebnisse von Küppers, dagegen wäre es wichtig und hilfreich gewesen, wenn das Pro-Medienmagazin diese Studie analysiert und kritisch kommentiert hätte.

    Gruß, Theo

  2. Schandor meint:

    Ich habe mich mal durch die ersten 30 Seiten von „Die Ordnung der Dinge“ gequält. Und keinen einzigen Satz verstanden. Soll durch diese Neuordnung der Dinge (das Umschaffen des Denkens) ein neuer Menschentypus, ein neues Menschenbild entstehen?
    Logischerweise kommt zu allen möglichen Schlüssen, wer als Leitmotiv vom Menschen selbst ausgeht, statt von dessen Schöpfer.
    Sobald der Mensch auf dem Thron seines Herzens sitzt (und was ist Humanismus anderes?), beginnt er, sich in einer Art Kreiselbewegung auf äußerst menschenfeindliche Umlaufbahnen zu bewegen. Dann muss sich erneut Hobbes homo homini lupus erfüllen. Das muss ja nicht immer rechts geschehen; ich denke, Linksradikalität ist noch viel schlimmer. Der Teufel ist jedenfalls bestimmt linksradikal.
    Die Sprache ist eben ein gefährliches Werkzeug: Sobald es gelingt, anderen Menschen das Etikett „Vorurteil“ anzukleben, bevor der das merkt, hat man einen entschiedenen Vorteil: Er muss sich zunächst gegen dieses Vorurteil wehren, was ihn in den Augen seines Anklägers verdächtig macht, denn wer sich verteidigt, muss an etwas schuld geworden sein. Das Echo der öffentlichen Meinung im Rücken kann man sein groteskes Weltbild dann axiomatisch verkünden und kommt dabei noch als Menschenfreund weg.
    Es ist im Grunde immer dasselbe: Macht sich der Mensch seine Gesetze selbst, so wird er bald der Todfeind derer, die sich ihre Gesetze von ihrem Schöpfer vorschreiben lassen. Und wie einst bei Nimrod rotten sie sich auch heute wieder gegen die zusammen, die nicht mitbauen wollen an diesem Turmbau zu Freimau 😉

  3. Johannes meint:

    Mich begeistern immer wieder Ausdrücke wie „stark religiöse Menschen“. Was soll das sein? Ich habe atheistisch denkende Menschen kennengelernt, die weitaus religiösere Verhaltensweisen (z. B. das Ausüben irgendwelcher Rituale) an den Tag legen, als so mancher Christ etwa.

    Und dann diese Argumentation, zum Heulen ist das: „Besonders oft neigten Protestanten in den östlichen Bundesländern zu rassistischen Äußerungen.“ Was sagt das aus? Dass Protestanten oft rassistisch denken oder dass man im Osten generell rassistischer denkt, leider auch unter Protestanten?

    Dann sollen „religiöse Menschen … nach wissenschaftlichen Erhebungen besonders anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten“ sein. Soweit ich sehe, sind religiöse Menschen in unserem Land selbst eine Minderheit und nicht wenige davon setzen sich sehr engagiert für andere Minderheiten und gesellschaftlich abgedrängte und bedrängte Menschen ein.

    Aber was will man gegen eine repräsentative Erhebung schon einwenden: „2000 repräsentativ ausgesuchte Probanden“ – das ist bei rund 82 Mio. Bundesbürgern bestimmt sehr repräsentativ – ganz sicher … oh oh

    Aber an dieser Stelle mal ein ganz großer Dank an Dich Ron, dass Du immer wieder weder Zeit noch Mühe scheust und auf solche Dinge hinweist!

  4. Roderich meint:

    @Ron,
    vielen Dank, eine sehr hilfreiche Analyse der Studie.

