Systematische Theologie von Grudem

Die Übersetzungsarbeiten an der Systematischen Theologie von Wayne Grudem nähern sich dem Abschluss. Die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe ist für den Herbst 2012 geplant. Wer das Buch erwerben möchte, kann sich für einen Subskriptionspreis von 49,90 Euro qualifizieren, der m.W. 10 Euro unter dem regulären Preis liegt (das Buch zählt über 1200 Seiten und soll als Hardcover-Band erscheinen).

J.I Packer hat über das Werk gesagt:

Wenn sie ein Lehrbuch der Theologie zu finden gehofft haben, das ihre geistliche Formation genauso fördert wie ihre intellektuelle Bildung, dürfen sie sich freuen. Wayne Grudem hat genau das Buch geschrieben, was sie wollten. Und er hat dies in sehr kompetenter Weise getan.

Bestellt werden kann unter der E-Mail: grudem (at) bucer.de.

 

GrudemWerbung_kl.jpg

Kommentare

  1. Danke für den Tipp! Gleich vorbestellt. Endlich mal was auf Deutsch von Grudem, was mir das Lesen stark erleichtert. Ich glaube, in der Übersetzung entsprechender amerikanischer Literatur liegt eine grosse Chance für den deutschsprachigen Raum. Die sind uns, was saubere Theologie betrifft, einfach meilenweit voraus.

  2. Schandor meint:

    @David Jäggi

    „Die sind uns, was saubere Theologie betrifft, einfach meilenweit voraus.“

    Prädikat: Gut gebrüllt, Löwe!

    Denn die deutschen Theologen – mit Ausnahmen, freilich! – verstecken sich hinter einer Sprache, die hochfliegende Gedanken suggerieren will. Wie das dann aussieht, habe ich im ersten Kommentar hier gezeigt: http://theoblog.de/die-grenzen-der-kontextuellen-theologie/17468/#comments
    So eine Aussage kann natürlich niemand von Nutzen sein, und wehe dem, der das Verständnis „ins Gewissen des Lesers“ schiebt (Schopenhauer).
    Schade, dass das Buch im Hardcover rausgekommen ist. Mir persönlich ist es zu teuer; zum Glück ist das englische Original superleicht zu lesen 🙂

  3. Joel213 meint:

    Ja freue mich auch das Buch mal zu lesen. Leider wieder im typischen VKW-Layout-Style gehalten, welcher fast immer etwas „billig“ daher kommt. Auch wenn natürlich der Inhalt stimmen muss, das Auge isst immer mit! 🙂

  4. Roderich meint:

    @Schandor,
    4,15 Euro pro 100 Seiten – ist noch recht billig.

    (Besonders, da der Euro ja bald rapide an Wert verlieren wird – wegen des unbiblischen Etatismus und Zentralismus und Humanismus, die der EU zugrunde liegen, und der unweigerlich darauf folgenden Inflation… ;-))

  5. Schandor meint:

    @Roddy

    Huch, ist das schon sicher? Leider trifft das zur Hauptsache die Bedürftigen; die Reichen werden das nicht spüren.
    Die Inflation kommt also? Dann stimmt das also doch, dass die DM2 schon seit Jahren nachts klammheimlich gedruckt wird. Das Papier dazu wird in großen, weißen Lastwagen nachts zu gewissen Druckereien Deutschlands gekarrt – eskortiert angeblich von militärischen Fahrzeugen.
    Hoffentlich stimmt das nicht.

  6. markus meint:

    @schandor:
    „Denn die deutschen Theologen – mit Ausnahmen, freilich! – verstecken sich hinter einer Sprache, die hochfliegende Gedanken suggerieren will. Wie das dann aussieht, habe ich im ersten Kommentar hier gezeigt: http://theoblog.de/die-grenzen-der-kontextuellen-theologie/17468/#comments

    Hast du darin gezeigt, wie das bei denen aussieht oder ist der Beitrag ein Beispiel dafür, wie das aussieht? Ist das dann absichtlich oder unabsichtlich ironisch? 😉

    @david: “Die sind uns, was saubere Theologie betrifft, einfach meilenweit voraus.”
    Das sehe ich nicht so. Natürlich gibt es verschiedene theologische Schulen oder Strömungen. Die gibt es aber da wie dort.

