Theologin kämpft für das Gender-Konzept

Die Kritiker des Gender-Mainstreaming gerieren sich gern als Opfer. Dabei sind sie doch Täter, die ausschließen wollen, sagt Ruth Hess. Die Theologin und Gleichstellungsbeauftragte der – Achtung – Bremischen Evangelischen Kirche, erklärt in der TAZ den Gender-Kritikern ihre Phobien und Antagonismen. Denn: „Das Geschlecht, nicht die Religion, ist das Opium des Volkes.“

Diese Leute wettern gegen einen angeblichen „Gender-Wahn“, gegen eine „Gender-Ideologie“. Dabei sind sie es, die fanatisch „gendern“, die Rollenklischees und Geschlechtsidentitäten ideologisch festschreiben wollen.

Ich glaube, dass der Streit um Sprache, diese polemisch bis hasserfüllte Auseinandersetzung um Gender nur ein Vehikel ist, um ein reaktionäres politisches Projekt voranzubringen: Dem, dass Antidiskriminierung und Gleichstellung vehement zurückgedrängt werden sollen. Diese Leute wollen einfach nicht, dass es mehr lebbares Leben für möglichst viele Menschen gibt. Sie wollen bestimmte Lebensformen bevorzugen, andere benachteiligen. Das ist der politische Antagonismus, um den es geht. Man muss jenseits der Reflexe viel mehr deutlich machen, was tatsächlich auf dem Spiel steht. Und alle müssen sich fragen: In welcher Gesellschaft wollen wir leben – in einer offenen oder einer ausgrenzenden?

Na dann. Hier mehr: www.taz.de.

Kommentare

  1. Gast2 meint:

    Zitat: Dabei sind sie es, die fanatisch „gendern“

    Schuld sind immer anderen. Immer wird kräftig externalisiert. Gender ist nur Konstrukt durch die böse Gesellschaft. Interessanterweise gelten die Grundlagen der Gender-Forschung nicht für die Vertreter der Gender-Ideologie selbst. Alle anderen sind konstruiert, nur nicht sie selbst. Wenn alles nur Konstrukt ist, dann ist es auch die Vorstellung von Gender bei den Gender-Vertreterinnen. Woher kommt denn dieses (selbst-)zerstörerische Konstrukt bei den Gender-VertreterInnen*?

  2. Alexander meint:

    Man ist versucht, der Dame im Jugendslang zu entgegnen: „Du Opfer!“

  3. Tim-Christian meint:

    Schön auch der Satz: „Ich frage mich schon, ob man die Büchse der Pandora öffnet, wenn man politisch offener diskutiert.“ Typisch für die politische und kirchliche Linke: So lange basisdemokratisch und synodal, bis sich herausstellt, dass die Mehrheit die eigenen Ansichten nicht teilt. Dann gehört sie erstmal ordentlich erzogen, bevor erneut diskutiert und abgestimmt werden darf.

  4. Schandor meint:

    Die linken Monster wissen, dass man durch und mit Sprache manipuliert.

    So hat man auch das Geschlecht neu besetzt.

    Was passiert eigentlich, wenn die Gender-Anbeter und die Islamisten aufeinandertreffen?

  5. Tim-Christian meint:

    @Schandor

    Das frage ich mich auch seit geraumer Zeit. Vermutlich setzen sich die Islamisten durch; die kriegen nämlich mehr Kinder als Transfrauen mit Sternchen … 😉

  6. Peter Friedrich meint:

    Man muß dem TheoBlog dankbar dafür sein, daß er die so wichtige Stellungnahme von Ruth Hess aus der TAZ auch hier veröffentlicht.
    Wie nötig das ist, läßt sich an den Bemerkungen hier dazu ablesen. Man will das Thema nicht verstehen, kann es nicht verstehen oder schüttet einfach mal so seine hämische Menschenverachtung aus.

  7. @Peter Friedrich: Wir werden es Ihnen nicht verbieten, uns das Konzept des GM zu erklären. Gelegenheiten dazu hatten Sie ja schon viele. Wir warten noch.

    Liebe Grüße, Ron

  8. Schandor meint:

    @Tim-Christian

    LOL 🙂

    Ja, vermutlich!

    @PeterIn Friedx

    Ja, wir hören immer wieder gern mal was Neues hiezu; ich persönlich bin mit Gabriele Kubys Buch eingestiegen – da wird einem angst und bang vor den MenschenabschafferInnen.

