„Sei, was du willst“

Egalia ist die umstrittenste Vorschule Schwedens. Ihr Ziel: die geschlechtsneutrale Erziehung. DIE ZEIT stellt die Einrichtung vor:

Die Erzieherinnen und Erzieher sagen statt »Jungen« und »Mädchen« »Freunde«. Die Pronomen »er« und »sie« gibt es nicht, stattdessen wird der in Schweden mögliche geschlechtsneutrale Kunstbegriff hen benutzt, ein Kompromiss aus han (er) und hon (sie). Erst vor Kurzem wurde er in die Onlineversion der Nationalenzyklopädie aufgenommen. Auch einige Zeitschriften und Bücher arbeiten bereits mit ihm.

Egalia steht mit seinem Konzept nicht mehr allein da. Eine schwedische Grundschule verzichtet neuerdings auf Spielzeugautos, da Jungen ihnen eine größere Bedeutung beim Spielen beimessen, als es den Erziehern lieb ist. An einer anderen Schule wurde die freie Spielzeit von der Agenda gestrichen, mit der Begründung, die Kinder würden dabei auf stereotype Rollenmuster zurückfallen, man habe das Entstehen von Hierarchien und Ausgrenzungen beobachtet.

Gut, dass einige Experten den Ideologiecharakter dieser Pädagogik erkennen:

Der deutsche Entwicklungspsychologe Peter Zimmermann, Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, sieht hinter Egalia die gute Absicht, die Gleichwertigkeit der Geschlechter zu fördern, bringt aber die Frage auf, ob dort nicht eine vermeintliche Geschlechterideologie durch eine andere ersetzt werde und man so in eine andere Richtung ausgrenzend wirke. Und er hat noch einen Kritikpunkt: »Kinder kennen bereits sehr früh Geschlechtsunterschiede, aber durch diese Fokussierung bekommt das Thema Geschlecht eine Relevanz, die nicht alterstypisch für die Bewertungen und Handlungen der Kinder ist.« Das Verständnis gesellschaftlich bedingter Rollenbilder, das in Egalia verändert werden solle, werde erst deutlich später entwickelt.

Hier der Artikel: C-Schule-Kindergarten-Schweden.pdf.

VD: MG

Kommentare

  1. Die geschlechtsneutrale Erziehung geht auf die Gender-Theorie und das Gender Mainstreaming zurück, ein „von oben“ (UNO, dann EU, schließlich nationale Ebene) aufoktroiertes revolutionäres Gesellschaftsprogramm. Zur Auseinandersetzung mit den Ideen des Gender Mainstreaming ist die Seite http://www.gender-kritik.com hilfreich.
    Es ist der katholischen Publizistin Gabriele Kuby zu danken, dass sie das Thema vor einigen Jahren in Deutschland erst bekannt gemacht hat. Im September erscheint ihr neues Buch (etwa 400 Seiten) über die „globale sexuelle Revolution“:
    http://www.amazon.de/Zerst%C3%B6rung-Freiheit-im-Namen/dp/3863570324/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1346167343&sr=8-7

  2. @Theo

    Wir hatten Frau Kuby im Rahmen einer CDL Veranstaltung mal zu einem Vortrag eingeladen.
    Sie hatte damals schon diese Themen angesprochen. Viele sagten zu der Zeit noch, dass sie völlig übertreiben würde.
    Mittlerweile sehen das viele aber anders. Auch wenn ich ihre Aussagen zum christl. Glauben nicht teile (sie ist eine Starke Marienverehrerin; Maria als Miterlöserin….) so hat sie auf dem Gebiet des „Gender-Mainstreaming“ schon was zu sagen. Interessant war auch das Gespräch nach der Veranstaltung mit ihr, als sie erzählte mit welchen Anfeindungen sie zu kämpfen hat.

    Gruß

    Armin

  3. @Armin: Gabriele Kuby ist eine Kämpferin – das schlägt sich auch stark in ihren Büchern nieder. Ich glaube, dass mit ihrem „sendungsbewussten“ Schreibstil nicht jeder klar kommt. Und das Katholische in ihren Büchern blende ich einfach aus.
    Als sie vor einem halben Jahr in Jena in einer katholischen Studentenverbindung einen Vortrag gehalten hat, gabe es eine kleine Anti-Kuby-Demo von etwa 60 Leuten.
    Es gibt zu dem Thema übrigens noch ein besseres Buch von Barbara Rosenkranz, das mehr auf die philosophischen Hintergründe von Gender abzielt: http://www.amazon.de/MenschInnen-Gender-Mainstreaming-geschlechtslosen-Menschen/dp/3902475536/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1346228052&sr=8-1

    LG Theo

  4. AndreasA meint:

    „Eine schwedische Grundschule verzichtet neuerdings auf Spielzeugautos, da Jungen ihnen eine größere Bedeutung beim Spielen beimessen, als es den Erziehern lieb ist.“

    Also gemäß dem Motto: Was uns nicht ins gegenderte Weltbild passt, das wird verboten! Oder wie?

  5. Ja, die Schweden. Bei jedem zeitgeistigen Unsinn ganz vorne dabei, bis zur Selbstaufgabe.

    s. a. hier:

    Ingrid Carlqvist’s tale i Bruxelles: I want my country back

    Ingrid Carlqvist’s speech to the International Civil Liberties Alliance, July 9, 2012 in the European Parliament, Brussels

    Ladies and gentlemen. My name is Ingrid Carlqvist and I was born in Sweden in 1960, when the Social Democrats were gonna rule forever and ever and our country was the nicest and safest and most progressed in the world. Now I live in Absurdistan – …

    weiter auf:

    http://www.sappho.dk/i-want-my-country-back.htm

Deine Meinung ist uns wichtig

*