Was wird eigentlich an evangelikalen Ausbildungsstätten gelehrt?

Ulrich Parzany hat wieder einmal eine wichtige Frage gestellt: Was wird eigentlich an den Seminaren gelehrt, aus denen die zukünftigen hauptamtlichen Mitarbeiter in Gemeinden und Missionswerken kommen? Die Nachrichtenagentur idea meldet:

Der Vorsitzende des „Netzwerks Bibel und Bekenntnis“, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), hat evangelikale Christen aufgefordert, sich über die theologischen Einstellungen von Dozenten an evangelikalen Ausbildungsstätten beispielsweise zum Thema Homosexualität zu informieren. Anlass für Parzanys Aufruf auf der Internetseite des Netzwerks sind von ihm positiv bewertete Aussagen von Pfarrer Werner Neuer (Schallbach bei Lörrach) – Dozent am Theologischen Seminar St. Chrischona. Neuer hatte bei einer öffentlichen Diskussion am 18. November in Freiburg die badische Landessynode aufgefordert, ihren Beschluss, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften kirchlich zu trauen, zurückzunehmen. Er begründete dies mit sechs Thesen. Die Bibel als das Fundament und die Norm aller kirchlichen Lehre lehne ausgelebte Homosexualität eindeutig ab, sagte Neuer: „Es gibt keine einzige Bibelstelle, die praktizierte Homosexualität bejaht.“

Mehr: www.idea.de.

Kommentare

  1. Eine grundsätzlich gute Sache, doch woher weiß man, welche Meinung die Dozenten vertreten? Dies erfährt man in der Regel nur, wenn man sich mit Studenten der entsprechenden Einrichtung unterhält oder anderweitig Einblick in die Interna hat. Gerade das TSC (theologische Seminar St. Chrischona) ist hier ein wunderbares Beispiel. Werner Neuer gehört zu den wenigen konservativ und orthodoxen Dozenten des Seminars. Leider sind andere inkl. der Leitung eher, nun ja, progressiv eingestellt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wer die Haltung prüfen und als rechtgläubig einschätzen soll? Wo hört die Rechtgläubigkeit auf? Bei der Frage der Frauenordination, dem freien oder unfreien Willen, Glaubens- oder Säuglingstaufe, Ehescheidung und Wiederheirat, Sex vor der Ehe, Homosexualität …?
    Brauchen wir eine heilige Inquisition, die über der richtigen Lehre wacht? Woher nehmen wir die richtige Lehre, wenn die meisten evangelikalen nur die Schrift und keine Bekenntnisschriften haben. Wer definiert, was schriftgemäß ist?

  2. @FL: Was ja bestätigt, dass es einer Neusortierung bedarf.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Ich befürchte, es gäbe leider einige Überraschungen…

