Was die Literatur der Bibel schuldet

Die amerikanische Romanautorin und Essayistin Marilynne Robinson, die 2005 für ihren Roman Gilead den Pulitzer Preis erhielt, hat in der New York Times ein Essay über den Einfluss der Bibel auf große westliche Literatur thematisiert.

A number of the great works of Western literature address themselves very directly to questions that arise within Christianity. They answer to the same impulse to put flesh on Scripture and doctrine, to test them by means of dramatic imagination, that is visible in the old paintings of the Annunciation or the road to Damascus.

Hier: www.nytimes.com.

Kommentare

  1. Es gibt einige sehr aussagekräftige Bücher von K.-J.Kuschel zu diesem Themenbereich. U.a. dieses: http://www.patmos.de/jesus-im-spiegel-der-weltliteratur-p-7665.html „Jesus im Spiegel der Weltliteratur“. Es geht da auch nicht nur um die üblichen Verdächtigen (Dostojewksi etc.), sondern um ein recht weites Spektrum.

    Großartige Literatur mit bibl.-christlichen Bezügen haben meiner Meinung nach z.B. Shusako Ende bzw. Graham Greene geschrieben. Beide kommen allerdings bei Kuschel nicht vor.

  2. Dass die biblischen Schriften, insbesondere das AT, von herausragender Bedeutung für die Literatur sind – das kann ja garnicht anders sein, werden doch die existentiellen Fragen und Konflikte dort offen und schonungslos thematisiert! Man muss nicht Pulitzer-Preisträgerin sein, um das zu verstehen.
    Und der allseits geschätzte Literaturkritiker Reich-Ranicki hat schon vor Jahren bemerkt, ohne die Kenntnis des AT sowie gleichermaßen des HOMER könne man die abendländische Literatur eigentlich nicht verstehen…

  3. Schandor meint:

    @markus

    Wow, das Buch sieht interessant aus! Empfiehlst Du es? (Das kann ich nämlich nicht erkennen…)

    lg
    S.

  4. Bettina Klix meint:

    Danke für diesen Hinweis!
    Ein toller Artikel mit zu Herzen gehenden Beispielen.
    Sehr schön, wie Robinson ausdrückt, was geschieht, wenn der Bezug fehlt – in der Literatur wie im Leben:
    „Everyone knows that life is profaned when such thoughts are neglected, as they so often are.“

  5. Katharina meint:

    Umso erschreckender, wenn bei einem Referat im Hauptseminar (!) Rhetorik jemand fragt: „Entschuldigung, was ist denn der Sündenfall?“

  6. @schandor: Doch, doch, ich empfehle es jeden der gute Literatur mag und sich für die biblischen Bezügen in den erwähnten Werken interessiert! Shusako Ende (z.B. Sünde, Schweigen) und Graham Greene (Die Kraft und die Herrlichkeit) kann und sollte man trotzdem noch lesen. 😉

  7. Jordanus meint:

    Ich empfehle dazu auch den Artikel „Die Bibel als Sprache“ in Walter Killy: Schreibweisen – Leseweisen, Beck Verlag, 1982.

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