USA berufen Diplomaten für LGBT-Rechte

US-Präsident Barack Obama und sein Außenminister John Kerry haben mit  Randy Berry einen diplomatischen Sondergesandten für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen (LGBT’s) in aller Welt berufen. Außenminister Kerry erklärte:

„Die Verteidigung und Förderung der Menschenrechte von LGBT-Personen gehört zum Kern unserer Verpflichtung, Menschenrechte weltweit voranzutreiben, sie gehört zum Herzen und Gewissen unserer Diplomatie.“

Das Weiße Haus hatte bereits früher in diesem Jahr den Schutz der Menschenrechte für LGBT-Menschen in seine nationale Sicherheitsstrategie aufgenommen. Kürzlich hatte Bischof Emmanuel Badejo in Nigeria seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass die USA ihre Unterstützung bei der Bekämpfung der Terrororganisation Boko Haram an eine Übernahme der Sexualethik des Weißen Hauses geknüpft haben.

Inzwischen ist zudem bekannt geworden, dass Barak Obama mit einer Berufung auf seinen christlichen Glauben die Öffentlichkeit gezielt belogen hat, als er 2008 gegen die gleichgeschlechtliche Ehe Stellung bezog. Damals teilte er Rick Warren mit, dass für ihn als Christen die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau sei. David Axelrod, der ehemalige Wahlkampfstratege Obamas, hat nun erklärt, dass Obama dieses Bekenntnis aus rein taktischen Gründen aussprach, um mittelfristig eine neue Leitkultur einzuführen.

Hier die Meldung zur Berufung des Sondergesandten: www.bostonglobe.com.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Was? Ein amerikanischer Präsident soll aus opportunistischen Gründen ––– gelogen haben?

    Also nein, eine solche Behauptung geht mir jetzt zu weit.

    Ich bin schwer enttäuscht, und das ist gut so!

  2. Alexander meint:

    Wieso eigentlich nur der Einsatz für LGBTler? Wir sind doch mittlerweile schon bei LGBTTQQFAGPBDSM. Nicht mehr lange, dann haben wir das gesamte Alphabet zweimal durch.

  3. Ich als Schwuler und Christ gehörte jahrelang zu den extremistischen Hardcore-Christen, die gelebte Homosexualität ablehnen und auch den Rauswurf aus der Gemeinde befürworten, wenn Schwule und Lesben nicht von ihrem Lebenswandel ablassen wollen.

    Heute bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es in „Gottes Familie“ nicht doch auch einen Platz für mich und alle anderen homo- oder bisexuellen Christen gibt vor dem Hintergrund, als Mann mit einem Mann und als Frau mit einer Frau das Leben zu teilen. Ich habe schon Geschwister dazu befragt. Einige haben sich echt Mühe gegeben und sich Zeit genommen. Letztlich werden meine Zweifel aber trotzdem immer größer. Das beschämt mich insofern, weil ich eben immer so extrem hart gegen Homosexualität vorgegangen bin, jetzt aber selbst irgendwie zurückfalle …

    Die Zeit wird zeigen, was am Ende dabei herauskommen wird mit mir und meinem christlichen Freundeskreis (der zum Großteil gelebte Homosexualität nicht dulden würde) …

  4. @Chris: Der biblische Befund bzgl. Homosexualität ist eindeutig: Sowohl das AT als auch NT verurteilen sie ausnahmslos. Im AT stand unter praktizierter Homosexualität sogar die Todesstrafe und es war in der Kirchengeschichte eigentlich immer Konsens (!!!), dass diese bei einer solchen Straftat (!) auch vollzogen werden sollte. In 1Kor 6,9-10 heißt es sogar ausdrücklich, dass praktizierende Homosexuelle das Reich Gottes nicht ererben werden! Wie kriegst Du das mit Deiner intellektuellen Redlichkeit hin, gleichzeitig (!) Christ und Homosexueller sein zu wollen? Wäre es nicht ehrlicher, das eine zu sein und das andere nicht? Homosexualität ist ja eine Weltanschauung, die der christlichen Weltanschauung diametral entgegen steht! Du bist vollkommen inkonsequent!

