Welches evangelikale Werk zahlt das beste Gehalt?

Evangelikale Werke sind nicht dafür bekannt, dass sie ihren Mitarbeitern »dicke Gehälter« zahlen. Die Billy Graham Evangelistic Association ist da (neben einigen anderen, meist mildtätigen, Organisationen) eine Ausnahme. W. Franklin Graham III, Sohn des Evangelisten Billy Graham,  steht bei zwei Vereinen auf der Gehaltsliste und verdiente im Jahr 2008 insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar. Das World Magazine schreibt:

This month, Graham and his compensation are back in the spotlight again. When the Chronicle of Philanthropy released its annual list of the top-paid executives in the nonprofit world, Graham appeared twice, at the top of the list for his salary with BGEA, and only slightly farther down for his only slightly less hefty salary with Samaritan’s Purse. The two combined gave him a total compensation of more than $1.2 million (including expense allowances) for 2008 and made him the highest-paid executive at a Christian ministry listed in the survey, and one of the highest-paid nonprofit executives of any kind.

Hier mehr: www.worldmag.com.

Kommentare

  1. Sebastian meint:

    Da scheint wohl etwas kräftig aus dem Ruder gelaufen zu sein. Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Evangelium dort auch als Geschäftsmodell dient. Kann man neuerdings gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen? Gibt es etwa keine wichtigere Verwendung für die finanziellen Mittel der beiden Organisationen?

  2. Das ist ein heißes Eisen – natürlich sehen solche Zahlen in den USA sicher anders aus als hierzulande; immerhin sind sie öffentlich! Was die Spitzen der Werke in Deutschland verdienen, wird man kaum erfahren.
    Interessanter ist aber die andere Seite: so mancher verrentete Mitarbeiter von Missionswerken lebt sicher unter der Armutsgrenze und dürfte ohne HArtz IV kaum über die Runden kommen, weil jahrzehntelang nur das Minimum für ihn in die Rentenversicherung eingezahlt wurde! Traurige Realität, aber ich weiß, wovon ich spreche.

  3. Katharina meint:

    Damit dürfte Franklin Graham außerdem am unteren Rand des Spektrums liegen, angesichts der Millionen, die viele andere Fernseh- und Massenprediger in den USA verdienen. In Amerika hört sich eine solche Zahl vielleicht gar nicht einmal so groß an…

  4. @Katharina: Es gibt vielleicht Fernsehevangelisten, die mehr verdienen. Was die religiösen Non-Profit-Organisationen anbetrifft, steht F. Graham auf Platz 1. Platz 2 gehört dem Leiter des CVJM mit 432.000 US$ Einkommen 2008.

  5. Roderich meint:

    Ich bin zwar auch fuer Selbstbeschraenkung, allerdings auch gegen Neid. Grundsaetzlich nichts dagegen, wenn andere mehr verdienen.

    Es waere noch von Interesse, welches Gremium bei der BGEA und bei Samaritans Purse genau die Gehaelter von Graham festlegt.
    Grundsaetzlich sollten hervorragende Leistung auch gut verguetet werden. Es darf auch in christlichen Werken (auch groessere) Unterschiede geben.
    Die Frage ist naemlich auch: wieviel koennte Graham verdienen, wenn er in einem Wirtschaftsunternehmen als Topmanager arbeiten wuerde? (Vorausgesetzt, er waere gut genug).

    Auch: wieviel ist er effektiv „wert“ fuer BGEA und Samaritans Purse, d.h. was (ausser seinem Bekanntheitsgrad) macht ihn da so unersetzlich?
    Wenn z.B. seine aussergewoehnliche Begabung bei Fundraising den Organisationen 30 Millionen US$ mehr einbringt als jeder andere aufbringen koennte, dann waere so ein Gehalt erwaegenswert.

    Schwierig wird es natuerlich v.a. dann, wenn das Gehalt ausschliesslich aus Spendengeldern bezahlt wird. (Man denke an die arme Oma, die von ihrer kargen Rente monatlich hundert Dollar abzwackt und damit etwas fuer Gott geben moechte (und gibt), und die Billy Graham Evangelistic Association leitet das Geld samt vieler anderer Spenden dann um an Franklin Graham’s Monatsgehalt von z.B. 40000 US$, und Franklin kauft sich eine neue Segeljacht… sehr brenzlig).

    Immerhin bewirkt so ein „Council for Financial Accountability“ bzw. die Offenlegung solcher Gehaelter auch Gutes. So lautet ja der letzte Absatz des Artikels:

    But Graham himself acknowledged that, despite the elaborate explanations, the situation didn’t look good. On Oct. 9, Graham told his staff via a memo that he planned to give up his BGEA salary. His spokesperson, Mark DeMoss, said that Graham had decided the controversy „just wasn’t worth it.“ That means that Graham will receive just one income, the one he gets from Samaritan’s Purse—which in both 2007 and 2008 (including all benefits) exceeded $500,000.

    Also doch ein erster Schritt zur Selbstbeschraenkung, auch wenn nicht unbedingt freiwillig oder aus tiefer innerer Einsicht, sondern um weitere Medienschelte zu vermeiden.

Deine Meinung ist uns wichtig

*