USA: Viele Katholiken werden protestantisch

In jüngster Zeit häufen sich die Berichte darüber, dass Protestanten oder Anglikaner der Katholischen Kirche beitreten. Eine Untersuchung des U.S. Religious Landscape Survey by the Pew Research Center’s Forum on Religion & Public Life (PEW) hat nun überraschend ergeben, dass von 100 Menschen, die aus der Katholischen Kirche austreten, fast 50 protestantisch werden:

Pew’s data shows that those leaving the church are not homogenous. They can be divided into two major groups: those who become unaffiliated and those who become Protestant. Almost half of those leaving the church become unaffiliated and almost half become Protestant. Only about 10 percent of ex-Catholics join non-Christian religions.

Hier mehr: ncronline.org.

Kommentare

  1. In den USA oder überall?

  2. Ich bin vor über zehn Jahren aus röm-kath. Kirche ausgetreten, war in einer bayerischen Gemeinde. Zwischendrin war ich bei den Freimaurern Schweine hüten, bevor ich einer Freikirche beigetreten bin, in der ich heute noch bin. Somit gehöre ich zu den 10% non-christian religions und zu den 50% protestants.

    Aber was ist schon ein Beispiel, wenn die Rede von Statistik ist.

  3. Schandor meint:

    @Martin

    Beim fünfzackigen Jabulon! Hüten die jetzt auch schon Schweine? Oder sind die Schweine metaphorisch gemeint? 😉 Ͼ

  4. Johannes Strehle meint:

    Die Evangelikalen, die „fundamentalistischen“ und die „neuen“, in den USA
    graben den alten protestantischen Kirchen zunehmend das Wasser ab.

    Die FAZ hat nun auch
    „Die Neuen Evangelikalen in den USA. Freiheitsgewinne durch fromme Politik.“
    von Marcia Pally, Publizistin
    und Professorin für „Multilingual Multicultural Studies“ an der New York University,
    besprochen.

    Siehe Der Toleranzreichtum der »Neuen Evangelikalen«
    Published by Ron on December 27, 2010

    Detlef Junker schreibt:

    “ Die angebotsorientierte Frömmigkeit
    erzeugt einen harten Wettbewerb charismatischer Prediger
    um die Seelen und Geldbeutel der Amerikaner.
    Über ein Drittel der Amerikaner, das heißt über 100 Millionen,
    werden zu den protestantischen Evangelikalen gerechnet,
    die den alten protestantischen Kirchen zunehmend das Wasser abgraben.
    Die Evangelikalen nehmen für sich in Anspruch,
    ihren Glauben allein auf die wortgetreue Auslegung der Bibel zu stützen.“

    Unter anderem
    die “ Verteufelung von Scheidung, Ehebruch, Abtreibung und Homosexualität
    (durch die evangelikalen Fundamentalisten)
    hätten diese Wende zu den Neuen Evangelikalen veranlasst.“

    “ Wie der Untertitel andeutet, hat das Buch
    – eine Mischung aus Essays und Interviews – auch eine Botschaft, nämlich
    eine angeblich in Europa seit dem 18. Jahrhundert verbreitete Ansicht zu korrigieren, dass Religion eine demokratische Ordnung bedrohen könne.
    Die Neuen Evangelikalen dienen als Beweis für das Gegenteil.
    Diese seien weder fundamentalistisch noch fanatisch,
    sondern fromme und freiheitsliebende Demokraten.“
    “ Die Neuen Evangelikalen,
    die sehr wahrscheinlich schnell neuen Formwandlungen unterliegen werden,
    sind nicht das angemessene Beispiel,
    um eines der großen Themen der Neuzeit klären zu wollen,
    eben das Verhältnis von Staat und Kirche, Demokratie und Religion.“

  5. Roderich meint:

    Was mir bei dem Artikel dieses Jesuiten auffaelt, auf die Ron verlinkt hat, ist, dass Katholiken eine Abwanderung vom Katholizismus hin zum Protestantismus als „Verlust“ eines ihrer Schafe ansehen, beinahe so wie einen Abfall vom Christentum. Er schreibt staendig: die Katholische Kirche verliert Mitglieder, und nicht: Christus verliert Schafe. Er fragt nicht: geht die Person dem Reich Christi verloren? Bleibt die Person in der (unsichtbaren) Kirche?

    Interessant auch, dass die, die sich vom Katholizismus zum Protestantismus bekehren, dies meistens tun wegen der besseren Predigten und der besseren Anbetungszeit.

    The principal reasons given by people who leave the church to become Protestant are that their “spiritual needs were not being met” in the Catholic church (71 percent) and they “found a religion they like more” (70 percent). Eighty-one percent of respondents say they joined their new church because they enjoy the religious service and style of worship of their new faith.

    Interessant, dass er der katholischen Kirchenhierarchie empfiehlt, mehr „lebendigen Lobpreis“ einzubauen:

    While the hierarchy worries about literal translations of the Latin text, people are longing for liturgies that touch the heart and emotions. More creativity with the liturgy is needed, and that means more flexibility must be allowed. If you build it, they will come; if you do not, they will find it elsewhere. The changes that will go into effect this Advent will make matters worse, not better.

    Was ich auch super finde, ist, dass er Katholiken empfiehlt, mehr die Bibel zu lesen:

    Second, thanks to Pope Pius XII, Catholic scripture scholars have had decades to produce the best thinking on scripture in the world. That Catholics are leaving to join evangelical churches because of the church teaching on the Bible is a disgrace. Too few homilists explain the scriptures to their people. Few Catholics read the Bible.

    The church needs a massive Bible education program (!!!). The church needs to acknowledge that understanding the Bible is more important than memorizing the catechism. If we could get Catholics to read the Sunday scripture readings each week before they come to Mass, it would be revolutionary. If you do not read and pray the scriptures, you are not an adult Christian. Catholics who become evangelicals understand this.

    Aus protestantischer Sicht wuerde man sagen: hoffentlich wandern die Ex-Katholiken nicht alle zu einer emergenten Kirche ab, oder zu einer, wo viel auf Emotionen wert gelegt wird, aber wenig auf die Bibel. Vielleicht sieht er den Protestantismus in der Hinsicht zu rosig (?).

    Es wuerde mich bei der gleichen Studie auch interessieren, wo die Ex-Protestanten hingehen, und was davon die Ursachen sind. (Werden von Protestanten die meisten „Abgefallenen“ nicht eher atheistisch / „neo-religioes“?)

    Es werden zwar auch einige Protestanten katholisch, aber das ist wohl eher eine Minderheit, aus der Intellektuellen Elite / konservative Menschen, die finden, dass der Katholizismus (bzw. die katholische Kirche) ein besseres Bollwerk ist gegen den Werteverfall, und denen schoene Kirchengebaeude (im Kontrast zu ehemaligen Fabrikhallen als Kirchen) wichtig sind, und die z.T. in der feierlichen Liturgie mehr „Ruhe“ finden als in modernen (z.T. oberflaechlichen) Liedern, wie sie manchmal bei Evangelikalen gesungen werden.

  6. Johannes Strehle meint:

    Ja, man müsste Genaueres wissen,
    um diese Wanderung einschätzen zu können.

  7. ich habe in Freimaurerlogen viele noch-Evangelische und ex-Evangelische getroffen. Viel mehr als noch-Katholische und ex-Katholische. Sind das alles rer“ im Sinne der Untersuchung? Oder hinken die zu beiden Seiten?

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