  4. Gibt es eigentlich schon irgendwelche Veröffentlichungen als Rückblick auf die KbA-Konferenz?

  5. Johannes Strehle meint:

    „Ulrich Parzany hat wieder einmal eine wichtige Frage gestellt:“
    Ulrich Parzany ist Jahrgang 1941.
    Ich bin Jahrgang 1947, also ein echter 68er. (Die 47er wurden 1968 volljährig.)
    Das „Hinterfragen“ als ein typisches Merkmal dieses Jahrgangs
    ist mir zur Gewohnheit geworden.
    Bei 68ern macht man sich allerdings unbeliebt, wenn man auch sie hinterfragt.
    Warum diese Einleitung?
    Weil mein Alter es mit sich bringt,
    dass ich diese wichtige, zweifellos sogar sehr wichtige, Frage
    zum schätzungsweise 1001. Mal gehört oder gelesen habe.
    Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wann ich diese wichtige Frage
    das erste Mal im Halbbesitz meiner geistigen Kräfte
    mit altersgemäßem Überblick und Urteilsvermögen gehört habe.
    Vielleicht in dem Alter, in dem man noch Träume hat
    und alle Bäume in den Himmel wachsen, also mit 17 Jahren.
    Ich war damals zwar weit vom Bildungsniveau Melanchthons in diesem Alter
    entfernt, aber dank der Gnade der frühen Geburt
    noch kein Opfer sozialistischer Bildungsreformen.
    Der Rückschritt ist bekanntlich nicht aufzuhalten.
    Mit 16 hatte ich das große Latinum und war ZEIT-Leser.
    Die 68er hatten bekanntlich auch die Gnade der späten Geburt und hinterfragten
    mit großer Verständnislosigkeit die Mitmacher-Generation ihrer Eltern.
    Mich interessierte nicht nur das „Dritte Reich“. Mich interessierten auch
    der Zustand der Universitätstheologie und der Kirchen und das Verhalten
    der evangelikalen Mitmacher (sowohl im „Dritten Reich“ als auch in den Kirchen).
    Wenn ich diese wichtige Frage also zum 1001. Mal höre oder lese
    und mir dabei zwangsläufig vor Augen führe,
    wie sich die theologische Ausbildung und die Kirchen in Deutschland
    in meiner Lebensspanne aufhaltsam (ich denke an den „Aufhaltsamen Aufstieg
    des Arturo Ui“ von Brecht) weiterentwickelt haben,
    dann drängen sich mir weitere Fragen auf.
    Die will ich später stellen.

  6. Nur eine kurze Ergänzung: Homosexualität ist Teil der christlichen Ethik. Das Verständnis zur christlichen Ethik basiert auf Grundlagen wie Bibelverständnis/ wie geschieht Beziehung zu Gott/ beten Christen, Moslems und Juden zum gleichen Gott/ Sünde und anderes mehr. Nach meiner Beobachtung stimmt schon vieles an den Grundlagen nicht, warum soll dann die Haltung zur christlichen Ethik stimmen?

  7. In Wirklichkeit gibt es keinen “wissenschaftlichen Grund”, der Bibel nicht zu vertrauen. Es gibt keine historisch dokumentierten Belege für die kritischen Theorien!
    Das Wort der Bibel ist kräftig, weil es Gottes Wort ist. Wenn wir es im Vertrauen anwenden, erfahren wir diese Kraft. Wenn wir “die Güte des Herrn geschmeckt haben” und seine Liebe erfahren haben, dann ist es nur natürlich, dass wir mehr von seinem Wort möchten, die “unverfälschte geistliche Milch” (1.Petrus 2,2-3). Wenn wir jedoch an der Güte und Ehrlichkeit Gottes zweifeln, oder wenn wir glauben, er sei nicht fähig, uns die Dinge so zu sagen wie sie sind, dann wird unser Verlangen nach Gottes Wort abnehmen, und wir werden geistlich nicht wachsen.
    Jesus überwand jede Versuchung des Feindes mit einem “Es steht geschrieben”. Petrus sagte: “Auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen”, und erlebte ein Wunder. An Pfingsten sagte er: “Dies ist es, was der Prophet Joel vorausgesagt hat”, im geschriebenen Wort. Die Gläubigen stützten ihr Gebet auf Gottes Wort, und Gott antwortete in mächtiger Weise (siehe Apg.4,24-31). Diese Kraft des Wortes Gottes ist auch uns zugänglich. Aber wir verlieren sie, wenn wir das Wort nur als fehlerhaftes Menschenwort ansehen.
    Einige fragen: “Muss ich wirklich an die ganze Bibel glauben, um gerettet zu werden?” – Das klingt so ähnlich wie die Frage einer Braut, die eine Zeitlang von ihrem Bräutigam getrennt ist und von ihm nur Briefe bekommt: “Muss ich wirklich alle seine Liebesbriefe lesen?” – Wenn sie nicht alle Briefe liest, hört sie deswegen nicht auf, die Braut zu sein. Aber sie wird sich innerlich von ihrem Bräutigam entfremden; und es kann der Moment kommen, wo ihre Liebe völlig erkaltet und es zu einer Trennung kommt.
    Richard Wurmbrand berichtet von einem Kind, das eine Zeitlang den Ausführungen eines kritischen Theologen zuhörte, und ihn dann mit der Frage unterbrach: „Wenn Gott nicht meinte, was er sagte, warum sagte er dann nicht, was er meinte?“ – Es täte uns gut, zu dieser kindlichen Einfachheit zurückzukehren und darauf zu vertrauen, dass Gott tatsächlich meinte, was er sagte.
    Wenn wir an den Namen der biblischen Autoren zweifeln, dann werden wir auch an der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit Gottes zweifeln. Wenn wir an der Schöpfungsgeschichte zweifeln, dann werden wir auch an der Allmacht und Weisheit Gottes zweifeln. Wenn wir an seinem Wort zweifeln, dann werden wir auch an seiner Kommunikationsfähigkeit zweifeln, und an seinem Wunsch, eine persönliche Beziehung mit uns zu haben. Jesus sagte: “Ich habe euch Freunde genannt, denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch mitgeteilt.” (Joh.15,15). In unseren Händen das offenbarte Wort Gottes zu haben, ist sein Freundschaftsgeschenk an uns. Ch.A.

