Überforderte Doppelverdiener

Der Mann schafft das Geld ran, die Frau kümmert sich um Kind und Haushalt – die Zeiten sind vorbei? Von wegen! Paare mit Kindern sind einer Studie zufolge zufriedener, wenn der Mann arbeiten geht und die Frau nicht. Doppelverdiener-Familien leiden aus mehreren Gründen.

Corinna Nohn schreibt:

Junge Frauen und Männer gehen heute selbstverständlich davon aus, dass sie in Beruf und Partnerschaft gleiche Chancen und Rechte haben, und sie wollen sich die Arbeit teilen. Aber die, denen das gelingt, werden oft unglücklich: Denn Frauen, die nicht arbeiten, sind zufriedener mit ihrem Leben als erwerbstätige Frauen. Und Eltern, die beide gleichermaßen arbeiten und sich um Kind und Haushalt kümmern, sind unzufriedener als solche, die traditionellen Rollenmustern mit einem männlichen Hauptverdiener folgen.

Das geht aus einer Studie des Roman-Herzog-Instituts hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt und sich der Frage widmet: »Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?« Das Institut wird von den bayerischen Arbeitgeberverbänden getragen.

Die Familienökonomin Susanne Seyda vom Institut für Wirtschaft in Köln, die an der Studie mitgewirkt hat, sagt: »Die Unzufriedenheit erwerbstätiger Frauen hat mich auch sehr überrascht.« Denn bei Männern ist es genau andersherum. Männer in egalitären Partnerschaften kreuzten auf die Frage »Wie zufrieden sind Sie, gegenwärtig, alles in allem, mit Ihrem Leben?« auf einer Skala von eins bis zehn niedrigere Werte an als Väter im Alleinverdiener-Modell.

Mehr: www.sueddeutsche.de.

Kommentare

  1. Johannes G. meint:

    Die Frage ist aber auch, ob man es sich „leisten“ kann, dass nur ein Partner arbeitet. Ich persönlich kenne aus meinem Freundeskreis (zwischen 30 und 40) kaum jemanden, der komplett im Alleingang z.B. ein Eigenheim finanzieren, eine mehrköpfige Familie ernähren und für eine gute Ausbildung der Kinder sorgen kann. Und ich spreche hier hauptsächlich von Akademikern mit Festanstellung in der Industrie innerhalb von BaWü…

    Liebe Grüße
    Jo

  2. Nun, die Ansprüche sind auch sehr viel höher, als noch früher. Das es allerdings fast schon ein Automatismus zu sein scheint, den höheren Lebensstandard der Mehr-Zeit für Familie und Kinder vorzuziehen, finde ich bedenklich. Mir scheint, dass oft Dinge als „Muss“ anerkannt sind, die eben kein „Muss“ sind, ein Eigenheim z.B., das zweite oder größere Auto etc. etc.

  3. Ich will auch nicht ausschließen, dass dieser Lebensstil gewollt ist, um die Steuereinnahmen in die Höhe zu treiben.
    Liebe Grüße, Ron

  4. Also sagen wir mal so. Ich wäre froh wenn meine Frau arbeiten könnte. Sie muss aber zu Hause bleiben wegen unseren Kindern. Nun ja, Kinder Eigentum etc. pp verpflichtet. Aber wir bekommen das so hin! Klar wäre es einfacher wenn beide Geld verdienen aber meist ist der Arbeitgeber nicht flexibel. 😀 Auch wenn man das immer vom Arbeitnehmer verlangt. Geht eben nicht mit Kindern. Da gibt es feste Termine.

  5. Johannes G. meint:

    Nun, die Ansprüche sind auch sehr viel höher, als noch früher. Das es allerdings fast schon ein Automatismus zu sein scheint, den höheren Lebensstandard der Mehr-Zeit für Familie und Kinder vorzuziehen, finde ich bedenklich. Mir scheint, dass oft Dinge als “Muss” anerkannt sind, die eben kein “Muss” sind, ein Eigenheim z.B., das zweite oder größere Auto etc. etc.

    Dem kann ich so pauschal nicht zustimmen (je nachdem, was genau du mit „früher“ meinst). Meine Frau und ich haben z.B. einen geringeren Lebensstandard als unsere Eltern – obwohl wir zur Zeit noch beide! nicht gerade „schlecht“ verdienen. Wir haben nur ein kleines Auto, obwohl wir beide zur Arbeit müssen, machen deutlich „günstiger“ Urlaub (wenn überhaupt) etc.

    Mein Vater hat als Alleinverdiener in den 80ern mit zwei bis drei Kindern nach ca. 10 Jahren eine Doppelhaushälfte abbezahlt. Ich rechne damit, dass wir unser deutlich kleineres Reihenhaus bis zur Rente abbezahlt haben. Ehrlich gesagt sehe ich beim Großteil meiner Umgebung das gleiche Bild: Der Lebensstandard sinkt eher, obwohl der „Aufwand“ dafür stetig steigt…

    Ein Eigenheim halte ich übrigens nicht für „Luxus“, sondern das ist meine Altersvorsorge.

    Liebe Grüße
    Jo

  6. @Johannes: Kann ich genau so unterschreiben!

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