Theologie des Willens oder Theologie der Gnade?

Als zu Beginn des 5. Jahrhunderts n.Chr. die Belagerung Roms durch die ostgermanischen Goten bevorstand, musste eine junge Frau mit dem Namen Demetrias 410 n.Chr. aus der Stadt fliehen. Demetrias stammte aus dem angesehenen Geschlecht der Anicii. Auf ihrer Flucht gelangte die wohlhabende Adlige zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter nach Nordafrika, wo sie eine mitreißende Predigt Augustinus‘ über die Ehelosigkeit hörte.

Demetrias kam zum Glauben an das Evangelium von Jesus Christus. Die Bekehrung einer so vornehmen Frau Roms fand weit über das Gebiet von Karthago hinaus öffentliches Interesse. Proba, die Großmutter der Demetrias, und Juliana, ihre Mutter, erbaten sich aus gegebenem Anlass geistlichen Rat von drei damals in der abendländischen Kirche sehr angesehenen Theologen, nämlich von Augustinus, Hieronymus und Pelagius. Die drei Theologen kamen dieser Bitte nach und ihre Antwortschreiben sind uns erfreulicherweise erhalten geblieben. Die Antwortschreiben von Augustinus und Pelagius sind zwar nicht so stilvoll wie der Brief des Hieronymus, stehen aber für unterschiedliche Menschenbilder, die zu kennen für Theologen wichtig ist.

Ein Seminar „Theologie des Willens oder Theologie der Gnade?: Was wir aus den Demetriasbriefen von Pelagius und Augustinus lernen können“ führt am Samstag im MBS-Studienzentrum München in das Leben von Pelagius und Augustinus sowie in den sogenannten „Pelagianischen Streit“ ein. Anschließend werden auf Grundlage der beiden Briefe (und einiger anderer Dokumente) die „Gnadenkonzepte“ von Pelagius und Augustinus untersucht und Konsequenzen für die Verkündigung erarbeitet.

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