    Die deutsche „Denke“ ist einfach anders strukturiert, wie die anglo-amerikanische, unabhängig von der theologischen Richtung. Im Vergleich empfinde ich amerikanisch-englische Theologen pragmatischer (im Guten, wie im Schlechten) und deutschsprachige dafür detailierter und reflektierter (im Guten, wie im Schlechten). Unabhängig von der Theologie meine ich, dass man das auch in anderen Fachbereichen sehen kann.

  7. Ich möchte auf ein älteres – aber gewiss nicht veraltetes – Werk hinweisen: die Dogmatik von Eduard Böhl. Er war Professor für Systematische Theologie in Wien und nahm im 19. Jahrhundert, der Reformation verpflichtet, durchweg bibeltreue Standpunkte ein.

    Viele Grüße,
    Andreas

  8. Roderich meint:

    @Schandor,
    ob die Inflation kommt, ist natürlich Meinungssache, ich meine aber schon. (Die Inflation ist ja schon da, ich meine eine verstärkte Inflation). Dazu besser bei einem anderen Blog-Posting, aber nur in Kürze: Wenn „reichere“ Länder für die Schulden der ärmeren Länder aufkommen müssen, machen sie selber immer mehr Schulden. Der einzige Weg, die Schulden zu begleichen, wird das Nachdrucken von Euroscheinen sein. Eine erhöhte Geldmenge ist identisch mit Inflation. (Der EU fehlen die Sanktionsmechanismen gegen die Länder, die einfach zu viele Schulden machen. „Rauswerfen“ geht ja so einfach nicht).

    Ja, Du hast recht, Inflation trifft (wie die meisten Katastrophen) vor allem die Ärmeren.
    Inflation ist übrigens Diebstahl – vom Staat an den Bürgern und ihrem Ersparten.

    Um den Bogen wieder zu kriegen: Wayne Grudem dürfte dieser Ansicht voll zustimmen, zumindest wenn ich an seine anderweitigen Ausführungen zur biblischen Sicht von Wirtschaft denke 🙂

  9. Schandor meint:

    @markus

    🙂 Nee, das war pure Absicht! – Ich hab da unlängst grad wieder bei einem reingeschmökert. Das Buch heißt „Weltangst und Weltende“ oder so ähnlich. Da geht’s zum Teil genau so zu. Toll, hab ich mir gedacht, die Sprache beherrsch’ ich auch noch 🙂

    Ja, was Du da über die „deutsche ‚Denke'“ schreibst – freilich ist da was dran. Und ja, auch das, was Du über die Reflexion des deutschen Denken schreibst, darf man nicht übersehen. Ich sträube mich ja auch nur gegen das, was als „hohes Denken“ daherkommt, dabei aber in Wahrheit Flachheit ist, verborgen hinter einem Mantel unverständlicher Sprache. Ach, ’s stimmt schon, was Schopenhauer in Abwandlung eines Spruchs von Talleyrand über die Sprache sagte: „Der unächte [sic] (Philosoph) hingegen wird zwar keineswegs, nach Talleyrand’s Maxime, durch die Worte seine Gedanken, wohl aber seinen Mangel daran zu verbergen suchen, und wird die aus eigener Unklarheit des Denkens erwachsende Unverständlichkeit seiner Philosopheme dem Leser ins Gewissen schieben.“
    Außerdem weiß man bei deutschen Theologen oft lange nicht, wofür oder wogegen sie eigentlich anschreiben; der amerikanische Theologe sagt alsbald, auf welcher Seite er steht.
    Und freilich maße ich mir nicht an, zu glauben, jeden Gedanken verstehen zu können (um Himmels willen, so eingebildet bin ich jetzt auch wieder nicht 🙂 ). Aber eines merkt der geübte Leser gleich: Wenn sich jemand nur im „Auftischen baaren Unsinns, im Zusammenschmieren sinnleerer, rasender Wortgeflechte“ übt (Schopenhauer über Hegel).