  8. Parzany legt den Finger in eine wichtige Wunde. Vielen Gemeinden/Pastoren/Ältesten ist es egal, was an „ihrer“ oder anderen Ausbildungsstätten passiert bzw. sie haben schlicht keine Ahnung. Siehe dazu z.B. die Auseinandersetzung im BefG um den Beitrag von Anita Kupfermann beim Bibelbund (war glaube ich 2011). Erst durch diesen Artikel ist vielen Konservativen aufgefallen, dass da in Elstal einiges falsch laufen könnte. Doch dann stellten sich zwei Probleme ein: 1. Woher weiß man, was dort tatsächlich gelehrt wird und woran kann man es prüfen? 2. Ist es für den Gemeindealltag relevant, wie die Theologie mit den historischen Fragen umgeht?
    Mir stellt sich hier tatsächlich die Frage, wie wir alle damit richtig umgehen sollen. Wie können wir die Gemeinden wieder für die richtige Lehre sensibilisieren? Und was können wir ganz praktisch tun, um die vorhandenen Ausbildungsstätten zu prüfen? Wäre ein zentraler Fragebogen, den die jeweiligen Ausbildungsstätten ausfüllen bzw. ins Netz stellen, hilfreich? Falls ja, welche Fragen stehen da drauf? Sollten die Gemeindeverbände den Ausbildungsstätten „Qualitätssiegel“ verleihen (im Sinne von: vom Bund etG/FEG Schweiz/BefG/BFP auf Rechtgläubigkeit geprüft)? Und wie bekommen wir die Informationen in verständlicher Weise in die Gemeinden?
    Es ist für mich ein echtes Dilemma: meckern (auch zu recht) kann man viel, aber was TUN wir dagegen? Was kann realistisch gemacht werden? Sollen wir als Verbände finanziellen Druck auf die Ausbildungsstätten ausüben, damit sie weiterhin der guten Lehre verpflichtet sind? Falls ja, wie verhindern wir einen Missbrauch? Falls nein, was ist ein gangbarer Weg?
    Für hilfreiche Ideen von Seiten der Mitleser und -denker bin ich dankbar.