    Kürzlich erschien ja offenbar eine Studie, die 20% der Deutschen seien latent antisemitisch. Auch da würden mich die Fragen mal sehr genau interessieren, z.B. „Denken sie auch manchmal, dass die Politik Israels gegen die Palästinenser eventuell nicht immer 100% korrekt ist, oder haben sie zumindest jemals mal Zweifel gehabt, oder KENNEN Sie jemand, der Zweifel an der Berechtigtheit der Israelischen Politik hegt?“. Antwort „Ja“. „Aha, dann ist das ein Antisemit“. Ich übertreibe natürlich.
    Und nichts gegen Antisemitismus-Studien. Das Problem des Antisemitismus wächst ja in BRD, davor muß man ja warnen, aber der Antisemitismus kommt ja vor allem durch radikale Moslems. (Es gibt ja kaum Juden in BRD, also welches Interesse sollte ein normaler Bundesbürger daran haben, „antisemitisch“ zu werden?
    Das Problem ist, wenn solche Studien politisch instrumentalisiert werden, etwa nach dem Motto:
    „Der Antisemitismus als Gefahr wächst. Das ist eine Folge von rechtsextremem Gedankengut. Also müssen Rechtsextreme, aber auch Rechte generell, denn die sind ja latent Rechtsextrem, bekämpft werden. Also mehr Gelder für den Kampf gegen Rechts. Und im Kampf gegen Rechts sollten wir den rechten Rand von CDU, FDP und anderen Parteien mit einschließen. Und weil sich die CDU nicht eindeutig von „rechten“ distanziert, auch gleich die ganze CDU.“

    So sieht man, dass eigentlich wichtige Themen missbraucht werden für politische und weltanschauliche Grabenkämpfe.

    So ähnlich mit der von Ron erwähnten Studie. Durch diese Studie werden Vorurteile gegen Christen auch noch wissenschaftlich untermauert. Letztlich tut die Studie genau das, was sie selber vorgeblich versucht, zu verhindern.

  5. @schandor. meinen sie den satz „Der Teufel ist jedenfalls bestimmt linksradikal.“ ernst. Falls ja finde ich das äußerst mutig oder besonders ignorant, wenn man die aktuellen ereignisse beachtet.

  6. Roderich meint:

    @Schandor, ha ha, ja, den Satz ueber den Teufel fand ich auch gut 🙂 Hat mir persoenlich zwar gefallen, weil die groesste Gefahr sicher von links kommt, aber die Doenermorde zeigen natuerlich, dass der Teufel in der Hinsicht unparteiisch ist. Er inspiriert an allen Fronten die Feinde des Reiches Gottes. Dabei ist es dem Teufel egal, ob er Linksextreme oder Neomarxisten benutzt, um christliche Werte zu bekaempfen, oder Konsumismus und irrefuehrende Werbung, um Christen von dem lebendigen Gott hin zum Mammon zu verfuehren, oder Rechtsextreme, die die Menschen zu einer Ideologie verfuehren, die Volk, Nation, den Staat oder sonst etwas zu weit ueberhoehen, die die Menschenwuerde nicht achten, und sogar toeten dafuer.

    @nik: vielleicht ist Dir noch nicht aufgefallen, wie stark der Linksextremismus in Deutschland um sich greift, etwa in der Hauptstadt Berlin, wo fast jede Nacht ein paar Autos abbrennen, und dass die Linkspartei gesellschaftlich hoffaehig ist, obwohl sie verfassungsfeindlich ist, hingegen keine verfassungsfeindlichen Parteien von „rechts“ in irgendeiner Weise hoffaehig sind. Die intellektuelle Elite ist links. Als Christ ist man gegen jede Art von Extremismus. Aber wer glaubt, der Rechtsextremismus sei eine auch nur irgendwie ernstzunehmende gesellschaftliche Kraft, die hier das Ruder uebernehmen koennte, der verkennt die Lage. Aber die Linke ist eine sehr ernstzunehmende Gefahr, und zusammen mit dem undemokratischen „Kampf gegen Rechts“, der massiv von linken Kraeften betrieben wird zur Erringung der linken kulturellen Dominanz und zur Stigmatisierung und Ausgrenzung von allem, was nicht Links ist, also zusammengenommen stellt die „Linke“ eine sehr ernstzunehmende Gefahr fuer unsere Demokratie dar.

