„Southern Baptist Convention“ hat Afroamerikaner als Präsident

Fred Luter

Die Rassentrennung gehörte für den Südlichen Baptistenbund zum Gründungsfundament. Mit der Wahl eines Afroamerikaners zu ihrem Präsidenten setzen sie ein Zeichen für die Versöhnung. Matthias Rüb berichtet für die FAZ über die Wahl:

Gegen vier Uhr nachmittags wird in der Halle B des Ernest-N.-Morial-Kongresszentrums zu New Orleans Geschichte geschrieben. Man könnte auch sagen, dass um diese Zeit der Allmächtige direkt in den Geschichtsprozess eingreift. So sehen es jedenfalls Fred Luter und die knapp 8.000 Delegierten der Jahrestagung der „Southern Baptist Convention“ (SBC). Die Delegierten heißen hier offiziell „Boten“ – auf ihren Namensschildchen steht das Wort „Messenger“ -, und nach der Wahl von Pastor Luter zum Kirchenpräsidenten durch Akklamation springen sie von ihren Klappstühlen auf, werfen die Arme in die Höhe und rufen: „Halleluja!“

Es fließen viele Tränen. Oben auf dem Podium kommt der frisch gewählte Kirchenpräsident Fred Luter, der von seinem Vorgänger Bryan Wright umarmt wird, mit seinem Taschentuch kaum nach. Und auch unten auf dem Betonboden von Halle B geht manches Auge über. Wer sagt, dass Gott an einem schwülen Frühsommertag nicht in einer schmucklosen Messehalle im Süden von Louisiana gegenwärtig sein kann?

Mehr: www.faz.net.

P.S. Mich würde interessieren, ob Luter wirklich genau das gesagt hat, was Matthias Rüb ihm im letzten Absatz seines Artikels zuschreibt.

Kommentare

  1. Martin meint:

    Zu Deiner Frage: Hab hier ein Interview vom Februar gefunden, wo er sich ähnlich ausdrückt (dritte Antwort):

    http://www.bpnews.net/bpnews.asp?ID=37115

  2. Vielen Dank Martin! Dann scheint die ÜS korrekt zu sein. Schon merkwürdig, diese Aussage.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Roderich meint:

    Lieber Ron,
    meinst Du dieses Statement?

    „Seit mehr als 25 Jahren halte ich Gott, dem Wort Gottes und auch meiner Frau die Treue“, sagt er: „Wer Gott treu bleibt, dem bleibt Gott auch treu.“

    Du meinst, das sollte man differenzierter ausdrücken? Etwa: Gott bleibt uns auch dann treu, wenn wir ihm untreu sind, wenn wir unsere Sünden jeweils bereuen.
    Ich finde aber, man muss von ihm nicht unbedingt ausgefeilte Theologie erwarten – er wird es eher praktisch halten, denke ich. Wie er selbst sagt, sei er noch stark beeinflußt von seiner Zeit als Straßenprediger:

    Dazu begann er selbst zu predigen – mit einem Megafon auf der Straße. Diese frühe Erfahrung präge den Stil seiner Predigten bis heute, sagt Luter: „Wenn du an einer Straßenecke predigst, musst du schnell reden, denn die Leute bewegen sich schnell.“

    .
    Ansonsten ist der Artikel witzig:

    Daneben wirbt ein Unternehmen aus Tennessee für Busse, die sich besonders für den Transport von Gläubigen zum Gottesdienst eignen.

    Guter unterschwelliger FAZ Humor. 🙂

    Aus der einst rein weißen Glaubensgemeinschaft ist heute eine der ethnisch buntesten Kirchen geworden: Etwa ein Fünftel der Gläubigen sind inzwischen Schwarze, Asiaten und Latinos. Luter versprach nach seiner Wahl, alles dafür zu tun, dass sich dieser Trend fortsetzt: „Wenn wir künftig nicht mehr Schwarze, Asiaten und Latinos in Führungspositionen wählen, dann sind wir gescheitert.“

    Es ist ja erfreulich, dass mehr Nichtweiße in Führungsämter kommen, denn Jesus Christus ist farbenblind.
    Hoffentlich aber nicht „nach Quote“, sondern nach den Kriterien der Bibel für Leitungsämter. Auch wenn es natürlich verständlich ist, dass hier ein Nachholbedarf besteht, und die eine oder andere Wahl darf ruhig auch mal als „Zeichensetzen“ verstanden werden kann bzw. als nachträgliche Entschuldigung / Sühne der Weissen.
    Auf mittlere Sicht muss aber nur die personelle Eignung entscheiden, sonst hat man wieder umgekehrten Rassismus.

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