  5. Schandor meint:

    @der Calvin

    Sagte Chris nicht, dass er gelebte Homosexualität ablehnt? Wollen wir Gott bitten, ihn in seiner Qual zu helfen? Wenn man Deinen Kommentar liest, hat man den Eindruck, Du möchtest einen Bruder lieber … ? Wo sagt Chris, er wolle homosexuell sein, wie Du in Deinem Beitrag ausdrücklich schreibst? Für mich klingt Chris’ Kommentar eher wie ein verdeckter Hilferuf. Im Übrigen kann ich Dir versichern, dass mir jemand glaubhaft versichert hat, er „emfpinde“ so, seit er denken kann – das kann man sich dann offenbar nicht einfach „ausreißen“ oder sich „umentscheiden“. Vielleicht ist es doch nicht einfach nur eine „Weltanschauung“, wie Du es bezeichnest? Was, wenn es mit der Person verwoben ist? Soll man nicht zwischen Person und Werk trennen? Die Person nicht verurteilen, sondern nur das Werk? Schließ lieber niemand vorschnell vom Reich Gottes aus – es scheint nämlich, als habe Gottes Gegenspieler derzeit bei uns mehr Abonennten (zu YT-deutsch: „Follower“) als Gott selbst. Aber Gott wird sich auch in unserer Zeit 7000 Seelen übriglassen, die ihre Knie vor dem Baal der Selbstvergottung nicht beugen, und vielleicht steht Chris da einst neben dir?

  6. @Calvin:

    Genau solche Menschen wie Du sind es, die mich neben einigen anderen Gründen wieder mehr und mehr zweifeln lassen. Deine erschütternde Unwissenheit und Leichtigkeit, mit der Du fordernd Fragen, deren Antworten Du anscheinend schon kennst, stellst und zugleich (vor-) verurteilst, ohne mich zu kennen – all das trägt dazu bei, warum ich wieder zweifel.

    Ich habe keine „homosexuelle Weltanschauung“, weil es eine solche schlichtweg nicht gibt. Ich bin so homosexuell, wie Du es in heterosexueller Art bist – da gibt es keinerlei Unterschiede mit Ausnahme der Gleichgeschlechtlichkeit. Kannst Du Deine Heterosexualität abtrainieren? Kannst Du Deine Heterosexualität unterdrücken, überwinden, ausschalten, ab- und anschalten, wie es Dir gefällt? Kannst Du wechseln zwischen „Bi“, „Homo“ und „Hetero“? Kannst Du das? – Wenn nicht, dann solltest Du Deinen Mund halten und schweigen, weil es müßig ist, auch nur ein Wort in dieser Hinsicht zu verlieren! Du bist ein Blinder, der mir, der ich sehen kann, sagen will, wie wundervoll die Farbenpracht eines Sonnenuntergangs im Frühling sein kann!

    Was die Gesetze aus dem Altem Testament betrifft, so gehen sie mich als Heidenchrist insofern nichts an, weil sie ausschließlich den Kindern Israel galten, nicht den Gojim, also den Heiden oder Nationen. Ich bin kein Jude, auch kein Jude, der sich zu Christus bekehrt hat. Ich bin aus den Nationen, ein Heidenchrist. Lies mal im Neuen Testament, was über das Gesetz steht und warum wir uns ihm nicht (wieder) unterwerfen sollen.

    Natürlich ist mir klar, daß man DENNOCH an diesen Bibelstellen sehen kann, wie eindringlich und ernst etwas vor Gott ist, denn ich habe jene Stellen aus dem Alten Testament selbst ziemlich oft zitiert. Ich weiß zudem, daß AUCH im Neuen Testament gleichgeschlechtlicher Sex verurteilend erwähnt wird. Auch hier habe ich jene Stellen oft selbst zitiert.

    Ich werde mich aber jetzt nicht auf eine solche Diskussion einlassen, weil ich es auch einfach ermüdend fände. Ich als Christ weiß nur eins: Ich bin nicht der erste, der den Stein auf den Ehebrecher, den Schwulen, die Hure, den Unzüchtigen oder den Dieb wirft. Und bitte sei auch so ehrlich, bei allem anderen, was im Alten Testament steht, so konsequent zu sein, wenn Du es für „richtig“ hältst, daß es „kirchengeschichtlich Konsens“ war, Menschen wie mich zu töten, denn im Alten Testament steht auch, daß Geschlechtsverkehr während der Woche nach dem Einsetzen der Menstruation mit dem Tode bestraft wird; daß Frauen, die vor der Heirat ihre Jungfräulichkeit verloren hatten, gesteinigt wurden; daß Sperma und Menstruationsblut laut Gesetz einen Tag bzw. eine Woche unrein machten; daß das mosaische Gesetz die Scheidung erlaubt und so weiter und so fort … Welcher Christ hält sich daran? Du?