  9. @FL:
    In Elstal läuft schon seit längerer Zeit einiges schief. Es ist schon interessant wie Du beschreibst, dass dies erst 2011 vielen deutlich geworden ist.
    Zu Deiner Frage nach den Lösungsansätzen:
    Theologisch scheint mir keine der großen Freikirchen ob Baptisten, BfP, FEG oder Methodisten in den biblischen Grundlagen eine einheitliche bibeltreue Linie zu haben. Es sind in den Freikirchen und in der EKD überall Menschen da, die sich treu an der Schrift sehen, die in der Regel aber die Minderheit sind (siehe z.B. Homosexualität bei den Baptisten vor einigen Jahren) Viele Freikirchen sind kongrealistisch organisiert oder leben das so. Damit werden die Freikirchen ihren eigenen Ausbildungsstätten auch kein Siegel verweigern, weil die Ausbildungsstätten den Querschnitt der eigenen Theologie darstellen und man sich selbst ja nicht gern ein schlechtes Zeugnis ausstellt.
    Aus meiner Sicht ist über folgendes nachzudenken:
    Die bibeltreuen reformatorischen Christen oder wie wir das abgrenzen sollte sich stärker vernetzen. Es gibt nach meiner Meinung viel zu viele Einzelkämpfer. Es sollte lokale Gruppen geben, wenn keine entsprechende Gemeinde vorhanden ist, wo man sich gegenseitig ermutigt und stärkt, dass man in die Gemeinden hineinwirken kann, um dort mit Liebe und Weisheit viele einzelne für einen an der Schrift orientierten Glauben zu ermutigen.
    Ganze Gemeindebünde kann man nicht oder im Moment noch nicht verändern, bei vielen einzelnen zur Veränderung beitragen schon

  10. Ich finde, Herr Parzany zeigt in seinem alten Jahren viel Weisheit, denn er verweist auf die Punkte, bzgl. derer wir blind sind. Ich gehe z.B. in eine FeG und ich habe mir nur am Rande die Frage gestellt, was den orientierende Substanz ist, die an den FeG-Ausbildungsstätten vermittelt wird. Gibt es eine Leitlinie? Wie wird dort in der Gesamtheit auf die Bibel geschaut (historisch-kritisch, historisch-theologisch, …)?

    Gerade weil ein deutlicher Trend (umgesetzt) anhält, dass sich derartige Bildungseinrichtungen staatlich akkreditieren, kann es sein, dass wir auf Dauer an unseren Einrichtungen nur kleine theologische Fakultäten bekommen, mit dem selben leeren Wind, wie an so vielen universitären Fakultäten.

    Wenn ich demnächst Zeit habe, suche ich mir eine Handvoll mitstreiter und schreibe einen (offenen?) Brief.