  7. Schandor meint:

    @nik

    Es könnte beides sein. Aber man muss abwarten. Die aktuellen Ereignisse haben längerfristig womöglich weniger Bedeutung als es den Anschein hat. Abwarten, mein Lieber! Vor ’39 hat man einigen auch nicht geglaubt. Hoffentlich irre ich mich. Das meine ich bitterernst.

  8. Schandor meint:

    @Roddy

    „… und dass die Linkspartei gesellschaftlich hoffaehig ist, obwohl sie verfassungsfeindlich ist, hingegen keine verfassungsfeindlichen Parteien von “rechts” in irgendeiner Weise hoffaehig sind. “

    Das sehen zu wenige. Vor allem zu wenige von denen, die etwas daran ändern könnten. Prädikat für Dich: Gut gebrüllt, Löwe!

    lgs

  9. Interessant ist natürlich auch, dass nur die Vorurteile gegenüber Juden und Muslimen dokumentiert werden sollten. Ob dabei Christen (bzw. die gesellschaftliche Minderheit christlicher Fundamentalisten, die theoretisch laut Artikel 13 als „Religion“ ebenso vor Diskriminierung geschützt werden sollte, auch diskriminiert werden, interessiert mal wieder niemanden. Schon nur in Kapitel 1.1 in der Überschrift die Adressaten von Menschenfeindlichkeit als „Außenseiter“ zu bezeichnen, ist eine Diskriminierung an und für sich. Bin mal gespannt auf den Rest. Werd sie mir mal überfliegen. Vielen Dank fürs Verlinken und den guten Kommentar dazu, Ron!

  10. Roderich meint:

    Danke, Schandor 😉
    Ja, es waere schoen, wenn wenigstens FAZ und Welt verstehen wuerden, welche antidemokratische Strategie hinter dem „Kampf gegen Rechts“ steht. Die haben alle Angst, als „latent rechtsextrem“ verschrieen zu werden, wenn sie „gegen den Kampf gegen Rechts“ schreiben wuerden. Das basiert auf mangelndem Verstaendnis der eigentlichen planvollen Vorgehensweise der linksextremen Antifa.
    (Es gibt nur wenige Punkte, wo man der FAZ mangelnde Sorgfalt bzw. Verstaendnis vorwerfen muss, aber hier ist leider ein klarer Fall).

    WENN es auch nur EINE grosse Zeitung gaebe in BRD, in der man die WAHRHEIT lesen koennte – dann waeren fast alle gravierenden Probleme unserer Gesellschaft bald geloest. (Klar, das Grundproblem – dass Menschen zurueckkommen zu Gott – kann man durch eine Zeitung alleine nicht „loesen“, denn ob sich jemand bekehrt, das haengt ja von der Gnade Gottes ab, nicht (nur) von der Predigt).

    Nur, dass die Menschen die Wahrheit oft nicht ausstehen koennen, so dass dann so eine Zeitung bzw. ihre Redakteure bald mit Gewalt angegriffen wuerde. Wahrheit ist eine knappe Ressource. Wie Solschenitzyn sagte: ein Gramm Wahrheit wiegt mehr als die ganze Welt.

  11. Roderich meint:

    Apropos Satan: in der BRD wurde ja der Versuch gemacht, den Satan (Hitler und den Nationalsozialismus) mit dem Beelzebub auszutreiben (also den Nationalsozialismus mit dem Neomarxismus bzw. einer linken „Reeducation“ aus den Koepfen zu verbannen). Das klappt aber nicht. Wenn man eine atheistische mit einer anderen atheistischen Ideologie austreiben will, dann ist die Gesellschaft dadurch noch nicht funktionsfaehiger.
    Eine echte Bekehrung zum Gott der Bibel, also eine nachhaltige Umkehr, nicht nur fuer einige Jahre im „Gefuehl“, sondern auch im Denken, waere das Rezept fuer die BRD gewesen – und ist auch heute noch das einzige Rezept. Beten wir dafuer.

