Viele junge Zweifler verlassen die Gemeinden

Die Zahl der »Nicht-Religiösen« hat sich in den USA innerhalb von zwanzig Jahren fast verdoppelt. Wahrscheinlich 70 Prozent der Jugendlichen verlassen ihre Gemeinden im Alter von 18 bis 22. Drew Dyck hat für CT einen Artikel über diesen Trend geschrieben und darin erste Antworten formuliert. Oft sind es unausgesprochene oder unbeantwortete Zweifel, die Jugendliche zur Ablehnung des christlichen Glaubens drängen.

At the 2008 American Sociological Association meeting, scholars from the University of Connecticut and Oregon State University reported that „the most frequently mentioned role of Christians in de-conversion was in amplifying existing doubt.“ De-converts reported „sharing their burgeoning doubts with a Christian friend or family member only to receive trite, unhelpful answers.“

Churches often lack the appropriate resources. We have programs geared for gender- and age-groups and for those struggling with addictions or exploring the faith. But there’s precious little for Christians struggling with the faith. But two recent books suggest this may be changing: Essential Church? Reclaiming a Generation of Dropouts, by Thom and Sam Rainer, and Lost and Found: The Younger Unchurched and the Churches That Reach Them, by Ed Stetzer. Both of these equip churches to reach disaffected people.

The answer, of course, lies in more than offering another program. Nor should we overestimate the efficacy of slicker services or edgy outreach. Only with prayer and thoughtful engagement will at least some of the current exodus be stemmed.

One place to begin is by rethinking how we minister to those from youth to old age. There’s nothing wrong with pizza and video games, nor with seeker-sensitive services, nor with low-commitment small groups that introduce people to the Christian faith. But these cannot replace serious programs of discipleship and catechism. The temptation to wander from the faith is not a new one. The apostle Paul exhorted the church at Ephesus to strive to mature every believer, so that „we may no longer be children, tossed to and fro by the waves and carried about by every wind of doctrine, by human cunning, by craftiness in deceitful schemes“ (Eph. 4:14, ESV).

Es gilt immer noch, was Francis Schaeffer vor fünfzig Jahren forderte: Wir brauchen ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen. Und es gibt einen großen Bedarf an solider biblischer Unterweisung in der Kinder- und Jugendarbeit!

Hier: www.christianitytoday.com.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Diese Leute verlassen ihre Freikirchen, weil sie das Popstar-Getue der Protagonisten zu Tode langweilt. Vieles, was da von der Kanzel kolportiert wird, hat wenig Bezug zum Leben der jungen Leute. Es ist mit einem Wort: belanglos.
    Viele jungen Leute sehnen sich nach mehr als nach den verkrusteten Strukturen der „Kirche“. Deshalb finden auch die Hausgemeinden regen Zulauf (deren Dogmatikfeindlichkeit sie freilich bald dorthin führen wird, was Dr. Michael Horton „Christless Christianity“ genannt hat). Ich selbst habe das belanglose Reden von der Kanzel herab, welches alles andere vermittelt als Trost und Kraft, schon lange satt.
    Die Freikirchen, die ihre Mitglieder zu „etwas mehr persönlichem Einsatz“ motivieren möchte, haben selbst nichts mehr zu bieten. Ob da schöne Bücher wie R. C. Sprouls „A Taste Of Heaven“ oder Provokativtitel wie „Pagan Christianity“ (Frank Viola) sich hilfreich erweisen, darf bezweifelt werden. Ich persönlich habe gar nichts gegen Liturgie, aber das Programm, welches viele Gemeinden heute abspulen (immer dieselben abgedroschenen Lieder und Floskel) können nur die von Haus aus stetigeren Typen in ihren Reihen halten. Die jungen Menschen werden vom Zeitgeist und anderen Hochrittern Satans wirkmächtig in die Welt gezogen. Erfreulich dabei: Was bei uns die Kirchen verlässt, tritt zigfach in anderen Ländern in sie ein. Möge Gott dem Wesen noch länger gnädig sein, und wenn es um seiner Auserwählten wegen ist…
    LG
    Schandor

  2. @Schandort: Was schlägst Du denn für „Lösungen“ vor?

    Liebe Grüße, Ron

  3. Alexander meint:

    Ich wollte es kürzlich schon fragen: Kennst Du irgendwelche empfehlenswerten Materialien für den KiGo?

