Spaemann mischt sich in Blasphemie-Debatte ein

Robert Spaemann hat sich in der FAZ zur Blasphemie-Debatte geäußert:

Irgendetwas stimmt nicht. Das deutsche Recht und mehr noch die deutsche Rechtsprechung muten es dem religiösen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf. Dann und wann einmal findet ein Richter, es sei irgendwo zu weit gegangen worden, und verhängt eine Bewährungsstrafe. In der Regel geschieht das nicht. Vor allem nicht mehr, seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar ist, die den „öffentlichen Frieden gefährdet“.

Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl, und keineswegs nur „Islamisten“. Als in London vor Jahren der Film „Die letzte Versuchung Jesu“ in die Kinos kam, wurde er nach drei Tagen wieder abgesetzt, weil Muslime die Theater wissen ließen, dass sie die Beleidigung Jesu, der bekanntlich für den Islam ein Prophet ist, nicht hinnehmen würden. Dass die Christen es bei folgenlosen Protesten bewenden ließen, konnte bei Muslimen nur stille Verachtung auslösen. Den Christen, so folgern sie, ist offenbar nichts wirklich heilig.

Mehr: www.faz.net.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Großartig!

    Wie recht Spaemann doch hat!

    Und wie froh alle Bergpredigt-andere-Wange-Hinhalten- und Leidensanhänger doch sein dürfen, dass die Chance besteht, dass auch wir in Europa wieder verfolgt werden dürfen! Denn: Wehe, einer steht auf und sagt: DAS lassen wir uns nicht gefallen! — der wäre ja kein Christ mehr.

    Was für eine Schande.

    Dass die Moslems die Christen deshalb verachten, ist nicht weiter verwunderlich: Der Islam ist eine blutrünstige Religion, und jeder Anlass wird da gefeiert, an dem wieder im Namen Allahs gemordet werden darf.

    Ich wage eine Prognose: Wenn die ganze Welt erst einmal islamisch geworden ist, dann stirbt der Islam sofort aus – aus Mangel an Menschen, die im Namen der Religion gemordet werden könnten.

  2. @schandor. Ja genau alle diese christen die die bibel ernst nehmen, und somit auch die bergpredigt, bedeuten unseren untergang. Mich würde ja interessieren wie das „sich nicht gefallen lassen“ konkret aussehen würde.

  3. Ja, das würde mich auch interessieren, wie das „sich nicht gefallen lassen“ aussehen soll. Ich finde es in diesem Zusammenhang sehr wichtig, dass der Islam als Faktor miteinbezogen wird. Das wird im Artikel nur am Anfang gemacht. Mal ein kleines Gedankenspiel von mir dazu:

    Wenn ich das recht sehe, gibt es nur zwei gewaltfreie Möglichkeiten, entweder Schutzrechte ausweiten und damit Freiheitsrechte einschränken oder vice versa:

    1. entweder durch selbst-bezogene Anstrengungen (z.b. durch Prozessflut) zur Ausweitung des faktischen Schutzes auch auf Christen. In diesem Fall reagieren Christen und passen ihre Schutzrechte den de-facto-Schutzrechten der Muslime an. Damit könnte man zwar den Spott verbieten, aber die Kritik an Christen durch die Gesellschaft würde weiter zunehmen, da die Ausdehnung der Schutzrechte die Freiheitsrechte einschränkt. Damit würden die Christen zwar zu den Muslimen aufschließen, es würde wieder eine Verhältnismäßigkeit hergestellt sein zwischen den de-facto-Schutzrechten der Religionen. Das Gewaltpotential der Muslime bliebe aber bestehen und würde immer mehr de-facto-Schutzrechte manifestieren, zu denen man aufschließen müsste. Das würde die islamische Parallelgesellschaft nur weiter befördern. Und diese hat ganz eindeutige negative Effekte auf den de-facto-Schutz von Christen. Der Schutz vor der Gesellschaft durch den Staat im Verhältnis zum Islam (relativer Schutz) würde zwar durch das „sich nicht gefallen lassen“ konstant bleiben, der absolute Schutz, der de-facto-Gesamtschutz würde aber abnehmen, weil mit zunehmendem Schutz der Muslime deren Gewaltpotential vermutlich zunimmt und dieses negativ auf Motivation, juristische Durchsetzungsfähigkeit etc. und somit negativ auf den de-facto-Schutz zurückwirkt.
    Kausalkette: –> de-jure-Schutz aller steigt –> rechtlicher Schutz der Muslime wird manifestiert –> Gewalt- und Diskriminierungspotential der Muslime steigt –> de-facto-Schutz der Muslime steigt –> de-facto-Schutz der Christen sinkt (wg. Rückkopplungseffekt)

    Das Gewaltpotential der Muslime hat einen konstanten Effekt. Warum sollten wir als Christen diesen Effekt auch noch unterstützen, indem wir die de-facto-Rechte durch de-jure- Rechtssprechung weiter manifestieren? Wem ist damit geholfen? Weder den Christen noch der säkularen Mehrheitsgesellschaft, die mir lieber ist als der Muselmann.

    2. eine gesellschafts-bezogene Durchsetzung der Freiheitsrechte (Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit) in Bezug auf muslimische Befindlichkeiten. Die Christen schließen also nicht mehr zu den Muslimen auf, sondern die Gesellschaft holt die Muslime wieder auf den christlichen Level zurück.

    Meiner Meinung nach ist das der bessere Weg.

    Erstens wg. Punkt 1: der relative Schutz (also Schutz vor der Gesellschaft) wird auf einem niedrigeren Niveau ausbalanciert. Das Schutzniveau ist zwar für alle Religionen niedriger, der Schutz vor der Gesellschaft sinkt, aber weil die Gesellschaft im schlimmsten Fall religiös indifferent ist, sind die negativen Effekte des niedrigeren Schutzes breit gestreut und nicht auf einzelne Religionen konzentriert. Der Rückkopplungseffekt des muslimischen Gewaltpotentials, der nicht indifferent ist, sondern sehr stark auf die Mehrheitsreligion konzentriert ist, wird minimiert. Der de-facto-Schutz der Christen steigt.
    Kausalkette:–> de-jure-Schutz aller sinkt –> rechtlicher Schutz der Muslime sinkt –> Gewalt- und Diskriminierungspotential der Muslime sinkt –> de-facto-Schutz der Muslime sinkt –> de-facto-Schutz der Christen steigt (wg. Rückkopplungseffekt)

    (Diese Überlegungen basieren auf der Annahme, dass a. die Gesellschaft dem Rechtsstaatsprinzip verhaftet bleibt, der de-jure-Schutz also auf alle gleich wirkt, b. somit allein der Faktor „muslimisches Gewaltpotential“ als Multiplikator den de-facto-Schutz der Muslime und damit rückgekoppelt auch den absoluten Schutz der Christen reguliert)

    Zweitens weil dieser Weg gangbarer ist als der erste. Positive Freiheitsrechte sind der Gesellschaft leichter zu verkaufen als negative Schutzrechte.

    Nachteil dieses Weges ist, dass die Christen die Freiheitsrechte im Gegensatz zu den Schutzrechten nicht aktiv nutzen können (weil ein ernsthafter Christ niemals respektlos mit anderen Religionen umgehen wird), sondern sie nur der Gesellschaft zum Gebrauch zur Verfügung stellen, um damit Gleichheit wiederherzustellen. Es wird also nur indirekt gesteuert, was die Zielerreichung natürlich verkompliziert.

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