  11. Johannes Strehle meint:

    @ FL
    Mit der Wiederholung von berechtigten Fragen und Appellen
    konnte in der Vergangenheit die Fortsetzung
    der „großen evangelikalen Katastrophe“ nicht aufgehalten werden.
    Vielleicht wurde sie sogar gefördert,
    weil die Fragen und Appelle als Beruhigungspillen gewirkt haben.
    Wenn wir die kläglichen Reste erhalten
    und endlich zur Offensive übergehen wollen,
    müssen wir endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
    Ich sehe vier Zielgruppen, für die etwas zu tun ist,
    und zwei grundsätzliche Erfordernisse.
    Zielgruppe 1:
    Isolierte konservative Christen
    außerhalb von Gemeinden und innerhalb von solchen Gemeinden, in denen es
    keinerlei Perspektive gibt, dass die Gemeindeleitung sich an
    die Glaubensgrundlagen der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KbA) hält.
    Die führenden konservativen Christen müssen den Mut aufbringen,
    die konservativen Christen aufzufordern, diese Gemeinden zu verlassen und
    sich Gemeinden anzuschließen, in denen sich die Gemeindeleitung entweder an
    die Glaubensgrundlagen der KbA hält oder in denen es eine Perspektive dafür gibt.
    Auch Christen ohne Gemeinde sind dazu aufzufordern.
    Zielgruppe 2:
    Gemeinde-Mitglieder und Mitglieder der Gemeindeleitung
    brauchen schriftliche und persönliche Angebote der Hilfestellung beim Bemühen,
    in ihrer Gemeinde für Klarheit zu sorgen,
    was der Pastor, die übrigen Mitglieder der Gemeindeleitung und die Mitarbeiter
    in den erstrangigen Fragen des christlichen Glaubens (Bibelverständnis,
    altkirchliche Glaubensbekenntnisse – siehe Glaubensgrundlagen der KbA)
    konkret glauben bzw. nicht glauben und was sie (daraus abgeleitet)
    in den wichtigsten ethischen Fragen und an Konsequenzen
    konkret für richtig und falsch halten.
    Zielgruppe 3:
    Gemeinde-Mitglieder und Mitglieder der Gemeindeleitung in Gemeinden,
    in denen Personalentscheidungen anstehen, brauchen schriftliche und persönliche
    Angebote der Hilfestellung für die Vorbereitung und die Gespräche.
    Zielgruppe 4:
    Christen, die eine Ausbildung für Aufgaben in der Gemeinde machen wollen,
    brauchen schriftliche und persönliche Angebote der Hilfestellung
    für die Auswahl der Ausbildungsstätte und für Fragen während der Ausbildung.
    Grundsätzlich:
    Als Grundlage für Personal- und Ausbildungsentscheidungen
    müssen die führenden konservativen Christen den Mut aufbringen,
    unmissverständlich zu Ausbildungsstätten zu raten, die sich
    zur „Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten“ zusammengeschlossen haben,
    und diese Ausbildungsstätten unter die Lupe zu nehmen, inwieweit sie
    in Lehre und Praxis die Einhaltung ihrer Glaubensgrundlagen gewährleisten.
    Wie es das heute für fast alles und jedes gibt,
    müssen die führenden konservativen Christen
    ein Informations- und Vergleichsportal für diese Ausbildungsstätten einrichten,
    damit die Kenntnisse und Erfahrungen einzelner allgemein zugänglich werden.
    Es geht dabei nur um Information und Transparenz,
    nicht um Bewertungen und Beurteilungen.
    Und zum Schluss das Wichtigste:
    Die Charaktere unter den führenden konservativen Christen,
    die die fortschreitende „große evangelikale Katastrophe“ zu verantworten haben,
    müssen nach Hause geschickt werden.
    Gott sagt zu Josua: „Sei stark und mutig! … Nur sei sehr stark und mutig …
    Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig?“
    (Sonst bist du für die Führungsaufgabe nicht geeignet.)
    Gott sagt seinem Volk auch, wer für den Kampf geeignet ist und wer nicht:
    „Wer ist der Mann, der furchtsam und weichen Herzens ist, er gehe,
    er gehe in sein Haus zurück, nicht schmelze er das Herz seiner Brüder,
    seinem Herzen gleich!“
    Und Gott sagt Gideon: Reduziere die Zahl der Kämpfer!
    „Wer bangt und bebt, kehre um, entflattre …“ (Buber)
    Diejenigen, die immer nur wichtige Fragen stellen, Richtiges sagen und schreiben,
    aber wenn es darauf ankommt, nicht zu Auseinandersetzungen und Konsequenzen
    bereit sind, müssen nach Haus geschickt werden.
    Intern schmelzen sie das Herz ihrer Brüder mit falscher Vor- und Rücksicht und
    extern sorgen sie dafür, dass die konservativen Christen
    von ihren Gegnern mit Recht nicht ernst genommen werden.

  12. Interessante Predigt zum Thema von Winrich Scheffbuch vom 31.10.2016 :
    http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=30387&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=1
    Werbeblock dazu:
    Winrich Scheffbuch live u.v.a. bei Jumiko in Stuttgart am 8.1.2017
    http://www.jumiko-stuttgart.de/

  13. Johannes Strehle meint:

    Parzany: „Vielleicht regt uns das Reformationsgedenken 2017 ja an,
    die damals beliebte Form der Disputation wieder zu praktizieren.“