    An dieser Stelle mal ne Frage an alle: Welche deutschen Theologen sind eurer Meinung nach aus reformiert/reformatorischer Sicht zu empfehlen? Hättet ihr da bitte ein paar Tips für mich?

    Liebe Grüße,
    Schandor

  10. @Schandor: oben habe ich schon auf Eduard Böhl hingewiesen und möchte dabei noch gleich auf die Sammlung Licht und Recht aufmerksam machen.
    Soll es ein zeitgenössischer Theologe sein, dann möchte ich sehr gerne Bernhard Kaiser und sein Institut für reformatorische Theologie empfehlen.

    Viele Grüße,
    Andreas

  11. markus meint:

    @schandor: Das mit den Wortgeflechten ist tatsächlich oft nervtötend. Um vermeintlich jeden Asprekt reflektiert in die Hauptaussage einzubinden, geht diese komplett verloren. Und es ist dann auch tatsächlich schwierig bestimmte Meinungen (oder auch Theologien) zu verstehen und auseinander zu halten.

    (Zwei Theologen, die nun sicher nicht im engeren Sinne reformiert/reformatorisch sind, die ich aber mit Gewinn las sind Jochen Teuffel – nomen non est omen 😉 – da z.B. „Mission als Namenszeugnis“ oder aber Christoph Markschies (eher Kirchenhistoriker). Da kann ich vor allem das kurze aber knackige „Warum hat das Christentum in der Antike überlebt?: Ein Beitrag zum Gespräch zwischen Kirchengeschichte und Systematischer Theologie“ empfehlen. Aber wie gesagt, eigentlich nicht das wonach du gefragt hast und außerdem nur am Rande zur System. Th. gehörend.)

  12. Schandor meint:

    @Andreas

    Vielen herzlichen Dank! Ja, das muss ich mir ansehen – Danke!

    @markus

    Danke auch Dir – da informier ich mich gleich …

    LG, Schandor

  13. Joel213 meint:

    Wird das Buch eigentlich „zensiert“ daher kommen oder ist es 1:1 aus dem Englischen übernommen?

  14. Christoph meint:

    Ich schätze Grudem auch sehr, auch wegen seiner interessanten Mischung von traditionell reformiert und charismatisch.
    Leider setzt sich Grudem nicht mit der protestantischen Theologiegeschichte seit Schleiermacher auseinander, wie dieser Rezensent richtig feststellt:
    „Grudem completely ignores the post-Enlightenment traditions of modern Protestant theology. Apparently it all came to a screeching halt with Schleiermacher (1768-1834). Grudem’s aim is to repristinate only conservative renderings of biblical doctrine, almost exclusively from the Reformed heritage. He piles up biblical proof-texts in blithe indifference to critical scholarship.“ in: http://www.leaderu.com/ftissues/ft9605/articles/braaten.html

  15. Roderich meint:

    @Christoph,

    He piles up biblical proof-texts in blithe indifference to critical scholarship.

    Das wäre ja noch nicht so schlimm. Es ist ja eine bibeltreue Systematik.
    (Wenn man alle Bibelkritik für jeden Vers der Bibel rezipieren würde, wäre das ein sehr langes Buch… noch wesentlich länger als die +1000 Seiten. Oder meinst Du, er sollte wenigstens summarisch darauf eingehen?

  16. Christoph meint:

    @Roderich:
    Ich finde einfach, dass eine Dogmatik sich mit der aktuellen theologischen Diskussion auch ausserhalb konservativer Kreise auseinandersetzen sollte, wie das z.B. Stan Grenz oder Alister McGrath tun. Grudem tut dies nur mit anderen konservativen Positionen. Aber das ist natürlich eine Möglichkeit, sich auf diese Diskussion zu beschränken.

  17. @Christoph: Weder Grenz noch McGrath haben eine Dogmatik geschrieben, sondern jeweils eine Theologiegeschichte.