  12. @Schandor: Also, eine Zeitung, die ich selber abonniert habe und die ich empfehlen kann, ist die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ – okay, eine große und einflussreiche Zeitung ist das nicht (Auflage ca. 20000). Was ich an der JF schätze ist, dass sie eine positive Grundeinstellung zum Christentum hat. Die Zeitung ist für Christen relevant, weil sie bei Themen wir Familie, Lebensrecht, Sterbehilfe etc. christliche Positionen einnimmt. Außerdem verschafft sie auch den Meinungen Platz, die gegen den Mainstream stehen (zu Themen wie Euro, Klimawandel, Zuwanderung, Kriegsschuldfrage 2. Weltkrieg, 11. September 2001 etc.). Diese Sachen muss man nicht unbedingt teilen, aber es ist immer gut, wenn man auch „die andere Seite“ und ihre Argumente kennt. Das kann nur den eigenen Horizont erweitern.

  13. Upps, mein Kommentar sollte eigentlich an Roderich gehen…

  14. Roderich meint:

    @Theo,
    ja, die Junge Freiheit kenne ich – und kann sie allen Lesern von Theoblog nur empfehlen. Sie wird leider von den anderen Medien ignoriert. Sie wird von bestimmten Menschen, die übermässig um „political correctness“ bemüht sind, als nicht „zitierfähig“ angesehen, jedenfalls nicht von feigen Menschen – und davon gibt es wohl viele heute. Der Grund ist: viele Leute denken: wenn es jemals irgend jemanden gab, der diese Zeitung als rechtsextrem bezeichnet hat (ganz egal ob er selber linksextrem ist und damit eine Strategie der Ausgrenzung betrieben hat), dann darf ich diese Zeitung nicht mehr zitieren.

    Ich kann das aber auch verstehen, denn viele haben diese ganze rechts-links-Problematik nicht richtig durchdacht. Wer verstanden hat, um was es geht, der wird sich von den linken Antifa-Strategien nicht mehr ins Bockshorn jagen lassen. Denn wer den Unterschied von rechts und rechtsextrem verstanden hat, wird sich nicht mehr von dem komplett falschen Vorwurf, die Junge Freiheit sei rechtsextrem, beirren lassen.

    Die Junge Freiheit ist in der Tat die einzige Zeitung, in der man bestimmte Wahrheiten lesen kann.
    (Als Christ muss man hinzufügen, dass nicht alle Artikel in der JF christlich sind; es gibt auch eine atheistische „Rechte“. Als Christ ist man auch nicht verpflichtet, alle Aspekte einer bestimmten „Ideologie“ zu übernehmen, sondern man kann alle Einzelaspekte anhand der Bibel überprüfen, und das Gute behalten. Aber wie Du sagst, gibt es viele Berührungspunkte der christlichen Weltsicht mit dem, was die Werte der Jungen Freiheit sind, also Familie, Lebensschutz, Achtung vor Rechtsstaat, Warnung vor der Gefahr des Islam bzw. der Islamisierung Europas, Warnung vor den Auswirkungen einer neomarxistischen Ideologie im Bereich Erziehung, Medien etc., Warnung vor der linksextremistischen Linkspartei, Reportage von den Verbrechen der Links- wie Rechtsextremen etc.)
    (Zu dem Begriff Links und Rechts siehe auch neueaufklaerung.de – da steht ein sehr guter Aufsatz dazu. Man sollte als Christ eigentlich vorsichtig sein, undefinierte Begriffe unreflektiert zu benutzen. Man sollte die Begriffe in die Einzelteile ihrer Bedeutung bzw. Geschichte zerlegen, und überlegen, was an „rechts“ und „links“ jeweils gut oder schlecht oder neutral ist etc.).

