Soziale Netzwerke und Depressionen

tree-1090854_1920Es gibt noch keine seriösen Studien über die Auswirkungen sozialer Medien auf eine bereits bestehende Depression. Experten halten einen negativen Zusammenhang jedoch für wahrscheinlich. Kati Krause startete einen Selbstversuch und verbannte falsche Nähe und oberflächliche Interaktion, um mehr Zeit für echte Beziehungen zu haben. Es lohnt sich, auf Facebook, WhatsApp & Co. zu verzichten oder zumindest den Konsum zu reduzieren.  Die Stressminderung setzt nicht nur bei Menschen, die zu Depressionen neigen, Kräfte für die wichtigen Dinge des Lebens frei.

Ich musste raus aus diesem Teufelskreis. Niemand konnte mir dabei helfen, weil ich gar nicht wusste, wie ich es erklären sollte. Es gab nur ab und zu Momente, in denen sich der Nebel kurz lichtete und ich erkennen konnte, dass gerade etwas Schlimmes passierte. Ich wartete auf einen dieser Momente, sammelte all meine Energie und traf, zumindest erschien es mir damals so, eine der wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben: Ich löschte die Facebook-App. Danach Instagram. Dann Twitter. Ich stellte alle Benachrichtigungen aus, und das waren viele. Bis auf SMS und Anrufe meiner besten Freunde und Familie war mein Telefon nun still. Plötzlich war die Welt viel kleiner, viel besser zu bewältigen, viel vertrauter. Ich konnte mich erholen. Und ein paar Wochen später, ohne dass ich groß darüber nachdachte, war ich zurück in den sozialen Netzwerken.

Hier der vollständige Bericht: www.zeit.de.

Kommentare

  1. Florian meint:

    Leider habe Ich bisher noch kein überzeugendes Argument gegen soziale Netze gehört. Alte Lieder scheinen mir dabei immer wieder angestimmt: von der Angst vor dem Wandel, Misstrauen gegen den technischen Fortschritt und der „früher war alles besser“-Rhetorik. Hinzu kommt eine Prise Mystiksehnsucht: Stille, Askese, Einsamkeit, zurück zur Langsamkeit usf. Soziale Netzwerke schaffen ganz neue Probleme, ich will das nicht leugnen. Aber ihre Kritiker brauchen schärfere Waffen.

    Und nicht solch ein Argument:
    „Echte Beziehungen“, wenn damit Beziehungen mit physischer Nähe gemeint sind, dann geht es wohl kaum oberflächlicher. Als ob ein langer Spaziergang zu zweit nicht ebenso flach und faul sein kann. Oder werden mit „echten Beziehungen“ diese ganzen losen Kontakte kritisiert, die noch keine angenehme Vertraulichkeit erreicht haben? Wie ästhetisch gesinnt! Soll man Beziehungen auf Tauglichkeit prüfen, reduzieren und zuletzt abbrechen? Das ist die gleiche Gesinnung derer, die ihre Facebook-Freundesliste regelmäßig nach „lebendigen“ Freundschaften aktualisieren (oder besser reinigen).

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