    Lieber Ulrich Parzany,
    eine sehr gute Idee!
    Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen. Fordern Sie Michael Diener,
    den Vorsitzenden der Evangelischen Allianz und Präses des Gnadauer Verbandes,
    zu einer Disputation auf. Seine theologische Positionierung war schließlich Anlass
    für die Gründung von „Bibel und Bekenntnis“. Sie haben kürzlich die von der Synode der EKD beschlossene Erklärung gegen die Judenmission scharf kritisiert.
    Die Rolle der evangelikalen Repräsentanten in der Synode,
    insbesondere Michael Dieners, haben Sie nicht gewürdigt.
    Fordern Sie ihn zu einer öffentlichen Disputation über diese Erklärung auf.
    Sie heben hier, mit Recht finde ich, auf die evangelikalen Ausbildungsstätten ab.
    Zum Gnadauer Verband gehören auch einige Ausbildungsstätten.
    Soweit sie sich nicht unmissverständlich und konsequent
    von der theologischen Positionierung ihres Präses
    und der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung distanziert haben,
    haben sie sich als Ausbildungsstätten für konservative Christen disqualifiziert.
    Oder sind Sie anderer Meinung?
    Mit freundlichem Gruß, Johannes Strehle

  14. Ich stelle z.Zt. die Frage:
    „Ich habe eine Frage und bitte Sie um eine Antwort:
    In Lukas 3 (matt.1) ist der Stammbaum von Jesus angegeben – von Jesus bis Adam – Gott.
    Glauben Sie persönlich, dass diese Personen tatsächlich gelebt haben?
    Wenn nicht, wo ziehen Sie eine Grenze?
    Als Beispiel folgende Antworten:
    – Keine Grenze, alle haben gelebt – Zwischen Adam und Set – Zwischen Jesus und Josef – Zwischen anderen Personen –
    Einige Gedanken dazu:
    Wenn jemand an Jesus glaubt, nicht aber an Adam und Eva, muss er dann nicht dazwischen eine Grenze ziehen? Wenn jemand glaubt, dass Adam durch Evolution entstanden ist, muss er dann nicht konsequenterweise auch glauben, dass Jesus durch Evolution entstanden ist (mütterlicherseits)? Hätten wir und Jesus dann die Tiere als unsere Vorfahren? Hätten Jesu Tod und Auferstehung noch eine Bedeutung? Was würde Jesus tun mit Adam, Noah, Abraham und ….
    Die Frage einfach: Schuf Gott Adam oder entstand Adam durch Evolution? Was glauben Sie persönlich?
    Liebe Grüße
    Gerhard Lingenberg

