Verrückende Psychoanalyse

51i+RByWQqL._SL160_.jpgDer Philosoph Christoph Türcke hat das Neue Testament psychoanalytisch gelesen (da ist er wahrlich nicht der erste) und die Ergebnisse seiner Lektüre in einem eigenen Buch veröffentlicht.

Alan Posener schreibt in WELT ONLINE über das Buch:

Folgendes :

Der Philosoph Christoph Türcke behandelt das Neue Testament als eine Art Traumerzählung; erst durch eine Psychoanalyse des Textes werde das eigentlich Gemeinte sichtbar. Das krankt wie jede Psychoanalyse daran, dass immer herauskommt, was der Analytiker will. Türcke will die Geschichte eines Traumas erzählen: Weil Jesus vom geliebten Johannes dem Täufer, seinem geistig-geistlichen Vater, verstoßen worden sei, habe er eine »Obsession« entwickelt, den Täufer zu übertrumpfen und das Reich Gottes herbeizuzwingen.
Ein typischer »Beweis« sieht so aus: Der Evangelist Johannes spricht von einem Lieblingsjünger, der er selbst sein soll. Das sei, so Türcke, »ein historisch ganz unglaubhaftes Konstrukt«. Aber »man muss es nur ein klein wenig verrücken, und schon schießt historische Wahrheit daraus hervor«: nämlich dass der »Lieblingsjünger Johannes« eine »Deckerinnerung« sei. Und zwar dafür, dass Jesus einst »der Lieblingsjünger des Johannes« gewesen sei – des Täufers.

Naja.

Kommentare

  1. Tim-Christian meint:

    Als Wahl-Paderborner kommt mir die Methodik wahrlich bekannt vor:

    http://www.youtube.com/watch?v=IcygeQgazh0

  2. @Tim: Ja, Ja. 😉

  3. Ach du gute Güte, da bin ich ja fast versucht zu sagen: „Wo ist hier die ordentliche historische Kritik, die so etwas in seine Einzelteile zerlegt?“

  4. @ Tim: Ach du gute Güte…

  5. Michael Milbradt meint:

    Warum wird hier gesagt, Psychoanalyse sei immer falsch, weil nur der Arzt siege ? Ich habe zwar von Psychoanalyse keine Ahnung, bloß was über und von Freud gelesen, aber das scheint mir ein V o r u r t e i l zu sein .

    Sollen wir nicht alles zum Besten kehren ?

    Ein Seelendoktor und eine Seelsorgerin sind hoffentlich miteinander verwandte Personen.

  6. Michael Milbradt meint:

    Und dann noch die Philosophen und Systemkritiker.

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