USA: Mehr Muslime und Mormonen, weniger Christen

Ein unerwarteter Anstieg der Zahl der Muslime und Mormonen in den USA verblüfft die Forscher. Sie sind die beiden am schnellsten wachsenden religiösen Gruppen, während die Anhänger von Großkirchen und die Evangelikalen immer weniger werden. Dies stellte laut einem Bericht der IBT eine amerikanische Behörde für die Zählung von Glaubensgemeinschaften (Census of American Religious Congregations) fest.

Doch auch die Evangelikalen mussten Federn lassen. Die Southern Baptist Convention konnte sich zwar noch bei 19,9 Millionen behaupten. Die United Methodist Church verlor aber 4 Prozent ihrer Mitglieder und kommt noch auf 9,9 Millionen Anhänger. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika verlor 18 Prozent und kam bei 4,2 Millionen Mitgliedern an. Die Episcopal Church verlor 15 Prozent und liegt noch bei 1,95 Millionen Anhänger.

Zusammenfassend brachte die Volkszählung ans Licht, dass rund 55 Prozent der Amerikaner regelmässig Gottesdienste in irgend einer Form besuchten, während rund 158 Millionen Amerikaner, die wohl grösste Gruppe überhaupt, sich als religionsfern klassifizierten.

Mehr: de.ibtimes.com.

Kommentare

  1. Joel213 meint:

    Der Artikel ist etwas gekürzt. Der längere Artikel auf Kath.net offenbart folgendes:

    „Anderer Ansicht ist Joel Osteen, Pastor der Lakewood-Gemeinde in Houston (Bundesstaat Texas) mit 45.000 Gottesdienstbesuchern. Das Mormonentum sei zwar „ein wenig anders“, aber Mormonen seien dennoch „Geschwister in Christus“. Romney bekenne sich zu Christus als Gottes Sohn und Heiland; das genüge ihm, sagte Osteen im Nachrichtensender CNN“. (http://www.kath.net/detail.php?id=36381)

    Diese Aussage finde ich schon sehr erschreckend. Besonders wenn man bedenkt das die Lakewood Church die bei weitem größte christliche Gemeinde in den USA ist, gemessen an den wöchentlichen Gottesdiensbesuchern.

  2. @Joel213: In der Tat, diese Aussage ist selbstredend (aber nicht überraschend).

    Liebe Grüße, Ron

  3. Irgendwie ist jeder Mensch von seinem Naturell her atheistisch gesonnen. Glauben kommt von Erziehung und Erfahrung her. Ich z.B. bin seit siebzig Jahren aktiver Mormone, habe aber viele Freunde die ganz anders denken. Lass sie doch. Wir müssen tolerant und ehrlich sein. Jesus sagte: „wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es der mich liebt und ich werde ihn lieben…“ Also ob jemand Christ ist oder nicht zeigt er dadurch, ob er sich bemüht rechtschaffen und positiv zu sein, er muss treu und gegenüber seinem ärgsten Feind um Freudschaft bemüht sein. Als Blogger habe ich dazu meinen Lebenslauf in deutsch und englisch ins Internet gestellt „Schritte durch zwei Diktaturen“ bzw. „Steps Through Two Dictatorships“

  4. Schandor meint:

    Also ob jemand Christ ist oder nicht zeigt er dadurch, ob er sich bemüht rechtschaffen und positiv zu sein …

    Kurze Rückfrage: Ist dann der Buddhist, der noch nie etwas von Jesus Christus gehört hat, sich aber nichtsdestotrotz bemüht, rechtschaffen und positiv zu sein usw., ist dieser Buddhist auch ein Christ?

  5. Gerd Skibbe meint:

    Ja, in gewisser Weise ist er Christ, derjenige aber der den Namen Christi daherbetet aber Menschen misshandelt oder missbraucht ist ein Feind Christi.

  6. Schandor meint:

    Zu 2: Ja. Zu 1: Nein. Christ sein ist keine Eigenschaft; es ist die Zugehörigkeit zur Familie Gottes durch Adoption anhand der Sündenvergebung und des stellvertretenden Opfers Jesu Christi. Der Buddhist ist in keinem Sinne ein Christ.