  4. Schandor meint:

    Lösungen? Ich glaube nicht mehr an „Lösungen“. Der Abwärtstrend wird sich kaum mehr aufhalten lassen. Die Kirche hat im Westen als Ganzes versagt (das kann man nicht einzelnen Menschen oder Denominationen anlasten). Das Christentum ist m. E. nichts, was auf Dauer im Wohlstand gedeiht. Meine Vorstellungskraft (und die ist freilich alles andere als normativ) reicht leider nicht aus, mir eine sinkende Titanic mit Schwimmflügel zu denken. Die Gegenreformation mag in anderen Weltteilen versagt haben; hier bei uns hat sie das Christentum medienwirksam lächerlich, wenn nicht unmöglich gemacht. Die Jugend wird von Kindheit auf Autonomie (=Antichristentum) programmiert, ob nun in der Schule, durch die Musik („Listen to YOUR Heart; vgl. Jer. 17,9, „Follow YOUR Heart“; „I did it MY way“ — die Liste könnte man endlos fortsetzen) oder auch ganz offen durch humanistische Programme („Do what THOU wilt, shall be the whole of the law“; vgl. dagegen das 1. Gebot) — dagegen kann die Kirche in ihrem heutigen Zustand nichts mehr ändern. Die Zivilisation geht unwiderruflich ihrem Ende entgegen. Kulturpessimismus? Vielleicht, aber wenn die Sündenkurve des Menschen die Gnadenkurve Gottes durchkreuzt („… das Maß ihrer Sünden ist voll …“), dann kommt unweigerlich das Gericht. Dabei denke ich keineswegs an ein polterndes Eingreifen von „oben“ (Wiederkunft Christi zur Vernichtung des „Antichristen“) oder auch von „unten“ (Erscheinen des „Anti-Christus“), sondern schlicht und einfach an den Untergang einer Zivilisation, auf die eine andere folgen kann. Ich wünsche mir sehr, mich sehr zu irren…

    lg
    Schandor

  5. @Schandor: Das ist wirklich Pessimismus. Wir haben Gericht verdient, aber wir dürfen wie Mose für die Menschen vor Gott eintreten. Wahrscheinlich können wir aber sogar mehr tun.

    Liebe Grüße, Ron

  6. gibt es von Deutschland eine Statistik wie viel Junge Menschen die Gemeinden verlassen?
    LG
    Peter

  7. @Peter: Ist mir nicht bekannt.

    Liebe Grüße, Ron

  8. @Alexander: Da frage lieber mal meine Frau. Ich bin habe schon „ewig“ keinen KiGo mehr gemacht. 😉

    Liebe Grüße, Ron

  9. Zurzeit scheint im Umgang mit Glaubenszweifel eine neue Strategie bei den Evangelikalen gefahren zu werden. Z. B. wurde eines der größten bibeltreuen Antworten-Archive für Glaubensfragen vom ERF geschlossen. Das Archiv (ehemals http://www.nikodemus.net) mit 780 Fragen und Antworten ist aus echten Fragen gewachsen, die junge Leute tatsächlich hatten. Wie allerdings die neue Strategie konkret aussieht, weiß ich nicht.

  10. Meines Erachtens hat das Verlassen von Zweiflern auch etwas damit zu tun, dass das Wort Gottes wirkt – entweder zum Guten oder zum Bösen

    „Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?“ (Apg 2,37).

    „Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn.“ (Apg 7,54).

    Allerdings bemerke ich auch das Machtverhalten innerhalb einer Gemeinde, so dass es durchaus auch auf das fehlende Miteinander der Elite zum Fußvolk ankommt, wenn Gemeindemitglieder ihrer Gemeinde den Rücken kehren. Ist es vielleicht nicht häufig so, dass sich jene Gemeindemitglieder eher von den Gemeindeleitern abkehren als von der Gemeinde?