    (Kirchengeschichtlich interessiert mich das Thema so oder so weniger, da ich es auch für unzulässig halte, mich hier auf die „Tradition“ irgendwelcher Kirchen zu berufen, denn institutionalisierter Glaube in Form von den bekannten großen Kirchen in der Welt war auch immer mit sehr viel Ideologie, Unrecht und manipulativer Machtgeilheit verbunden bis hin zu einer völligen Verdrehung biblischer Wahrheiten. Man muß da nur mal an den Ablaßhandel und ähnliches denken.)

    Schandor hat recht, denn im Grunde „kreische“ ich um Hilfe. Das Tragische ist, daß es keine Hilfe gibt. Ich bin nicht erst seit gestern Christ und habe seit bestimmt 10 Jahren damit zu kämpfen. Ich weiß, welches „Pro“ und welches „Kontra“ es gibt in Diskussionen. Ich weiß, was liebe Christen, die „dafür“ oder „dagegen“ sind, mir in Gesprächen sagen und in Foren oder E-Mails schreiben. Ich weiß, was netterweise, aber doch vergeblich für mich in Fürbitten „heruntergebetet“ wird. Ich weiß, welche Christen mich hassen oder lieben, je nach dem, ob ich ein „guter enthaltsamer Schwuler“ bin oder einer, der sein Empfinden lebt. Ich weiß, was ich stundenlang, jahrelang zu Gott gebetet habe, heute bete und noch beten werde. Ich weiß das alles. Es gibt aber keine Hilfe. So ist das halt.

    Wenn Du, „Calvin“, wissen möchtest, wie ich all das noch vor Wochen und Monaten erlebt und gesehen habe, dann kannst Du folgenden Artikel lesen, den ich in Zusammenarbeit mit einer Journalistin der „IdeaSpektrum“ für das christliche Jugendmagazin „Idealisten“ geschrieben habe. „Idealisten“ lag, glaube ich, im Dezember 2013 als gedruckte Ausgabe dem christlichen Magazin „IdeaSpektrum“ bei. In dem Artikel kannst Du lesen, wie entschieden ich damals gegen Homosexualität war und wie (vermeintlich?) glücklich ich war … Artikel: http://www.idealisten.net/beitrag/article/liebt-mich-auch-wenn-ich-anders-bin.html

  7. @Chris: Danke für Deine Antwort. Bitte erlaube mir, ebenfalls wie Du sehr direkt und ehrlich zu schreiben.

    Ich kann meine „Heterosexualität [nicht] unterdrücken, überwinden, ausschalten“, aus dem einfachen Grunde, weil ich von der heterosexuellen Weltanschauung absolut überzeugt bin! Wahrscheinlich (und hoffentlich) kann mich niemand jemals davon überzeugen, dass die heterosexuelle Weltanschauung falsch ist. Oder kannst Du mir Bibelstellen gegen die heterosexuelle Weltanschauung nennen? Die homosexuelle Weltanschauung ist dagegen falsch! Das Problem ist nur, dass Du davon noch nicht völlig überzeugt zu sein scheinst! Solange das nicht der Fall ist, wird sich Dein Problem auch nicht lösen. Anders gesagt: Es gibt hier ein verstandesmäßiges Problem, d. h., ein Problem des (falschen) Denkens. Du denkst falsch! Du hast falsche Überzeugungen! Daraus erst resultieren dann entsprechende Handlungen.

    So, und die Sache ist nun die, dass Du auch beanspruchst, Christ zu sein. Also musst Du Dir die Frage gefallen lassen, ob Du auch wirklich glaubst, was in der Bibel steht. Das gebietet die intellektuelle Redlichkeit! Wenn Du nicht (alles) glaubst, was in der Bibel steht, dann musst Du Dir die Frage gefallen lassen, warum bzw. ob Du noch Christ bist bzw. sein kannst! (Jemand der beansprucht Muslim zu sein, aber z. B. nicht an einen Gott glaubt, muss sich auch die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt Muslim ist.) Leider habe ich von Dir da kein Argument gehört.