  15. @roderich: mir ist durchaus aufgefallen das der Linksextremismus um sich greift. und auch ich halte linksextremismus für gefährlich. ich denke aber durchaus auch dass rechtsextremismus und besonders rassismus der rechtsextremismus relativiert ein gefahr für unsere gesellschaft ist. ich frage mich übrigens was an einem kampf gegen rechts undemokratisch sein soll. sie können sich ja mal informieren wieviele tote es seit 1990 durch rechtextremismus gegeben hat. offizielle zahlen (polizeistatistik) gehen von 46 toten, andere medien (ist aber wahrscheinlich nur „linke propaganda“) vermuten mindestens 137. das macht mich als christ traurig. genauso wie manche aussagen in dieser diskussion hier.
    mfg

  16. Roderich meint:

    @nik,
    der „Kampf gegen Rechts“ ist deshalb undemokratisch, weil er nicht hinreichend unterscheidet zwischen „rechts“ und „rechtsextrem“. Beispiel: wenn man gegen Abtreibung und für einen schlanken Staat ist, ist man schon „rechts“. Das ist aber demokratisches und legitimes „rechts“ sein. (Andere nennen das konservativ). Man darf auch als Christ seine Nation lieben, sich für die traditionelle Familie einsetzen, etc. Alles Positionen, die nicht gerade links, sondern eher „rechts“ sind.
    Es ist der antifaschistischen Bewegung gelungen, „rechts“ und „rechtsextrem“ quasi gleichzusetzen. Manche linke Medien betreiben dies ganz bewußt, ganz nach der Theorie von Antonio Gramsci, einem italienischen Kommunisten, der meinte, man solle erst die kulturelle Hegemonie erringen, danach ergebe sich automatisch die politische Hegemonie.
    Wenn es nun der Linken gelingt, alles, was nicht links ist, als „rechtsextrem“ oder „latent rechtsextrem“ zu brandmarken, so wird „rechts“ irgendwann nicht mehr gesellschaftlich hoffähig sein, und wird damit mehr und mehr vom politischen Diskurs, also vom Einfluß auf die Meinungsbildung, und vom gesellschaftlichen Einfluß ausgeschlossen.
    (An Universitäten kann z.B. kaum ein Redner, der mal irgendwie das Label als „rechts“ erhalten hat, einen Vortrag halten, ohne dass die Antifa versuchen würde, ihn gleich wieder auszuladen, oder den Vortrag massiv zu stören. Geschweige denn, dass ein rechter Professor eine Professur erhielte).

    Der sogenannte „Kampf gegen rechts“ richtet sich also gegen alles, was Rechts von der SPD ist, also auch gegen die CDU. So wird zum einen die CDU diskretitiert, zum anderen wird der rechte Flügel in der CDU diskreditiert und unter Druck gesetzt (so hat etwa Frau Merkel den Herrn Hohmann fallen lassen – aus Feigheit und Angst, selbst als „latent rechtsextrem“ bezeichnet zu werden). Neue Parteien können sich dann nie erfolgreich etablieren, wenn sie rechts von der Mitte stehen, weil sie von den Medien und der Akademia als „rechtsextrem“ betitelt werden können. (Damit will ich nicht abstreiten, dass dies zum Teil berechtigt sein kann, siehe die NPD).
    Also, auf der „rechten“ Seite des demokratischen Spektrums entsteht so auf Dauer ein Vakuum. Das ist aber gefährlich. Denn wenn sich keine demokratische Rechte bilden kann, wird sich auf Dauer – aus dem Bauchgefühl der Menschen, dass sie sich nicht repräsentiert fühlen von der Politik – eine undemokratische Rechte bilden, bzw. könnte mehr Zuspruch finden als wünschenswert ist.
    Nach dem 2. Weltkrieg war man sich im anti-totalitären Konsens einig: es gibt eine demokratische Rechte und eine demokratische Linke. Extremismen von beiden Seiten sind abzulehnen. Nach nunmehr 66 Jahren intensiven Wirkens der Antifaschistischen Bewegung (eigentlich eine kommunistische Bewegung und selber eine linksextreme Gruppierung) und Einflusses der neomarsistischen Denker hat sich der gesellschaftliche Konsens verschoben, und Linksextremismus wurde zunehmend hoffähig, während immer mehr demokratische rechte Positionen ins Abseits gestellt werden.
    (Wir messen mit zweierlei Maß. Ein früher undemokratischer Linksextremer Intellektueller, der auf Polizisten mit Steinen wirft, dem wird alles „vergeben“, auch wenn er sich nie wirklich abgewendet hat von seinen Theorien – der kann sogar Außenminister werden. Ein Rechter, der früher mal etwas mit Nazis zu tun hatte, der kann noch so viel Bekenntnisse zur Demokratie und zum Rechtsstaat ablegen, dem wird nie vergeben werden. Und mit ihm auch alle, die mit ihm umgehen etc.)

