Vorlesung über christliche Wirtschaftsethik abgesetzt

Professor Friedrich Hanssmann, seit 1994 emeritierter Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität München, darf seine seit zwei Jahren gehaltene Vorlesung zur christlichen Wirtschaftsethik nicht mehr halten, da einem Studenten der Bezug zur christlichen Schöpfungsordnung mißfiel und er dies der »Süddeutschen Zeitung« mitteilte. Die linksliberale Zeitung publizierte anschließend einen polemischen Artikel gegen den Professor (»Scheine mit dem Schöpfer«), der die Fakultät veranlasste, die Vorlesungsskripte aus dem Internet zu nehmen und die Prüfungsleistungen der Vorlesungen nicht mehr anzuerkennen.

Jan Grossarth schrieb für die FAZ am 29.05.2008 (Nr. 123, S. 39) über die Vorlesung des Mathematikers:

Das Skript zur »Unternehmensethik auf christlicher Grundlage« – die nach Worten Hanssmanns an keiner anderen deutschen Universität angeboten wird – benennt die christliche Wertebasis, die für eine Wirtschaftsethik von Relevanz ist, also die Zehn Gebote, die Grundeinstellung zum Nächsten, zur Schöpfung und die individuelle Gottesbeziehung. Dann geht es ausführlich um relevante Unternehmensfelder, in denen Gestaltung nach christlichen Maßstäben möglich ist, etwa ehrliches Marketing und unverfälschte Rechnungslegung, eine »dienende Grundhaltung« im Sinne christlicher Nächstenliebe gegenüber den Kunden anstatt reiner Profitorientierung, solide Finanzpolitik, eine fördernde, mitarbeiterorientierte Personalpolitik, Ermöglichung längerer Mutterschaftspausen für Mitarbeiterinnen, als sie das Gesetz vorschreibt. Da Gott die höchste Autorität sei und nicht der Markt, müsse eine Firma ihre Mitarbeiter in Gewissensfragen auch zum »Neinsagen« ermutigen, auch wenn deren Entscheidungen gegen das kurzfristige Geschäft stehen. Es wird argumentiert, dass ein individueller Gottesbezug eine kreativitätsfördernde »transzendentale Distanz« zum Tagesgeschäft schaffe.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://cbfw.de/lmubwl.htm.

Kommentare

  1. Wieland Willker meint:

    Mir ist nicht klar, was genau da jetzt vorgefallen ist.
    Das klingt doch alles recht vernünftig.
    Da muss doch mehr dahinterstecken, damit eine Vorlesung abgesetzt wird.

  2. Wie gesagt, die Süddeutsche griff unter dem Titel „Scheine mit dem Schöpfer“ Hanssmann scharf an und nannte sein Vorlesung eine „wilde Mischung aus ökonomischen Formeln, aus Wirtschaftsglauben, christlichem Traktat und beinhartem Fundamentalismus“.

    RK

  3. Ist mir glatt entgangen, dabei wohne ich fast in München. Erschreckend, was auch in unserem einst christlichen Deutschland alles gegen das Christentum unternommen wird. Ich hoffe, der genannte Professor lässt sich durch das alles nicht davon abbringen, weiter zu seinen Überzeugungen zu stehen.
    Mir scheint, man darf für und gegen alles Mögliche sein, aber für die Bibel, für Jesus Christus, für die Wahrheit, das „darf“ man nicht sein. Wir Christen dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen – was am Ende dabei herauskommt, zählt, und dass die Wahrheit nicht verändert werden kann, hilft uns, ausdauernd dranzubleiben und ihr entsprechend zu leben, in allen Bereichen.

  4. Roderich meint:

    Das Problem ist, dass Christen (auch christliche Professoren) zu wenig Protest einlegen gegen diese Absetzung, und zwar direkt bei den Beteiligten (Professor Theisen, und dem Redakteur der SZ).
    Christen haben den Wahrheitsanspruch selber faelschlicherweise schon insoweit aufgegeben, als dass sie unbewusst zu grosses Verstaendnis fuer diese Entscheidung des Fachbereichs Wirtschaft der Uni Muenchen haben; viele Christen denken (irrtuemlicherweise), dass man die christliche Botschaft einer Universitaet nicht mehr wirklich zumuten koenne, oder nicht wirklich verlangen kann, dass „Professoren“ die Wahrheit der Bibel anerkennen. Daher auch zu wenig Protestreaktionen. Es gaebe genuegend christliche Professoren in BRD, die sich hier fuer Professor Hanssmann verwenden koennten. Aber offenbar fehlt da der Mut.
    Fakt ist aber, dass die Biblische Version von Wirtschaftsethik – auch bei genauerer Ueberlegung – wesentlich mehr Sinn macht und mehr innere Konsistenz hat als etwa eine Humanistische oder sonstige (materialistische) Ethik.
    Es fehlt in Bibelschulen und daher auch in Christlichen Gemeinden an Apologetikunterricht. Die Apologetik wird ja – angesichts zunehmend feinschaftlichem Klimas – immer wichtiger fuer die Christliche Gemeinde.
    Noch ist es vermutlich nicht zu spaet. Es sei ermutigt, dass moeglichst viele an Professor Theisen schreiben. Adresse etc. ist ja im obigen Link verfuegbar.

  5. Interessanter Artikel, auch im Nachhinein. In der aktuellen Reflexion der Krise haben christliche Werte durchaus auch Chancen, in den Hörsälen von Business-Schools gehört zu werden dieses Interview mit Udo Steffens zeigt: http://bit.ly/fn7mox

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  2. […] erinnern: christliche Lehre hat Sprengkraft, die sogar Unis zum Handlanger von Atheisten macht: http://theoblog.de/vorlesung-uber-christliche-wirtschaftsethik-abgesetzt/344/ Und dass das alles nicht meine spinnerten Gedanken eines Blogschreibers sind, kann der geneigte […]

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