    Du weißt sicher, was Jesus in der Bergpredigt sagt: “ Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!“ (Mt 5,17-20).

    Dir wird ebenfalls bekannt sein, dass Jesus sagt: „Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,28). Hier geht es also schon um das Denken. Es ist falsch, jemanden zu begehren, mit dem man nicht verheiratet ist. Dass Jesus direkt in dem Zusammenhang von der Hölle droht, dürfte Dir auch klar sein.

    Übrigens schreibt Paulus in 1Kor 6,11: „Und solche [also z. B. Homosexuelle] sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“ Paulus schreibt also, dass es Ex-Homosexuelle gibt.

    Lass es mich anders formulieren: Wie ließe sich Deine These falsifizieren? Wenn Du diese Frage nicht beantworten kannst, dann musst Du Dir den Vorwurf gefallen lassen, dass Du Dich gegen Kritik immunisierst.

    Wie ließe sich meine These falsifizieren? Anhand der Bibel!

    Bin gespannt auf Deine Antwort!

  8. Schandor meint:

    @der Calvin

    Darf ich eine kurze Zwischenfrage stellen? Auf welche Art und Weise müsste denn unsere Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer „weit“ übertreffen, damit wir ins Reich der Himmel eingehen? Was, wenn das Umdenken von Homosexualität nach Heterosexualität nicht klappt? Pech gehabt?

    Achtung: Meine Frage ist ernst gemeint und echt – dahinter verbirgt sich nicht etwa eine Fangfrage! Mich würde einfach (falls Du möchtest, natürlich nur) interessieren, wie Du darüber denkst.

  9. Hallo Schandor!
    „Auf welche Art und Weise müsste denn unsere Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer “weit” übertreffen, damit wir ins Reich der Himmel eingehen?“
    Vielleicht die Gerechtigkeit, die uns durch Christus verliehen wird? Die uns also zugerechnet wird?

    vg
    Peter

  10. Schandor meint:

    @Peter

    Bingo! 😉

  11. Da 1Kor 6:11 Leute miteinschließt, die gerade in Hurerei leben, zeigt dieser Vers, dass es Ex-Hurer (oder Ex-Trinker oder Ex-Habsüchtige oder Ex-Lästermäuler oder..) oder auch Ex-Gays gibt, die in ihre alten Verhaltenmuster zurückfallen, aber trotzdem gereinigte, geheiligte, gerechtfertigte KInder Gottes bleiben – aus der Sicht Gottes und damit auf der ontologischen Ebene. Sünder (auf der ontologischen Ebene) sündigen. Kinder Gottes sündigen aber auch. Deshalb ist das, was für uns uns erkennbar ist, nämlich das Verhalten, kein hinreichendes Unterscheidungskriterium (und deshalb sollen wir auch das Verurteilen demjenigen überlassen, dem allein die ontologische EBene zugänglich ist). Weil Paulus also nicht wissen konnte, ob das Gemeindemitglied, um das es damals ging, wirklich Gotteskind war oder ob dessen Verhalten dessen Identität widerspiegelte, es also (bisher) Mitläufer/Heuchler war, und weil der Fall von der Gemeinde offiziell wohl als Beispiel für christliche Freiheit dargestellt (und damit propagiert) wurde (vgl. Kap 5:1f), musste Paulus als Seelsorger und als Gemeindeverantwortlicher die schwerstmöglichen Geschütze auffahren, das die Wahrheit als Gesetz predigen, nämlich um die Etablierung eines falschen Vorbildes rückgängig zu machen und die Person zur Buße zu bewegen. Wie Paulus (und/oder andere) diese Person seelsorgerlich begleitet und von der SÜnde weggeführt hat, ist nicht Thema und wird nicht berichtet (nur dass es geklappt hat (vgl. 2Kor 2:6ff)). Aber ich vermute, dass jene Identitätsvergewisserung, -stärkung Grundlage dafür war: Du bist und bleibst ein geliebtes, makelloses Kind Gottes aufgrund von Jesu Werk, Gottes Gnade. Und welches Denken, Verhalten, Fühlen passt dazu, und welches nicht, wofür bist du geschaffen und was wird Gott in Dir vollenden? Und wie kannst Du auf der Grundlage von Gottes völliger Liebe, Vergebung und Annahme die Prägungen des Falls in Dir verändern und mit den Setzungen des Falls in Dir und Rückschlägen so umgehen, dass der Satan nicht pro Erfolg mehrmals jubeln kann?