    Liebe Grüße, Ron

  18. Roderich meint:

    @Joel,
    wie ich von Ron mal hörte, kommt die ST von WG wohl unzensiert… alles „Charismatische“ ist jedenfalls mit dabei.
    (Ob etwas irgendwo vielleicht gekürzt wurde, bzw. wie genau übersetzt wurde, weiss ich aber nicht).

    @Christoph,
    ja, das wäre interessant gewesen, was Grudem im Einzelnen zur aktuellen Theologie gesagt hätte. (Vielleicht hat er das an anderer Stelle getan?).
    Im Prinzip wäre es darauf hinausgelaufen, in apologetischer Manier die Bibelkritik jeweils zu widerlegen.

    Was „andere Auslegungen“ angeht, zu denen „Liberale“ ja z.T. berechtigterweise kommen (also wo sie z.B. den biblischen Text ernst nehmen, aber die „herkömmlichen“ Methoden der Auslegung (die auch von Evangelikalen akzeptiert werden) nur konsequenter anwenden als Evangelikale / Konservative), da sollte eine solche Systematische Theologie diese natürlich berücksichtigen.

    Kannst Du ansonsten mal ein konkretes Beispiel nennen, wo Du von einer nicht-konservativen Dogmatik eine sinnvolle Erkenntnis bekommen hast, die Du als „Bibeltreuer“ sozusagen bejahen konntest?
    (Würde mich nur interessieren, in welcher Richtung Du etwas vermisst, bzw. in welcher Hinsicht eine „aktuelle kritische Bibelforschung“ da evtl. etwas Hilfreiches zur Dogmatik beisteuern könnte).

  19. Christoph meint:

    @Ron: zumindest Grenz‘ „Theology for the Community of God“ würde ich schon nicht nur als „Theologiegeschichte“ bezeichnen, sondern als eigenen dogmatischen Beitrag, da er ja durchaus eigenständig vom Konzept der „community“ aus jeweils die versch. loci behandelt, dabei aber auch relativ breit theologiegeschichtlich die wichtigen Positionen präsentiert.
    Übrigens: Packer zu Grenz: „Clear, well-informed, up-to-date, and firmly anchored in the mainstream of Christian wisdom. . . . An outstanding achievement.“ —J. I. Packer

  20. @Christoph: The “Theology for the Community of God” stammt aus 94 und das Statement von Packer ist das wohlwollende Lob eines Kollegen (damals beide am Regent College). Dass das Urteil von Packer zu den späteren Werken anders ausfällt, brauche ich nicht begründen (20th Century Theology war 92). 😉 Aber im Nachhinein sieht man die Verschiebungen bereits in den Frühwerken.

    Liebe Grüße, Ron

  21. Joschie meint:

    @Joel123
    Mir gefällt der Layout-Style, ich finde ihn nicht billig. Wieviel Bücher hast du denn schon mit deinen Augen gegessen?

  22. Joel213 meint:

    Eine Millionen! Mit Senf esse ich alles, sogar den häßlichen Grudem morgens zum Frühstück! 😀

  23. Wann kommt sie denn nun endlich? Weiß man denn jetzt das genaue Datum? Danke für eine Antwort!

  24. @Sam: Ich habe grad kürzlich nachgefragt, und die Antwort war, man hoffe, dass es noch 2012 sei. Also scheint alles grad relativ unsicher zu sein.

  25. Roderich meint:

    Any news? Wann kommt sie? (Die ST von John Wayne (Grudem))?

  26. Hallöchen,
    ich hatte schon ein Exemplar der ST vorbestellt – wann kommt sie denn nun wirklich?

    Peter

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Ron Kubsch vom Theoblog hat es heute bekannt gemacht: Die Übersetzung von Wayne Grudems Systematischer Theologie ist fast abgeschlossen. Wer das Buch jetzt schon bestellt, kann es für ca. 50 Euro erwerben, was laut Kubsch etwa 10 Euro unter dem regulären Preis liegt. Erscheinen soll die deutsche Ausgabe im Herbst dieses Jahres. Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es hier. […]

Ihre Meinung ist uns wichtig

*