  15. Johannes Strehle meint:

    Wieder einmal wurde die wichtige Frage gestellt:
    „Was wird eigentlich an evangelikalen Ausbildungsstätten gelehrt?“
    Sie ist ein Indiz für die fortschreitende „große evangelikale Katastrophe“.
    Zu dieser Frage gehört immer wieder die Frage:
    Inwieweit kommt es für die deutschen Evangelikalen eigentlich darauf an,
    was an evangelikalen Ausbildungsstätten gelehrt wird?
    Wie Parzany schreibt, geht es für die „evangelikalen Christen“ um die „hauptamtlichen Mitarbeiter“ in den „Gemeinden und Gemeinschaften“.
    Die allermeisten „evangelikalen Christen“ in Deutschland
    sind treue Anhänger der Landeskirchen oder Mitglieder in Freikirchen.
    Die „evangelikalen Christen“ tragen damit nicht unwesentlich
    zur Finanzierung der Landeskirchen bei.
    Indirekt sind auch Freikirchen wie die Baptisten
    treue Anhänger der landeskirchlichen Theologie
    (Bibelverständnis, Verständnis der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse, Ethik).
    In Baptisten-Gemeinden
    werden Absolventen der baptistischen Ausbildungsstätte Pastoren.
    In den Landeskirchen kann nur Pfarrer/Pastor werden,
    wer die Universitätstheologie inhaliert hat.
    Auf Initiative von Pastor Heinrich Kemner, der ein großer Evangelist war,
    ist im „Geistlichen Rüstzentrum Krelingen“ in den 70er Jahren
    des letzten Jahrhunderts ein Studienzentrum entstanden,
    in dem Theologiestudenten ein Vorstudium absolvieren können.
    Die Idee war, neben dem Sprachenstudium
    die Theologiestudenten gegen die Universitätstheologie zu „immunisieren“.
    Einer der Absolventen ist Michael Diener.
    Für Heinrich Kemner war noch klar – er hat das immer wieder gesagt -,
    dass Christen die Landeskirchen in absehbarer Zeit verlassen müssen.
    Das Studienzentrum war für ihn eine Notlösung für die Übergangszeit.
    Es gab dann auch einen Vorstoß von Evangelikalen lutherischen Typs
    zur Anerkennung mindestens einer „bibeltreuen“ theologischen Hochschule
    durch die Landeskirchen. Damals waren die Verhältnisse noch so,
    dass der Vorstoß nicht aussichtslos gewesen wäre. Für diejenigen,
    die es nicht wissen, ist leicht zu erraten, an wem der Vorstoß gescheitert ist:
    An den Typen von Evangelikalen,
    denen wir die „große evangelikale Katastrophe“ zu verdanken haben.
    Francis Schaeffer beschreibt,
    wie diese Typen eine Chance nach der anderen vergeben haben.
    Heute haben sie nicht den Mumm,
    den Rücktritt Dieners und ggf. weitere Konsequenzen zu fordern. Zur Erinnerung:
    Das Netzwerk Bibel und Bekenntnis, dessen Vorsitzender Parzany ist,
    wurde aus Anlass der theologischen Positionierung Dieners gegründet.
    Zurück zur Frage: Inwieweit kommt es für die deutschen Evangelikalen
    eigentlich darauf an, was an evangelikalen Ausbildungsstätten gelehrt wird?
    Denn die allermeisten evangelikalen Christen setzen sich und ihre Kinder
    den Vertretern der landeskirchlichen Theologie aus.
    (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
    Die evangelikalen Landeskirchlichen Gemeinschaften
    gehören zum Gnadauer Gemeinschaftsverband.
    In den Landeskirchlichen Gemeinschaften werden Absolventen
    der Ausbildungsstätten des Gnadauer Verbandes Prediger.
    Der Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes ist Michael Diener.
    Die Mitgliederversammlung hat sich auf die Seite Dieners gestellt.
    Warum sollten sich „evangelikale Christen“, die das akzeptieren oder hinnehmen,
    dafür interessieren, was die „zukünftigen hauptamtlichen Mitarbeiter“ lernen?
    Michael Diener ist als Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes
    die hauptamtliche Gegenwart. Die Zukunft hat schon begonnen.

  16. @Gerhard Lingenberg: Ich empfehle, zunächst einmal zu schauen, wie Jesus mit der Historizität von AT-Personen umgegangen ist. Gemäß neutestamentlicher Darstellung behandelt er alttestamentliche Personen als real. Er erwähnt – um nur einige Beispiele zu nennen: Abel (Lk 11,51), Noah (Mt 24,37–39), Abraham (Joh 8,56), Lot und seine Frau (Lk 17,28–32), David (z. B. Mk 2,25; 12,25), Jona (Lk 11,29ff), Naaman (Lk 4,27), Elija (Lk 4,25f) oder Elisa (Lk 4,27). Natürlich kann man behaupten, er habe sich geirrt oder greife lediglich auf damals populäre Auffassungen zurück. Allerdings haben es solche Argumente schwer, wenn man bedenkt, dass Jesus die göttliche Autorität des Alten Testaments fortlaufend bekräftigt (also genau weiß, was er tut) und nicht zögert, damals prominente Anschauungen der Schriftgelehrten zu hinterfragen.

    Ich persönlich glaube, dass Gott Adam und Eva geschaffen hat.

    Liebe Grüße, Ron

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