    Ich möchte übrigens anmerken, dass „Lästern“ hier nicht Gotteslästerung meint, sondern zwischenmenschliches Lästern, Verleumden, Beleidigen. Es dürfte nicht viele geben, die hier nicht schuldig geworden sind, schon allein weil es dabei ja zu einem sehr großen Teil davon abhängt, wie das Gegenüber es wahrnimmt. Und insbesondere im Ringen (um nicht zu sagen: Kampf) um die wahre Lehre und das entsprechende Verhalten (was ja auch richtig, wichtig und geboten ist) steht man doch sehr in Gefahr, dessen schuldig zu werden – ich würde sogar sagen (aus eigener Erfahrung), dass Leute (und vor allem testosteron geprägte Männer), denen die Wahrheit wichtig ist, auch oft einen solchen Charakterzug haben, schon allein weil sie sachorientiert sind, nicht personenorientiert. Ich würde jedenfalls die These aufstellen, dass in der großen Mehrheit der Fälle, in denen diese Verse auf eine konkrete homosexuelle Person angewandt wurden, der Anredende sich dieser Sünde hier schuldig macht und damit mit seiner Theologie selbst verdammt. Denn erstens lockt einen der Wahrheitseifer wie gesagt schnell in die Unfreundlichkeit, zweitens ist es für den Angeredeten oft ein sehr persönliches, mit der Identität verwobenes Thema mit entsprechender hohen Sensibilität und drittens dürften sehr oft (wie im Kontext von 1Kor) ontologische Kinder Gottes angeredet werden, sodass auch ganz objektiv eine Verleumdung und damit Beleidigung vorliegt.

    Andererseits muss ich SChandor und Peter widersprechen. Sowohl die Verse davor als auch die ganze Bergpredigt schließen die zugerechnete Gerechtigkeit aus – es geht hier tatsächlich um das Verhalten des Menschen. Nur die den Willen des Vaters tun (vgl. 7:21) = Gerecht sind, werden groß sein = hineingehen in das Himmelreich. Und der Wille Gottes, um den es hier geht und den die Pharisäer schuldig geblieben sind (vgl. 9:13; 12:17, 23:23), ist die unbedingte tätige Liebe/Barmherzigkeit im zwischenmenschlichen Bereich, die der Liebe Gottes entspricht (vgl. V. 46ff, in V. 47 wird V. 20 wideraufgegriffen: wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr ÜBERRAGENDES/WEIT ÜBERTREFFENDES)), und den Forderungen von Gesetz und Propheten (vgl. Goldene Regel 7:12).

    Diese Gerechtigkeit ist in diesem Leben immer unvollständig – es gibt sie nur im Modus des Danach Hungern und Dürstens mit Sättigung erst durch Gott im Reich der HImmel (5:6), und es geht dabei nicht um einen Wohlstandsfettleibigen, der seinen 10. Bürger will, also Hungern auf hohem Niveau, sondern um tatsächliche Armut (Arm im Geist 5:3). Aber sie ist unverlierbar, denn wer sie, auch trotz (anderer) von Gott geforderter Werke, nicht hat, der hatte sie nie (Jesus hat solche nie gekannt 7:23).