    Somit sollen durch den „Kampf gegen Rechts“ eben nicht nur der Rechtsextremismus, sondern auch *demokratische* rechte Positionen bekämpft werden; wenn staatliche Gelder in Massen in einen Kampf gegen einen Teil des demokratischen Spektrums angewendet werden, stehen wir kurz vor einer Diktatur. Die undemokratische Linkspartei darf sich – mithilfe mancher Medien wie dem SPIEGEL etc. – nach und nach etabilieren, und die SPD scheut sich nicht mehr, gemeinsame Sache zu machen mit einer Partei, die unser Gesellschaftssystem abschaffen will. Zum Glück geht das nicht auf der anderen Seite. Stell Dir vor, die CDU würde eine gemeinsame Regierung mit einer neuen NSDAP oder der NPD machen wollen – zurecht wäre der Aufschrei riesengross.
    Was unser Land – nach der Diskreditierung von christlichen Werten durch die Neomarxistische 68er Bewegung – eigentlich braucht, ist eine christlich konservative demokratische Erneuerung. Wir brauchen Konservative, Christen, die in die Politik gehen. Jedoch werden diese noch immer durch die Faschismus-Keule bekämpft. Wer nur mal an der falschen Stelle einen Vortrag gehalten hat, oder wer einen Leserbrief an die „falsche“ Zeitung geschrieben hat, oder wer umgeht mit Leuten, die Leute kennen, die rechtsextrem sind, der wird deshalb selber als rechtsextrem gebrandmarkt.
    Die Antifa ist eben wie gesagt eine extremistische Organisation, die auch selber im Verfassungschutz aufgeführt wird bzw. werden, und die diese Strategie sehr planvoll verfolgt: Gleichstellung von Rechtsextrem mit Rechts mit Konservativ, und somit alle konservativen Positionen auf Dauer vom gesellschaftlichen Diskurs ausschalten. Sehr schade, dass unsere Bundesregierung mit diesem „Kampf gegen Rechts“ nun gemeinsame Sache macht mit einer eigentlich antidemokratischen Strategie. Es mag ja gut gemeint sein, aber ist leider nicht durchdacht. Die CDU ist dumm, denn letztlich schießen sie sich ins eigene Bein und merken nicht, dass der „Kampf gegen Rechts“ eigentlich gegen die CDU selber geht. Es geht darum, in diesem Lande eine strukturelle Linke Mehrheit zu schaffen.

    Erstens müßte man dies umbenennen in „Kampf gegen RechtsEXTREMISMUS“, und zweitens müßte man mindestens so viele Gelder in einen „Kampf gegen LINKSextremismus“ investieren. Dazu müßte auch eine Ursachenforschung nach dem Linksextremismus anstellen, etwa die Quellen im Marxismus und Neomarxismus; nur, dass dann eben viele Leute unter den Verdacht eines „latenten Linksextremismus“ fallen würden, die heute wohlrespektierte Persönlichkeiten unserer Gesellschaft sind.

    Denn wie erwähnt, der Linksextremismus hat sich durch den Neomarxismus ja schon gesellschaftlich etabliert, und hat in vielen Medien Sympathisanten, und hat bei vielen Intellektuellen Anhänger. Wenn irgendwoher eine Gefahr droht für unsere Republik, dann von diesem Linksextremismus; in Verband mit der fehlenden Abgrenzung der SPD und der demokratischen Sozialdemokraten gegenüber den Linken; und in Verband mit der Feigheit mancher Konservativer, die sich weigern, Dinge zu durchdenken.