  7. Roderich meint:

    Gerd Skibbe,
    es wird darauf ankommen, ob wir daran interessiert sind, der Wahrheit auf den Grund zu gehen (dann müssen wir z.B. – wenn wir die Bibel wirklich als Maßstab nehmen und nicht nur das Buch Mormon – genau nachschauen, was drinsteht, die Wortbedeutungen prüfen, ein paar anerkannte Kommentare lesen, etc.).

    Oder ob wir uns mit Floskeln begnügen wollen, die zwar das „Gefühl“ der breiten Masse ansprechen, weil sie an dem anknüpfen, was gerade „in“ ist (was „in der Luft hängt“ und was die Medien explizit oder implizit als „Norm“ verkünden), und die deshalb auch manche Christen ansprechen, weil ja auch Christen von der Kultur beeinflusst sind und – wenn sie keine Zeit zur Prüfung haben, oder vom Naturell nicht so genau sind, oder nicht die Neigung (oder Gabe) zur „Unterscheidung der Geister“ oder der Erkenntnis haben – viele der Sache eben nicht auf den Grund gehen.

    Also: NEIN, der Buddhist ist nicht „in gewisser Weise“ Christ. (Und leider auch nicht der Mormone).
    Ich würde Dir vorschlagen, die Sache jeweils genau zu untersuchen, und dann kannst Du immer noch für Dich sagen: „Ich will aber trotzdem Mormone bleiben“ oder „ich will aber trotzdem das sagen, was falsch ist und Leute verwirrt“ (z.B. dass Buddhisten „in gewisser Weise“ Christen sind).

  8. Roderich meint:

    Übrigens:

    Irgendwie ist jeder Mensch von seinem Naturell her atheistisch gesonnen.

    Es gibt sogar empirische Studien, die etwas anderes zeigen.

    Auch widerspricht das (wenn man deduktiv rangeht) dem, was Römer 1 sagt: alle Menschen können Gott erkennen – und haben daher keine Entschuldigung.

  9. Schandor meint:

    Stimmt.

    Und wenn, dann wären sie atheistisch gesinnt. Vielleicht noch gesonnt (im Süden). Nur „gesonnen“ sicher nicht … 🙂

  10. Jesus hat gesagt: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es der mich liebt…“ Der Rest ist mehr oder weniger bedeutungsloser Kommentar.

  11. @Gerd Skibbe:
    Die Gebote Jesu finden wir in den Büchern des NT. Ein solches Gebot ist z.B., nichts der Bibel hinzuzufügen oder wegzunehmen. Wir lesen in Gal 1,8:
    „Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht!“

  12. Diesen angeblichen Satz des Apostel Paulus , muss man schon mal sehr krtisch hinterfragen:„Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht!“

    Wenn ein „Engel vom Himmel“ käme, vom Thron Gottes gesandt,… der hat hat gewiss größere Autorität als der berühmte Heidenapostel.
    Petrus hat sich wiederholt geärgert wenn Paulus missverständliche Aussagen wie das „sola gratia“ verwandte. Er, Petrus ist die, von Jesus eingesetzte „Säule“ der Kirche, nicht Paulus. Petrus hat in Sachen Theologie das letzte Wort.
    Er weist den übereifrigen Mann sehr behutsam zurecht. um zu definieren was die Kirche unter dem Begriff „Gnade“ verstehen soll:

    „… wenn ihr um guter Taten willen leidet und es ertragt,
    das ist Gnade bei Gott.
    Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;…“ 1. Petrusbrief 2: 2-25

    In Christi Fußtapfen gehen ist Gnade…
    Petrus wird sich sehr zusammen genommen haben, nicht aus der Haut zu fahren, weil Paulus verallgemeinert, was nicht verallgemeinert werden darf. Denn wie der Trend des Judentums , war seines Herrn Lehre, die des Tuns des Guten. Allerdings bestand das jüdische Verstehen vom Tun des Guten, nicht wie bei den Christen darin Ketzer zu köpfen, wie an Bischof Priscillian im Jahr 385 geschehen, oder etwa darin eine ganze Gmeinde auszurotten weil sie urchristlich glaubte, wie 366, unter aktiver Teilnahme des Papstes Damasus zu Rom geschehen.

