Um Gottes willen!

Wolf Schmidt, Redakteur im Inlands-Ressort der taz, hat die Evangelikalen »auf’s Korn« genommen. Seiner Meinung nach kämpfen sie gegen Emanzipation und Evolutionslehre, Pornografie, Homosexualität und den Islam.

In den USA wird am Ende der Ära Bush ein Viertel der Bevölkerung den Evangelikalen zugerechnet, das wären mehr als 70 Millionen ultrakonservative Protestanten, die auf einer wörtlichen Auslegung der Bibel bestehen. Selbst der neue Präsident Barack Obama kommt offenbar nicht an ihnen vorbei: Bei seiner Amtseinsetzung am 20. Januar wird der evangelikale Pastor Rick Warren – ein erbitterter Gegner von Homoehe und Abtreibung – um Gottes Beistand bitten. In Deutschland dagegen haben sich die evangelikalen Christen lange abgeschottet und öffentlich wenig eingemischt – ganz im Sinne von Luthers Zwei-Reiche-Lehre, die politische Zurückhaltung nahe legt. Sie kuschelten sich in ihren frommen Ghettos ein, kritisierten selbst die Vertreter der Evangelikalen die eigenen Schäfchen immer wieder. Inzwischen ist aber von politischer Zurückhaltung nichts mehr zu spüren. Wenn von diesem Sonntag an rund 350.000 deutsche Evangelikale an ihrer jährlichen Gebetswoche teilnehmen, beten sie auch »für Christen in Schlüsselpositionen von Politik, Kultur, Medien und Wirtschaft«; »für unsere Regierung im Land bei der Beurteilung des Islam«; und dafür, »dass unser Land und die Gesellschaft wieder mehr von christlichen Werten und der christlichen Botschaft geprägt werden«.

Hier der ganze Artikel: www.taz.de, der übrigens auf der Seite der taz kommentiert werden darf.

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