    Es braucht jetzt mutige Bundesbürger in Leitungspositionen, und viel Gebet von Christen, damit diese Strategien der anti-Demokraten aufgedeckt werden können, und wir wieder zum demokratischen Konsens zurückkehren können.
    Ohne einer Erneuerung des Christentums und einer bewußten Besinnung der Christen auf die christliche Weltsicht bzw. ohne dass Christen diese politischen Bereiche aus christlicher Sicht und anhand der Bibel durchdenken, wird unsere Demokratie nicht mehr lange bestehen. Eine Einbindung in Europa wird da nicht viel helfen. Und die baldige immer größer werdende ökonomische Krise wird die Lage nur verschlimmern. Noch hält uns der relative wirtschaftliche Wohlstand bzw. flächendeckende Sozialstaat (mit seinen überhöhten Ausgaben) davon ab, dass Unruhen ausbrechen etc. (denn niemand muss hier Hunger leiden). Dieser Wohlstand ist aber auf Pump finanziert (geliehen von den nächsten Generationen), und wird sich nicht lange halten lassen, siehe die Konkurrenz aus Fernost. Die Eurokrise wird ein übriges tun.
    Da die Familienwerte schon kaum noch vorhanden sind, trennt uns nicht mehr viel von Barbarei, diese könnte dann ausbrechen, wenn eben der Wohlstand wegfällt.

    Wir brauchen also dringend eine Erneuerung des Christentums, und eine Umkehr vieler Menschen zum Gott der Bibel. Beten wir darum.

  17. Dass das linke Spektrum explizit eine Gefahr für die Christen als Gruppe darstellt, erfahre ich regelmäßig beim Gang in die Uni. Ich möchte deshalb auf einen Aufruf der Gruppe „UniLinks!“ hinweisen, der sich gegen die hiesige SMD richtet und in der Universität verbreitet wurde. Zu finden ist das Hetzblatt (anders kann man es nicht bezeichnen) hier:
    http://www.unilinks.info/drupal/node/36

  18. @Debo: Wahrlich übelste Propaganda.
    Liebe Grüße, Ron

  19. Roderich meint:

    @Nik, noch ein guter Buchtipp: „Kampf um die Mitte“ von Guenter Rohrmoser. Gibt es sehr billig gebraucht bei Amazon. Er kann das ganze sehr gut erklaeren. Dann verstehst Du auch, warum unsere Republik in Gefahr ist. („Kampf um die Mitte“ ist eine einfacher geschriebene Fortsetzung von „Der Ernstfall. Die Krise unserer Liberalen Republik“ von Rohrmoser, welches natuerlich auch sehr empfehlenswert ist – noch grundlegender).

    @Debo, danke fuer den Link. Das ist typisch linksextreme Antifa und ihre undemokratischen Methoden. Und kaum ein Buergerlicher wehrt sich gegen diese Propaganda, aus Angst, selber als „rechtsextrem“ (oder in diesem Fall als „fundamentalistisch“) bezeichnet zu werden; und weil sie keine Lust haben, das marxistische Vokabular zu durchdenken, sondern sich davon einschuechtern lassen.
    Man muesste eigentlich einen ebensoscharf geschriebenen Gegenangriff starten und sagen: keine Uni-Raeume mehr fuer die Antifa, denn das ist eine antidemokratische linksextreme Gruppierung, die hingegen anderen demokratischen Gruppen ihre Meinungsfreiheit absprechen will. Es ist nur falsch verstandener Pazifismus christlicher Gruppen, der sie so zahm sein laesst und die klare Auseinandersetzung mit anti-demokratischen Gruppen scheuen laesst.

  20. @ Roderich: Ja, so grob stimme ich deinen Ausführungen zu, ich sehe das ganz ähnlich.