    Die vorgetragene These „Wir brauchen ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen.“ scheint richtig. Sie müßte aber vielleicht auch etwas modifiziert werden und zwar wie folgt: Wir brauchen wahre Gläubige für das wahre Leiteramt – oder so ähnlich, damit die Analogie des vorigen Satzes stimmt. Meines Erachtens strömen zu viele junge Menschen, die zudem noch zu jung im Glauben sind, ins Ältestenamt. Das Training und der Drill beginnt viel zu früh – gemeint ist nicht das Bibelstudium, sondern das Problem der richtigen Menschenführung. Die kleinen „Hitlers“ werden zudem allzu oft und allzu schnell ins Leiteramt gedrängt, damit die ach so guten Oberlehrer bzw. Bibellehrer einen auf sich bezogenen treuen und loyalen Partner finden, der wissbegierig und formbar ist, um die Dogmatiken des Bibellehrers aufzusaugen und unreflektiert weiter an seine noch jüngeren Untergebenen auszuspucken.

    Heimsuchung und Aufseherdienst stehen dagegen eindeutig in einem gemeinsamen Verhältnis zueinander, denn sie werden durch dasselbe griechische Wort beschrieben und dies müsste daher noch mehr unter das Gemeindevolk gebracht werden, denn jeder Gläubige ist nicht nur ein königlicher Priester, sondern ein zu Jesus Aufsehender. Aus diesem Grunde sind Personen, die ein von Menschen vergebenes Aufseheramt übernehmen, keine Alleinherrscher, sondern Mitteilhaber an der Freude des anderen Glaubensbruders bzw. der anderen Glaubensschwester.

    Apg 20,32 versus Apg 20,28 – die Frage der Fragen – Wenn es allzu sehr um Machtfragen geht, so stellt sich hier die Frage, ob die Ältesten und Gemeindeleiter vielleicht vergessen haben, dass es nicht sie sind, sondern der Heilige Geist und das Wort Gottes, welches die Kraft hat, aufzuerbauen. Verhindern etwa Gemeindeleiter die Souveränität Gottes, indem sie das Wort Gottes schmälern und den Geist dämpfen?

    „Denn ich kenne eure Verbrechen, die so viel sind, und eure Sünden, die so groß sind, wie ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrückt.“ (Amos 5,12).

    Ist aber vielleicht nicht auch das Lügen, das Fälschen und das Manipulieren der Gemeindeleiter von Gott gewollt, damit die Menschen das Ende bedenken? (vgl. Jer 5,31 zu Luk 19,42-44)

    Ich stelle hier die These auf, dass es nicht an den Zweifler hängt, dass sie die Gemeinden verlassen, sondern an den Gemeindeleitern, die nicht gläubig sind und darum den weitverbreiteten Volkssport der Nationen – gemeint ist die Unterdrückung von Menschen – auf der Ebene der Gemeinde perfektionieren. Dies schreibe ich, weil ein Mensch, der in der Welt bereits drangsaliert wird, nicht auch noch innerhalb der Gemeinde drangsaliert werden möchte.

    Lassen wir doch das Wort Gottes alleine wirken !!!

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  11. Alexander meint:

    Wie wichtig christliche Gemeinschaft ist – ein Pastor und Freunde, die ehrliche, fundierte Antworten auf ehrliche, zweifelnde Fragen geben -, las ich gerade in dem Tabletalk-Artikel „Overcoming Doubt“. Passt blendend zum Thema. Wohl dem, der solche Freunde hat!

  12. Mal wieder hier vorbeigesurft und im Herzen getroffen.

    @Schandor und Ron:

    Ich finde es hilfreich, wenn man sich auch mal selber zuhört. Hier ein kurzes Echo:

    Schandor:
    „Die jungen Menschen werden vom Zeitgeist und anderen Hochrittern Satans wirkmächtig in die Welt gezogen.“
    „Der Abwärtstrend wird sich kaum mehr aufhalten lassen.“
    „Das Christentum ist m. E. nichts, was auf Dauer im Wohlstand gedeiht.“
    „Möge Gott dem Wesen noch länger gnädig sein, und wenn es um seiner Auserwählten wegen ist…“
    „Die Zivilisation geht unwiderruflich ihrem Ende entgegen.“