    Jahrelang begleitete Petrus seinen Christus. Er hatte jedes Wort und seinen Geist in sich aufgesogen. Kaum jemand kannte, wie er, die ewig gültigen Prinzipien des Erlösers. Er schreibt entschieden und zugleich sehr um Versöhnung bemüht:

    “Seid überzeugt, dass die Geduld (griech. ypomoni) unseres Herrn
    eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus
    mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben; es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen
    ebenso wie die
    übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.” 2. Petrus 3: 15-16

    Petrus kennt den Begriff Gnade sehr wohl, verwendt ihn hier aus guten Gründen nicht. Petrus geht sehr weit. Er warnt davor Paulus Sonderfall auf die Allgemeinheit auszuweiten. Dieser Trugschluss führe unweigerlich ins Verderben. Wegweisend fand er für den ersten Satz einen Begriff der die Erwartungshaltung Gottes einschließt: wir könnten mehr tun. Der Herr warte auf dieses unser Guttun mit schier unglaublicher „Geduld“.
    Jakobus, dagegen, des „Herren Bruder“ konnte Paulus ständige Überbetonung einer durchaus wichtigen Lehre nicht mehr hören. Verärgert fragt er zurück: Soll daraus folgen, gute Taten wären zur Erlösung nicht nötig? Jakobus schreit die Antwort: „NEIN!“ , geradezu heraus:
    „Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, daß der
    Glaube ohne Werke tot sei?“ Jakobus 2: 20
    In seinem Brief an die Galater reagiert Paulus, sei es auf schriftliche oder mündliche Hinweise. Er sieht sich plötzlich in der Pflicht Missverständnissen vorzubeugen:

    „Irret euch nicht, was der Mensch sät, das wird er ernten!“ Galater 6: 17
    Dieser Satz relativiert sämtliches Schrifttum Pauli!

    Diese Grundeinstellung wird in der Kirche Jesu Christi der HLT (Mormonen) als grundlegend betrachtet. Wir Mormonen lieben Paulus, allerdings nicht seine Übertreibungen.

  13. Tim-Christian meint:

    @Gerd Skibbe

    Tja, wenn man einer Gemeinschaft angehört, die erst seit dem 19 Jh. existiert und zu deren Gründungsmythos die Sendung eines Engels mit einem anderen Evangelium gehört, dann mag man Gal 1,8 halt nicht besonders, gell? 😉

    Aber bitte verübeln sie es uns evangelischen Christen nicht, wenn wir den Apostel Christi Jesu aus dem 1 Jh. für glaubwürdiger halten als einen selbsternannten amerikanischen Propheten aus dem 19.

    Auch erscheint mir der von Ihnen angedeutete Gegensatz zwischen Paulus und Petrus/Jakobus recht konstruiert. Schließlich betont auch Paulus die Notwendigkeit des neuen Lebens im Geist (Gal 5,16; Röm 8,4) und in der Liebe (1 Kor 13,13; 1 Tim 1,5). Auch er ruft zu Kreuzesnachfolge (Gal 2,19.20) und Heiligung (1 Thess 4,3) auf. Auch ihm zufolge hat der allein rechtfertigende Glaube in der Liebe tätig zu sein (Gal 5,6). Auch er warnt mehrfach eindringlich vor unethischem Verhalten, das vom Reich Gottes ausschließt (z.B. 1 Kor 6,9; Gal 5,21; Eph 5,5). Und auch er lehrt, dass wir alle „vor dem Richterstuhl Christi [erscheinen müssen], damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse“ (2 Kor 5,10). Wobei er natürlich auch weiß, dass es „keine Verdammnis [gibt] für die, die in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1) und dass auch die Christen gerettet werden, deren Werk im Gericht keinen Lohn verdient hat (vgl. 1 Kor 3,15).

  14. @Gerd Skibbe

    Wenn ein „Engel vom Himmel“ käme, vom Thron Gottes gesandt,… der hat hat gewiss größere Autorität als der berühmte Heidenapostel.

    Nein, das hat der Engel nicht. Die Autorität des Apostels ist keine selbstgemachte. Er spricht in der Autorität des Christus, also an seiner statt. Das Wort des Apostels ist also das Wort Christi bzw. das Wort Gottes. Der Engel ist „lediglich“ ein beauftragter Bote.
    vg
    Peter

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