    Diese Gerechtigkeit wächst als Frucht (7:16ff) aus dem neuen, von Gott geschenkten Leben, ist nichts anderes als der Lebensvollzug des neuen Lebens. Leben muss sich immer vollziehen, und neues Leben von Gott spiegelt das Wesen des Vaters wider (5:48). Die Quelle dessen wird aber nicht expliziert. Vgl. jedoch grundlegend die Evangeliumspredigt Jesu als Vorzeichen, die auf ja auf Glauben zielt, sowie zB 9:22: Dein Glaube hat dich in den Zustand des Heils versetzt (Perfekt sozein, nicht das übliche Wort für gesundwerden/machen)

  12. Andreas meint:

    Hallo Chris,
    danke für Deine offenen Worte. Deinen Beitrag in idealisten.net hatte ich früher gelesen und mich sehr darüber gefreut.
    Ich finde es schade, dass zur Zeit die Anfechtungen, wie Du schreibst, wieder überwiegen. Aber generell gesprochen möchte ich Dich ermutigen: halte durch! Es geht Gott nicht um Deine Perfektion, aber darum, dass Du ihm weiter vertraust.
    Was ist uns letztlich nur verheißen? Das Leben ist ein Jammertal, wie Luther es sagte. Wer nicht verheiratet ist, muss sich enthalten, das gleiche gilt für heterosexuelle unverheiratete Menschen. Das kann – gerade in einer Zeit, wo Internet, Hollywood etc. viele visuelle Versuchungen bereithalten, die das „Fleisch“ anstacheln – sehr schwierig sein.
    Was hilft, ist immer neu morgens Kraft bei Gott zu suchen. Dies hilft zum Blickwechsel und zur Perspektive: Wenn ich nur dich habe, frage ich nichts nach Himmel und Erde (Ps. 73, 25).

    Vielleicht ein gutes Rezept gegen „Klagen“: wenn man mal wieder in Klagelaune ist: mal eine Woche regelmäßige Zeit mit Gott, und „fasten“ von der Sünde (auch kein Fernsehen etc.) – und dann schauen, wie die Stimmung ist.

    Jedenfalls wünsche ich Dir Kraft, weiter auf Jesus zu schauen. Es lohnt sich!

  13. Andreas meint:

    @Chris,
    noch etwas: Paulus klagt in Phil. 2,21: „Denn sie suchen alle das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist.“
    Er sagt damit: eigentlich ist die richtige Einstellung, alle Ansprüche aufzugeben (auch die auf sexuelle Erfüllung, sei es hetero- oder homosexueller Art), und sich vertrauend Jesus hinzugeben.

    Jeder von uns hat seine eigenen Anfechtungen und Entbehrungen, jeder im eigenen Bereich.
    Ich glaube, wenn man diese Einstellung hat (die Sache Christi suchen, nicht die eigene), ist manches (manche Entbehrung) einfacher zu ertragen. Es gehört dazu, sein Leben Christus GANZ anzuvertrauen.
    Ja, ohne die Einstellung ist sogar auf Dauer gar kein Christsein, keine Nachfolge, möglich!

    Es ist zwar schwierig, aber Paulus mahnt, dass wir das immer neu machen, uns Christus so hinzugeben.

    Noch etwas: unser Herr Jesus war auch unverheiratet, und Paulus auch – für beide war es ein Verzicht.

    Das „alle Dinge müssen zum besten dienen“ ist dann oft unverständlich, wenn wir eine rein DIESseitige Rechnung aufmachen: was ich HIER aufgebe, muss ich auch HIER in diesem Leben schon in gleicher Menge zurückbekommen. (Jetziger Verzicht auf Sex hieße dann, Gott muss mir in einigen Jahren umso bessere Möglichkeiten für Sex bringen etc.).
    Das geht natürlich oft nicht auf! Diese Rechnung geht nur auf im Blick auf das ewige Leben auf. Gott formt durch Entbehrungen unseren Charakter. Lassen wir das zu, so muss uns – trotz aller Rückfälle – alles doch zum besten dienen, dann, wenn wir prinzipiell an Christus und seinen Maßstäben festhalten. Dazu wünsche ich Dir – und jedem von uns – viel Segen.

  14. Schandor meint:

    @Jörg

    Dein Vortrag hat mir gefallen. So ist’s recht gesprochen!

    Doch dann machst Du einen Schwenk und stürzt – in vermeintlicher Verteidigungsabsicht der Schrift – andere wieder in die Verzweiflung:

    Sowohl die Verse davor als auch die ganze Bergpredigt schließen die zugerechnete Gerechtigkeit aus – es geht hier tatsächlich um das Verhalten des Menschen.