    Ron:
    „Wir haben Gericht verdient…“

    Ich frage mich ganz ehrlich, ob es nicht viel mehr vom Geist Gottes ausserhalb von Kirchen, Freikirchen und theologischen Anstalten gibt als innerhalb.
    Als jemand, der in einer Unternehmung fast 20 Familienväter und -mütter beschäftigt, von denen kaum einer Mitglied einer (Frei)Kirche ist … frage ich mich das je länger je öfter. Da arbeite ich also mit Leuten zusammen, die gemäss Schandor dem Zeitgeist und anderen Hochrittern Satans ausgeliefert sind, und – wer weiss – nicht zu den Auserwählten gehören. Was hat denn eine Mitgliedschaft in einer „Gemeinde“ mit dem Seelenheil zu tun? Wie katholisch sind die reformatorischen Richtungen eigentlich geblieben?
    Es tut mir leid. Aber so einen kleinen Gott der Selbstgerechten hat Christus als Vater nicht verdient.
    Liebe Grüsse
    Markus

  13. Hallo,

    ich bin 24 Jahre alt und mit 20 jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Also genau die Gruppe die laut Statistik am ungläubigsten ist. Hier in Giessen gibt es viele Christen in meinem Alter. In der SMD waren wir an einem Großgruppenabend in diesem Semester zweimal schon über 100 Leute (in vorigen Semestern sind es im Schnitt 70 gewesen).

    Vielleicht helfen diese Links das im Blogeintrag beschriebene Probelm besser zu verstehen.

    Matt Chandler – The De-Churched

    http://www.youtube.com/watch?v=XzTm3W2Ai7s

    Almost Christian (im Player)

    http://www.whitehorseinn.org/

    Paul Washer – Shocking Youth Message Part1 (mit deutschen Untertiteln, die weiterne Teile kann man dann abrufen.)

    http://www.youtube.com/watch?v=cadh7DL5m-k

    Grüße Lars

  14. Schandor meint:

    An Markus:
    Lieber Markus!
    Da haben Sie mich missverstanden. Ich bin (leider) selbst kein Teil einer bestehenden Gemeinde oder Kirche (sehr wohl aber Mitglied der unsichtbaren Gemeinde/Kirche). Und glauben Sie mir bitte eines: Ich bin der letzte Mensch auf Erden, der meint, zum Christsein gehört der Kirchengang!!! Dennoch MUSS es sie geben, und ich wüsste nicht, wo die reine Lehre reiner vertreten würde als in der Reformierten Kirche (ich habe so einige Dogmatiken eingeatmet und auch wieder ausgeatmet).
    Die von Ihnen monierten Punkte habe ich eher in Bezug auf die ungläubige Jugend gemeint. Ich spreche mit letzter Sicherheit niemandem das Christsein ab, nur weil er nicht aktiv „zur Kirche“ geht (das könnte ich schon aus biographischen Gründen nicht). Gäbe es in meiner Umgebung allerdings eine Reformierte Kirche, so ginge ich hin. Ich kann nur keine anthropozentrischen „Gottesdienste“ mehr ertragen, die stets auf das Handeln des Menschen abzielen (Eine Emerging-Church-Größe hat einmal gesagt: The Reformation was about creeds, we are about deeds oder so ähnlich). Das hab ich einfach satt.
    Und was Ron gesagt hat, kann ich nur unterstreichen. Ich hoffe, einst selbst zu erkennen, wie ich vor Gott für die Menschen im Gebet eintreten kann und wie man sogar noch mehr tun kann. Noch erkenne ich es nicht, aber ich hoffe, dass ich es erkennen werde.
    LG
    Schandor

