Sokrates hätte seine Schwierigkeiten …

Der neue Bildungsplan für die Schulen in Baden-Württemberg, den die „Demo für alle“ und eine Petition mit über 190000 Unterstützern heftig kritisiert haben, gilt nun. Kurz nach der desaströsen Wahlniederlage seiner Partei setzte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) per Ministerverfügung den Bildungsplan an den allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg am 23. März 2016 in Kraft.

Sebastian Krockenberger kritisiert in seinem Beitrag für DIE TAGESPOST sowohl den Ruf nach „Lernkompetenz“ als auch die eingearbeitete Forderung nach Akzeptanz von sexueller Vielfalt:

Wenn die Bildungskybernetiker ihre Konzepte durchsetzen, wird, was ein Schüler lernen soll, sich mehr und mehr daran orientieren, ob es auch mit den Methoden der empirischen Bildungsforschung gemessen werden kann. Um die Kompetenz der Selbstregulation zu verwirklichen, werden die Schüler mehr und mehr sich selbst überlassen, lediglich ihre Leistungsergebnisse werden auf irgendeine Art gemessen. Die Mäeutik, wie Platon sie in seinen Dialogen beschreibt, fällt bei diesen Bestrebungen unter den Tisch. Der Sokrates aus den Dialogen hätte es dann sicher schwer an den deutschen Schulen. Denn er wirkte als philosophischer Lehrer, indem er Fragen stellte und so nach und nach mit seinem Gesprächspartner zum Kern einer Sache vorstieß. Der Lehrer soll also am Erkenntnisprozess der Schüler mitwirken. Deshalb sind die Schüler ja auch in der Schule, weil sie viele Sachverhalte aus eigener Kraft nicht erkennen können und der Anleitung bedürfen. Ein gutes Klassengespräch, auch Frontalunterricht genannt, verwirklicht diese platonische Mäeutik.

Der „Bildungsplan 2015 für das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ ist noch in besonderer Weise problembehaftet. Er trat bereits im August 2015 in Kraft. Sexualität erscheint in diesem geradezu als wesentliches Element von persönlicher Identität. An dieser Stelle muss gesagt werden: Nach christlicher Tradition findet der Mensch seine Identität nicht über seine sexuellen Empfindungen oder über eine geschlechtliche Orientierung, sondern durch sein Verhältnis zu Gott.

Auch ein Aktionsplan der Landesregierung, der die Interessen der Homosexuellen-Lobby und ähnlicher Gruppen befördern will, ist nach wie vor in Kraft. Dieser „Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte“ fordert die „Verankerung der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung (LSBTTIQ) in den Bildungsplänen der allgemein bildenden Schulen als Teilaspekt der Leitperspektive ,Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt‘ einschließlich der Weiterbildung der Lehrkräfte zu den neuen Bildungsplänen.“

Mehr: www.die-tagespost.de.

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