Warranted Christian Belief online

Warrant.jpg Warranted Christian Belief ist wahrscheinlich das reifste Buch des Philosophen Alvin Plantinga (siehe auch Ist der Glaube an Gott rational?).

Plantinga geht in diesem 505-Seiten-Werk der Frage nach, ob der christliche Glaube an Gott vernünftig gerechtfertigt und gewährleistet (eng. warranted) ist. Er kommt zu dem Ergebnis, dass dieser Glaube unabhängig von den Argumenten der natürlichen Theologie basal gewährleistet sein kann, wenn er wahr ist.

Der Text dieses bedeutenden Buches steht nun online: www.ccel.org.

Kommentare

  1. Alexander meint:

    Lieber Ron, kannst Du kurz erklären, was Du (oder Plantinga) mit „basal gewährleistet sein kann“ meinst? Das klingt auch für mich ein bisschen nach Fachchinesisch …

  2. Lieber Alexander,

    Plantinga ist der Auffassung, dass es Meinungen gibt, die selbst nicht begründungsbedürftig sind, aber andere Meinungen begründen können. Im Amerikanischen werden solche Meinungen »basic beliefs« genannt, im Deutschen übersetzt man zunehmend mit »basal«. Der Glaube an den christlichen Gott ist für Plantinga nicht rechtfertigungsbedürftig.

    Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist auch recht kompliziert. Eine kurze und verständliche Einführung gibt mein Kollege und Freund Tom Johnson hier: http://theoblog.de/wp-content/uploads/2009/04/mbstexte120.pdf.

    Er schreibt dort:

    Der entscheidende Unterschied in dieser Struktur besteht zwischen basalen Überzeugungen (Grundüberzeugungen) und nichtbasalen Überzeugungen. Nichtbasale Überzeugungen beruhen auf Schlussfolgerungen und auf rational ausgewerteten Beweisen. Im Gegensatz dazu hat man basale Überzeugungen direkt, sie bedürfen keiner Prämisse oder Evidenz. Basale Überzeugungen sind u.a. Überzeugungen der Perzeption (z.B.: »Ich sehe meinen Schreibtisch.«), Überzeugungen der Erinnerung (z.B.: »Ich habe heute Morgen gefrühstückt.«) und einfache Logik. Nichtbasale Überzeugungen sind beispielsweise wissenschaftliche Hypothesen oder komplexe mathematische Formeln. Die NRE nennt eine Überzeugung dann »berechtigt«, wenn es rational gerechtfertigt ist, diese Überzeugung zu haben – was aber nicht automatisch ihren Wahrheitsgehalt garantiert. Folglich sind »berechtigte nichtbasale Überzeugungen, Überzeugungen, die man auf Grund von anderen Überzeugungen hat.«

    Wenn Du Interesse hast, können wir Mal richtig einsteigen. Ich will mich bei günstiger Gelegenheit auch mehr einlesen. ;-o

    Liebe Grüße, Ron

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