  15. Lieber Schandor
    Danke für die Präzisierung. Und das liest sich ja nun sehr konstruktiv an 🙂
    Ich kann das schon nachvollziehen, was Sie schreiben. Und ich spüre auch Ihre Liebe zur Wahrheit, und die Spannungen, die sich damit verbinden. Aber es ist eben trotzdem schwer zu begreifen, warum es eine Kirche geben MUSS, wo doch der Kirchgang nicht zum Christsein gehört, wie Sie sagen.
    Und ja, ich habe auch so einige Dogmatiken ein- und wieder ausgeatmet. Heute glaube ich, dass es ein grundsätzliches Problem mit jeder Form von Dogmatik gibt. So manche Reformbewegung endet in der Verkrustung dessen, was einst die Lösung für ein bestimmtes Problem war. Aber das Leben ist kein statischer Zustand, sondern ein lebendiger Prozess. Genauso ist das Evangelium keine Lehre, sondern eine Botschaft, die in alle Zeiten hallt. Selbst dann, wenn der eine Zeitgeist einen anderen ablöst.
    Ich habe den Eindruck, dass traditionell orientierte Christen (im orthodoxen, der „reinen Lehre“ verpflichteten Sinne, etc.) manchmal nur ein bestimmtes Vokabular verteidigen, ohne zu merken, dass sich die Semantik längst verschoben hat. Oder um es im biblischen Kontext zu sagen: da werden alte Schläuche konserviert und geflickt, statt den guten Wein in neuen Schläuchen zu bewahren (Lk 5,37-39).
    Vielleicht sollten wir wieder mehr mit dem Herzen sehen statt mit den Augen. Und ist es abwegig dazu einen Antoine de Saint-Exupéry zu zitieren (weil er kein reformatorischer Lehrer war), der sagte:“Man sieht nur mit dem Herzen gut“?
    Ich glaube nicht, dass sich der Geist Gottes in Dogmen, Bekenntnisse (creeds), die „richtigen Worte“ oder die „richtige Gemeinde“ einfangen lässt. Vielleicht sollten wir uns doch alle mal wieder die Hand reichen. Und dabei auch jene einschliessen, deren Wein in Schläuchen gefüllt ist, die weder aus alten Kirchenmauern noch aus lauter Buchstaben und Begenntnissen gefertigt sind.

    verteidigen – ohne zu merken, dass der Geist nicht in Buchstaben einzufagen ist.

  16. Da wurde ich von einem Telefon abgelenkt, habe irrtümlich auf senden geklickt .-)

    Wollte noch was sagen. Aber weiss nicht mehr was.

    Egal. Mir bleibt der liebe Gruss und nochmals danke für die Präzisierung.
    Markus

  17. Schandor meint:

    Lieber Markus!
    Danke für Ihren Kommentar! Vielleicht denken wir im Grunde ganz gleich, aber wie Sie sagen: Möglicherweise wird da einfach ein bestimmtes Vokabular verteidigt. Ich rätsele noch, inwiefern sich die Semantik verschoben haben könnte bzw. inwiefern Botschaft gegen Lehre gerichtet sein kann (wohlgemerkt: ich will nicht bestreiten, bevor ich nicht gründlich nachgedacht habe!). Dass sich der Geist nicht in einem Glaubensbekenntnis einfangen lässt, dürfte selbst hartgesottenen Dogmatikern nicht unbekannt sein. Ich selbst brauche eine systematische Theologie, und wenn sie im konzisen Duktus eines Westminster-Bekenntnis verfasst ist. Ich brauche sie zur Orientierung, da mein Geist nicht ausreicht, die Wahrheiten in der Tiefe der Verfasser dieses Bekenntnisses zu erfassen. Ich glaube mit Loraine Boettner, dass die Bibel wie ein Steinbruch oder wie eine Goldader ist: Man muss die Wahrheiten systematisch ordnen, damit man zu einer Dogmatik kommt. Wenn ich daran nicht festhalten kann, dann weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll, denn ich bin auf meiner langen Reise durch die verschiedenen Ansichten verschiedenster Interpreten schon auf die verschiedensten Auslegungen gestoßen, so dass ich irgendwann nichts mehr geglaubt habe. Da hat mich Gott im Netz auf Loraine Boettner stoßen lassen, und da „war’s um mich geschehen…“, jetzt steh ich da und kann nicht anders 😉
    Mit der Hauskirchenbewegung (manche Anhänger derselben wehren sich gegen diesen Begriff; ich verwende ihn der Bequemlichkeit halber) kann ich mich auch nicht recht anfreunden, da sie dezidiert dogmatikfeindlich ist. Aber eines ist klar: Geschwister sind wir! Und das einzig und allein um Christi willen (sola Christus!). Daher bin ich sicher, dass wir möglicherweise doch vielleicht verschiedener Ansicht sind, aber ganz bestimmt nicht verschiedenen Geistes, denn wir wissen, wes Geistes Kinder wir sind!
    Liebste Grüße!
    Schandor
    ps: Anfang nächsten Jahres kommt Michael Hortons Dogmatik raus — vielleicht ist die „Verkrustung“ weg xD

  18. Johannes Strehle meint:

    Nach unseren Erfahrungen, Beobachtungen und vielen Gesprächen
    (ausschließlich in Deutschland)
    liegt es meistens an den E l t e r n h ä u s e r n ,
    wenn Jugendliche sich in und nach der Pubertät von Gott abwenden
    – an mangelnder Glaubwürdigkeit, Überzeugungskraft, Kompetenz
    oder an mangelnder Kompetenz, mit den zwangsläufigen Grenzen
    von Glaubwürdigkeit, Überzeugungskraft und Kompetenz umzugehen.

