Storytelling

Das Geheimnis unserer Zeit lautet „Storytelling“. Wer heute in der Wirtschaft, Politik oder im geistlichen Dienst „Erfolg“ haben will, muss die Kunst des Geschichtenerzählens beherrschen. Wer noch zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheidet, bleibt schnell auf der Strecke.

Da das Storytelling sich hierzulande im geistlichen Dienst zunehmend großer Beliebtheit erfreut, verweise ich auf die böse Satire „Von der Kunst des Geschichtenerzählens“ aus dem Jahr 2008: storytelling.pdf.

Kommentare

  1. Ja, das versuche ich auch immer einzubauen wenn ich eine Predigt habe. Nächsten Sonntag geht es ums Thema Leid und ich habe die Geschichte entworfen von Xero und Kadu beim König… mal sehen wie sie ankommt.

    Hier ein Link zu einer Master-Thesis zum Thema Story-Telling: http://leiterschaft.de/dateien/MartinPreisendanz_MA-Thesis_Storytelling.pdf

    Grüsslein aus der Schweiz.

  2. Taugt dieser Gegensatz „Systematische Theologie“ und „Storytelling“ etwas? In der Schrift finde ich beides, Geschichten und dogmatische Texte. Und nur weil bestimmte Theologen der narrativen Theologie ein problematisches Verhältnis zu dogmatischen Lehrsätzen haben heißt das weder, dass die Predigt ohne zeugnishafte (!) Geschichten besser auskommt, noch dass es falsch ist, sich über die Metaerzählung der Schrift Gedanken zu machen.

    Gruß
    Jason

  3. @Jason: Genau diesen Gegensatz habe ich nicht konstruiert.

    Liebe Grüße, Ron

  4. „Heute wenden sich auch viele Theologen vom Argumentieren, Begründen und Überzeugen ab und favorisieren das Geschichtenerzählen. (…) Doch Geschichten, die nur Geschichten sind, versagen, wenn es um die wirklichen Dinge des Lebens geht. Verführerisch und grausam! Wer vor der Macht des „Storytelling“ gehört hat, der lauscht hoffentlich den vielen schönen Reden mit aufmerksamen Ohren.“

    Was kritisierst du denn genau? Geschichten, die nichts mehr mit dem wirklichen Leben zu tun haben? Du beziehst dich ja unter anderem auf Erwin McManus. Und in „Eine unaufhaltsame Kraft“ schreibt er den Geschichten eine große Rolle bei, wenn es darum geht die Kultur einer Gemeinde zu prägen. Sein Gedanke ist der, dass die Geschichten der Predigt den Standart für die Gemeinde setzten, sie dienen als Vorbilder nach dem Motto: das hat Gott in meinem Leben getan, warum sollte es in deinem Leben nicht möglich sein. Für mich schließen sich Lehre und Geschichten nicht aus, in der Mischung macht es Sinn. Wenn man aus der Schrift herausarbeitet, was Nachfolge mit Großzügigkeit zu tun hat und dann eine Geschichte erzählt, in der Menschen Geld in einen Pott werfen, ein Haus kaufen und darin Drogenabhängige aufnehmen und zu Jesus führen – dann bin ich für die Mischung.

    Die Herausforderung besteht darin, Geschichten erzählen zu können. Mittlerweile messe ich predigten unter anderem daran. Haben die Prediger etwas zu sagen, haben sie etwas zu erzählen? Lassen sie sich von Gott gebrauchen? Oder sind es nur theoretische Lehrsätze ohne Leben.

    Das wäre übrigens doch mal eine Debatte wenn es um die Wahrheitsfrage der Schrift geht. Ich glaube an absolute Wahrheit in einem philosophischen Sinn. Aber ich sehne mich nach mehr Wahrheit in unseren Gemeinden in dem Sinn, dass Lehre durch Leben begründet und beglaubigt wird.

    Liebe Grüße
    Jason

  5. @Jason: Ich habe nichts gegen Geschichten. Wirklich nicht. Geschichten, die nur Geschichten sind, taugen nichts.

    Liebe Grüße, Ron

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  1. […] satirische Betrachtung des Gesamtphänomens findet sich in Ron Kubschs TheoBlog in den Beiträgen “Storytelling” und “Von der Kunst des […]

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