  9. Peter Friedrich meint:

    Hallo Ron,

    ich hatte mich glaube ich nicht als Fachexperte für die Genderforschung präsentiert? Empfehlenswert scheint mir hierfür besonders Andreas Kemper https://www.facebook.com/andreaskemper63/?fref=ts# , jedenfalls könnte man dort nach Einzelheiten fragen bzw. wo man gewünschte Informationen herbekommt.
    Ich bin übrigens kein bedingungsloser Anhänger sämtlicher emanzipatorischer Bewegungen, halte manche Entwicklungen dort für sehr bedenklich.
    Kürzlich spekulierte eine Feministin von künstlichen Gebärmüttern, also Maschinen, in denen eine künstlich befruchtete Eizelle ausgebrütet werden soll, bis sie dann einen Menschen gebiert. Offen stehe ich dazu, daß ich den Aufschrei und das entschiedene Nein zu derartig kranken Ideen bei einigen Leuten vermißt habe. Ich nehme hier einen offenen Dissens in Kauf, so etwas werde ich nie befürworten.
    Ebenso sehe ich die Gefahr des Ausuferns im Leihmuttergeschäft. Wenn ein schwules Paar eines der weltweit unzähligen notleidenden Kinder adoptiert, so ist das eine wunderbare Sache, zum Gewinn für alle Beteiligten. Insofern sollte man doch auf das Austragenlassen des Kindes von einer fremden Frau, der man dieses Kind nach der Geburt sogleich wegnimmt, soweit wie möglich verzichten.
    Solche extremen Ausreisser und Aussetzer ändern nichts an der grundsätzlichen Notwendigkeit einer Forschung zur Emanzipation im Geschlechterbereich, ja, von Minderheiten schlechthin. Wie sehr manche Menschen leiden, bekommen wir oft gar nicht mit, denn „Die im Dunkeln sieht man nicht“, wie es Bertold Brecht mit seinem Jahrhundertsatz formulierte.

    @Schandor: Man muß immer sofort und alles voll und ganz glauben, was Kuby erzählt.

    Schöne Grüße

  10. Gassenreh meint:

    Allerdings ist bei weiterer gender-ideologischer Gleichmacherei zu erwarten, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden. Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows, Sexting usw.)
    Gefahr: Frau wird zur Ware (Leihmutter, Eizellenlieferantin, Prostitution usw.) und – wie in einem kürzlich mit Mehrheit akzeptierten EU-Zwischenbericht (NOICHL-Bericht) betont – zu „Humankapital“, dessen „umfassende Nutzung“ geboten sei. Ohne aus medizinischer Sicht auf gravierende Probleme und Gefahren näher einzugehen, wird sogar mit einer erschreckenden ökonomisch , feministischen Denkweise neuerdings von einer Fortpflanzungsindustrie gesprochen mit Eizellabgabe, Eizellenarbeiterinnen, Uterusverleih und Reproduktionstourismus.
    Die Überredungs-Ideologie, dass Gleichberechtigung nur durch Aufhebung der Geschlechtrollenunterschiede möglich sei, kann bei Frauen mit den anderen selbst erlebten motivationalen Grundlagen zu inneren Konflikten und damit zu Depression und anderen ernsthaften psychischen Problemen führen [Moulton, 1977]
    Siehe auch in den hierzulande weitgehend unbekannten Studien z. B. von Prof. Annica Dahlström, Uni Göteborg: Innerhalb der letzten 15 – 20 Jahre einen Anstieg psychischer Erkrankungen bei schwedischen Mädchen um 1000 Prozent, Depressionen um 500 Prozent; Suizidrate finnischer Mädchen ist die höchste in Europa
    Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4)

  11. Schandor meint:

    Es geht ja schon seit Jahren nicht mehr um Information oder Wahrheit.
    Sondern um die effektive Aussübung von Macht wider besseres Wissen.

  12. Gast2 meint:

    Es geht ja schon seit Jahren nicht mehr um Information oder Wahrheit.
    Sondern um die effektive Ausübung von Macht wider besseres Wissen.

    Richtig, Schandor. Nur das „wider besseres Wissen“ würde ich nicht allen unterstellen wollen. Ein tieferes Hinterfragen wird ja regelmäßig erfolgreich verhindert durch emotionale Keulen wie „schüttet einfach mal so seine hämische Menschenverachtung aus“. Dabei gibt es kaum etwas, was menschenverachtender ist, als diese Ideologie, die den Menschen zum gesellschaftlichen Konstrukt, zur Maschine erklärt – und wohlgemerkt: immer nur die anderen Menschen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*