    1) Du lässt m.E. den Gesamtkontext des NT außer Acht, indem Du diese Stellen heraushebst.
    2) Du arbeitest damit Rom in die Hände (Werksgerechtigkeit)
    3) Erlösung gibt es also nur für die, die eigentlich keine brauchen, da sie gerecht handeln. Oder: Wer glaubt, muss (!) auch entsprechend handeln, da sonst sein Glaube tot ist.

    Wer, im Namen der Wahrheit, wird dann noch erlöst? Wovon brauchen wir denn Erlösung, wenn nicht davon, dass wir nicht nur nicht tun können, was wir wollen (Römer 7), sondern oft genug darunter leiden, dass wir nicht einmal wollen können, was wir sollen!?

    Zu 3: Ein „toter Glaube“ (Jakobus) ist nichts weiter als eine Metapher für „gar kein Glaube“. Dem Glauben wird es nie an „Werken“ mangeln, doch seine Werke werden immer mangelhaft bleiben.

    Zur Auflösung: Wer unter seiner Sünde leidet und an Christus glaubt, muss Christi Sinn haben. Sonst könnte er nicht an seiner Sünde leiden (d. h. an dem Umstand, dass das, was er tut, Sünde ist) – er ist erlösungsbedürftig und darf Zuflucht bei Jesus Christus suchen. Oder kennst Du jemand, der an seiner Sünde leidet (sagen wir: gelebte (!) Homosexualität), und zwar insofern, als das Sünde gegen Gott ist? Denn dass Homosexuelle unter ihrer Orientierung gelitten haben, weil sie damit in der Gesellschaft Probleme hatten, ist trivial. Dein Argument trifft irgendwie nicht recht, d. h. es ist unvollständig (aber nicht falsch, freilich). Vervollständige also 😉

  15. Hallo Andreas!

    Danke schön für Deine Worte!

    Viele Grüße
    Chris

  16. Als mich im Dezember des letzten Jahres Manuel Seibel – ein Christ, der in unseren Brüdergemeinden recht bekannt ist, weil er unter anderem als Prediger und Seelsorger im Dienst ist – in Frankfurt besucht hat, habe ich (sinngemäß) folgendes zu ihm gesagt: Wenn ich mit der gleichen Persönlichkeit, die ich heute habe, in der „alten Zeit“ gelebt hätte, wäre ich einer jener Christen gewesen, die mit ganzer Leidenschaft und voller Inbrunst Ketzer und andere auf dem Scheiterhaufen verbrannt haben.

    Heute weiß ich, daß ich mit solchen Taten Jesus Christus ins Gesicht gespuckt hätte, denn meine Aufgabe als Christ ist es ganz sicher nicht, anderen Menschen das Leben zu nehmen.

    Mit der gleichen Inbrunst und Leidenschaft habe ich bis vor kurzem einigen Menschen regelrecht die Hölle gewünscht, wenn sie es gewagt haben, Homosexualität vor Gott zu rechtfertigen und für gut zu erklären. Das beschämt mich sehr. Ich will niemanden auf den „Scheiterhaufen“ stellen. Ich will niemanden steinigen. (Als ich „Calvins“ Rückmeldung gelesen habe, mußte ich schmunzeln, weil mich zwar nicht alles, aber einiges, was er formuliert hat, an mich erinnert hat. Ich habe es auch immer gekonnt verstanden, manipulative Fragen zu stellen. Das will ich nicht mehr.)

    Das Hohelied der Liebe. Ich finde, daß es hier wunderschön vertont ist mit dem griechischen Originaltext. https://www.youtube.com/watch?v=4X3gWrby52I

  17. @Chris: Lieber Chris,

    Du bezeichnest solche, „die gelebte Homosexualität ablehnen und auch den Rauswurf aus der Gemeinde befürworten, wenn Schwule und Lesben nicht von ihrem Lebenswandel ablassen wollen“ als „[extremistische] Hardcore-Christen“. Auf meinen Kommentar antwortest Du: „Kannst Du Deine Heterosexualität abtrainieren? […] – Wenn nicht, dann solltest Du Deinen Mund halten und schweigen […] Du bist ein Blinder, der mir, der ich sehen kann, sagen will, wie wundervoll die Farbenpracht eines Sonnenuntergangs im Frühling sein kann!“