    Ein neues Beispiel für die Verbindung von Links und Linksextremismus: Die bayerische SPD zeichnet den Verein „antifaschistisches Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.“ mit einem Preis aus (www.jungefreiheit.de)

  21. Roderich: „Man muesste eigentlich einen ebensoscharf geschriebenen Gegenangriff starten und sagen: keine Uni-Raeume mehr fuer die Antifa, denn das ist eine antidemokratische linksextreme Gruppierung, die hingegen anderen demokratischen Gruppen ihre Meinungsfreiheit absprechen will. Es ist nur falsch verstandener Pazifismus christlicher Gruppen, der sie so zahm sein laesst und die klare Auseinandersetzung mit anti-demokratischen Gruppen scheuen laesst.“
    Genauso ist es!

  22. @roderich: ich finde dass sie in ihrer argumentation eine ähnliche herangehensweise haben, wie die wissenschaftler der studie die in dem blogbeitrag (meiner meinung nach durchaus zurecht) kritisiert wird. oder auch wie die linken die sie kritisieren. ich habe das gefühl sie haben ihre meinung was für sichtweisen links sind, oder welche zu weit von der mitte entfernt sind. und schnell werden menschen die eben solche sichtweisen haben, ganz nah an den linksextremismus „hindefiniert“. wie links darf den eine meinung sein bevor sie ihrer meinung nach undemokratisch ist? gibt es da überhaupt eine diskussionsgrundlage ihrer meinung nach? wie links darf meine weltsicht als christ sein ohne dass ich gleich ein intellektueller linker bin der die antifa oder andere antidemokratische gruppierungen duldet oder toleriert? ist das wirklich die christliche weltsicht die Werte der „Jungen Freiheit“? gibt es auch in einer linken weltsicht christliche werte?
    keine frage, ich finde solche hetze wie z. B. von der unilinks gruppe gegen die smd auch abstoßend und gefährlich. aber ich finde man macht es sich zu einfach wenn man alles das was nicht der eigenen weltsicht und meinung entspricht als einzige gefahr für unsere gesellschaft zu darstellt. sie denken das linke intellektuelle antidemokratische gruppierungen wie die antifa tolerieren oder gar unterstützen, und somit am niedergang unserer gesellschaft arbeiten. ich glaube dass es rechtskonservative (nicht extremistische) strömungen gibt die anteil daran haben dass rechtsextremismus als geringe gefahr für unsere gesellschaft gesehen wird. zu was das führt zeigen aktuelle ereignisse. „schuld sind immer die anderen“. mit freundlichen grüßen.

  23. Roderich meint:

    @Nik,
    wenn man mit Parteien wie der Linkspartei sympathisiert, die undemokratisch sind, dann ist man eben zu weit links. (Die Linkspartei will eben unsere freiheitlich demokratische Grundordnung abschaffen).
    Am besten, man versucht, seine eigene politische Sicht aufzubroeseln in Einzelteile und prueft jeden Aspekt anhand der Bibel.
    Manche Themen sind nicht ganz einfach zu pruefen, z.B. Wirtschaftspolitische Gesamtkonzepte. Da muss man eben eine Mischung lesen: viel Bibel, und dann mal wenn es geht zwei Buecher von jeder Sichtweise.

    P.S.: Es wuerde mir helfen, wenn Sie die Klein- und Grossschreibung verwenden koennten – das ist einfacher fuer den Leser 🙂 (Aber wie ich mal las, ist die Unterscheidung von Klein- und Grossschreibung in bestimmten linken Kreisen auch schon ein Zeichen fuer Ungleichheit, und Ungleichheit ist ja in linken Kreisen das groesste Uebel und muss abgeschafft werden… :-))

    Wie dem auch sei, ganz allgemein empfehle ich auch mal, die Junge Freiheit mal fuer 4 Wochen zu abonnieren und aufmerksam zu lesen. (Neben den anderen Zeitungen). Das kann helfen, manche Probleme zu erkennen.

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