Twitter- und Facebook-Theologie

Geistliche nutzen den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter (Gezwitscher) vor allem dazu, sich über Sport auszutauschen. Dagegen seien Fürbitte oder Gebete um Gottes Hilfe in einer schwierigen Situation kaum zu finden, meldet die Nachrichtenagentur idea mit Verweis auf einen Beitrag, den Scot McKnight für das Online-Magazin Out of Ur geschrieben hat. McKnight sagt dort:

Pastors tweet quotes from their reading, and inform us of what they are reading. Sunday tweets tend to be gratitude tweets. We also regularly discover who is meeting with whom (and the »whom« is always a notch above the »who«), or where someone is traveling. We hear about accomplishments but almost never any failures or disappointments, making the Twitter world largely a happy face community.

Meiner Erfahrung mit Twitter und Facebook entspricht das nicht. Ich entdecke bei meinen Twitter-Partnern häufig Verweise auf geistliche Texte und Anliegen. Zudem fände ich es furchtbar, wenn so öffentliche Medienkanäle wie Twitter oder Facebook für den regelmäßigen Austausch von Gebetsanliegen, Sündenbekenntnissen oder Leidensgeschichten genutzt werden würden. Erstens klärt man solche Dinge nicht über Kurzbotschaften und zweitens ist hier die Achtung der Privatsphäre, wie sonst auch, geboten!

Nicht jedes Medium ist eben für jede Sache geeignet. Noch immer liebe ich Alan Jocobs Leitspruch:

Right now, and for the foreseeable future, the blogosphere is the friend of Information but the enemy of thought.

Kommentare

  1. Das Netz ist so groß, da ist für jeden etwas dabei, und gerade religiöse Randsiedler haben hier ein weites Feld zum Austoben. In der angelsächsichen Welt sind Blogs, soweit ich das überblicke, als Plattform der Gemeindearbeit und der „Mission“ ziemlich beliebt: einfach, effizient, aktuell, persönlich.

    Ich halte das, was das Zitat von Alan Jocobs sagt, schlicht für falsch, allemal, wenn in absehbarer Zeit die Lesegeräte noch besser werden und man nicht vor dem Bildschirm hocken muss, um Blogs zu verfolgen.

  2. Johannes Strehle meint:

    Ein guter Spruch von Alan Jacobs.
    Ich setze aber weiter auf Denkanstöße durch TheoBlog.

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