    Und nun behauptest Du noch, dass ich „manipulative Fragen“ stellen würde. Lieber Chris: Eines musst Du zugeben: Auch Du kannst ganz schön austeilen. Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich habe damit an sich kein Problem. Mein Punkt ist nur der: Du widersprichst Dich selbst! Du bist inkonsequent! Du hast Recht darin, dass ich nicht tolerant bin. Ich verurteile Homosexualität aufs Schärfste und ich trete dafür ein, dass gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr mit der Todesstrafe bestraft wird. Tolerant ist das nicht, okay! Aber ich habe auch nie behauptet, das zu sein! Du dagegen möchtest gerne tolerant sein, aber bist absolut intolerant gegen solche intoleranten Christen wie mich. Das ist inkonsequent! Würdest Du denn Christen wie mich in Deiner Gemeinde dulden?

    Aber ich möchte auf meine Ausgangsfrage zurückkommen: Wie ließe sich Deine These falsifizieren? Das ist keine Fangfrage, keine rhetorische Frage und auch nicht manipulativ. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man als Christ Homosexualität nicht 100 %ig ablehnen kann. Das geht mir einfach nicht in den Kopf! Der biblische Befund könnte doch gar nicht eindeutiger sein! Da Du aber eine andere Meinung hast, interessieren mich Deine Argumente. Ich bitte Dich daher, sie zu nennen. Natürlich bin ich von meiner Position absolut überzeugt – weil ich glaube, gute Argumente zu haben und dass es gute Gegenargumente gar nicht gibt (besonders, wenn man mit der Bibel argumentieren will). Wenn Du mir keine Gegenargumente nennst, bestätigst Du mich in meiner Haltung, dass es diese gar nicht gibt! Also: Warum bist Du kein „extremistischer Hardcore-Christ“ mehr? Welche Argumente haben Dich dazu bewogen?

  18. Schandor meint:

    Liebe Freunde,

    wie soll die Welt erkennen, Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat, mithin, dass ER ALLEIN ERLÖSEN kann? Wie soll sie das erkennen, wenn wir einander zerfleischen? Seht ihr denn nicht, dass der Feind längst in unserer Mitte ist???

    Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13,35)

  19. Schlotti meint:

    @der Calvin
    „Ich verurteile Homosexualität aufs Schärfste und ich trete dafür ein, dass gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr mit der Todesstrafe bestraft wird. “

    Ich muss zugeben, dass ich bei diesem Satz mehr als geschluckt habe, um nicht zu sagen entsetzt bin. Lieber „der Calvin“ dir sollte klar sein, dass du mit dieser Aussage nicht auf dem Boden der Schrift stehst, auf deren Grundlage du die ausgelebte Homosexualität ablehnst. Als Christen leben wir unter der alle Völker umfassenden Königsherrschaft Gottes, nicht mehr unter der Theokratie des Alten Testaments. Du beitreibst keine Biblische Theologie, die diesen wesentlichen Unterschied ernst nimmt. Damit kommst du zu Ergebnissen, die nicht nur falsch sind, sondern der Schrift vollkommen entgegenstehen!

    Die gelebte Homosexualität war, ist und wird bis zur Wiederkunft Jesu Sünde sein. Erst dann wird unser Herr die Sünde endgültig vernichten, ein Tag, auf den ich mich freue, ja den ich ersehne. Nicht weil ich homosexuell empfinde, sondern weil ich Sünder bin, gerettet allein durch Gottes Gnade, allein durch Christus, allein durch den Glauben, allein zur Ehre Gottes!

    Ich möchte ein kurzes, aber sehr weises Zitat von Philip Ryken schreiben, denn darin wird der heilsgeschichtliche Unterschied deutlich, den du missachtest. Er schreibt zu Lukas 7,36-50:
    „Diese Liebe Jesu soll bestimmen, wie wir dem Mädchen in der Schule begegnen, die im Ruf steht mit jedem zu schlafen, dem Crack- und Kokainabhängigen Obdachlosen, dem offen Homosexuell lebenden Paar, in unserem Wohnhaus, dem Häftling, mit der gewalttätigen Vergangenheit, dem Familienmitglied, das das Evangelium verachtet … Die Liebe Christi leitet uns, Beziehungen mit den offensichtlichen Sündern einzugehen, die wir kennen.“

  20. @schlotti: Danke!

    Liebe Grüße, Ron

Deine Meinung ist uns wichtig

*