    Erziehung ist mühsame und schöne Hauptsache,
    Hauptverantwortung und Hauptaufgabe der Eltern, auch und gerade religiöse/weltanschauliche/Sinn- und Werte-Erziehung.
    Sie kann nicht an Staat und Kirche delegiert werden,
    auch wenn das heute propagiert wird
    und die Mütter und Väter instrumentalisiert werden,
    um die Jahrzehnte lange verfehlte Familien-, Einwanderungs- und
    Integrationspolitik zu kaschieren.

    Gemeinden können diese Hauptaufgabe der Eltern
    fördern, ignorieren oder behindern.
    W e n n ausdrücklich oder stillschweigend Gemeinde-Aufgaben
    wichtiger sind als Familien-Aufgaben, muss sich niemand wundern,
    wenn Jugendliche sich abwenden.
    W e n n Mütter auch in Gemeinden
    unter Rechtfertigungsdruck gesetzt werden, weil sie nicht „arbeiten“,
    muss sich niemand wundern …
    W e n n die Unterstützungsangebote für Eltern aufhören,
    wenn die Pubertät beginnt, muss sich niemand wundern …
    Der Weg vom Kinderglauben
    zum fundierten widerstandsfähigen Erwachsenen-Glauben
    ist (auch intellektuell) interessant, herausfordernd und schwierig.
    Wer nicht mehr als Sonntagsschule und Konfirmanden-Unterricht
    (oder die freikirchlichen Varianten) zu bieten hat,
    muss sich nicht wundern …
    W e n n Gemeinden das quantitative Wachstum wichtiger ist
    als das qualitative der Gemeinde-Mitglieder,
    muss sich niemand wundern …
    Wenn Eltern nicht die apologetischen Grundanforderungen erfüllen
    („Wenn dein Kind dich fragt …“),
    muss sich niemand wundern …
    W e n n Eltern nicht überzeugend als Christen im Alltag leben,
    muss sich niemand wundern …
    Wenn die Verantwortlichen nicht wissen,
    wie die Gemeinde-Mitglieder im Alltag leben,
    muss sich niemand wundern …
    W e n n die Eltern und die Verantwortlichen nicht wissen,
    was die „Jugendarbeit“ (tatsächlich) macht,
    muss sich niemand wundern …, wenn zum Beispiel
    in der größten Baptisten-Gemeinde Deutschlands
    sich schon zweimal die Jugend verselbständigt hat
    und jeweils eine neue Jugendgemeinde aufgemacht hat.
    Es gibt selbstverständlich auch Christen,
    die gerade das für Gemeinde-Wachstum halten.
    W e n n Kinder und Jugendliche sich für Zeitgeist-konformes Verhalten
    auf Kinder und Jugendliche anderer Gemeinde-Mitglieder berufen können,
    erleichtert das (jenseits einer gewissen Bandbreite) nicht gerade die Erziehung.
    W e n n Gemeindeleben nicht Generationen-übergreifend
    verstanden und praktiziert wird,
    muss sich niemand wundern …
    W e n n Gemeinden, am anderen Ende der Skala,
    von Sekten-Strukturen das Heil erwarten,
    muss sich auch niemand wundern …
    (Vielleicht kommt das in den USA häufiger vor als in Deutschland.)

    Wer das kleine 1×1 der Erziehung (mehr oder weniger) beherrscht,
    hat zwar keine Garantie, dass sich sein Kind nicht von Gott abwendet.
    Umgekehrt kann man aber viel dafür tun bzw. nicht tun,
    um die Abwendung zu fördern.
    Mündige Christen müssen die Mängel ihrer Gemeinde ausgleichen,
    ggf. auch die Gemeinde wechseln.

  19. Liegt das womöglich auch daran, weil man sich Heutzutage nicht mehr an die gesunden Worte der Bibel hält? Für mich ist das die „Beste“ Nahrungsquelle überhaupt.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*