Wenn Kinder Steuereinnahmen untergraben

Das ifo-Institut warnt vor einer Erhöhung des Kindergelds. Denn das könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stören. Es haben gefälligst beide Eltern zu arbeiten. Sind mit dieser Logik Kinder noch vereinbar?, fragt Jasper von Altenbockum: 

Die Formel „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ verhüllt, was gemeint ist: die Anpassung der Familie an die Bedürfnisse des Erwerbslebens. Jeder Familienpolitiker wird das bestreiten. Doch wenn Arbeitgeber, Gewerkschaften und ihr jeweiliger parteipolitischer Dunstkreis ein- und dasselbe wollen, darf man unterstellen, dass es ihnen um vieles, aber nicht um Familien geht. Sie wollen den Doppelverdienerhaushalt, möglichst ohne Teilzeit. Das bremst Lohnzuwachs, schafft Fachkräfte und bringt mehr Steuereinnahmen.

Eine Studie des Ifo-Instituts hat jetzt festgestellt, dass auch eine Erhöhung des Kindergelds gegen die „Vereinbarkeit“ verstoße, weil es ein Anreiz dafür sei, dass einer der beiden Eltern (vulgo: die Mutter) zuhause bleibe. Sie empfehlen, das Geld stattdessen in die „Infrastruktur“ zu stecken, womit Betreuungsplätze gemeint sind.

Hier: www.faz.net.

VD: JS

Kommentare

  1. Gast auf Erden meint:

    Es haben gefälligst beide Eltern zu arbeiten. Sind mit dieser Logik Kinder noch vereinbar?, fragt Jasper von Altenbockum:

    Also wie das für alle Beteiligten gut klappt wird in skandinavischen Ländern und auch in Fankreich par excellence demonstriert.

    Im übrigen gibt es einen recht einfachen Weg, zumindest die Eltern, die nicht außer Haus erwerbstätig sein WOLLEN (ich vermute, das würden nur wenige Mütter und fast keine Väter wollen, aber einen Versuch wäre es wert) auch dort zu halten. Man muss einfach dafür sorgen, dass genau wie früher, eine Familie von einem einzigen Einkommen ordentlich die Kinder versorgen kann, sie mit ordentlichem Wohnraum versehen kann, dass vielleicht ein paar Euro im Monat für Turnverein, Stadtbücherei oder Musikunterricht für zwei Kinder übrig bleiben, wenn alle Schulsachen, Kleider und die Monatskarten bezahlt sind. Vielleicht gönnt man den Kids dann noch ein katholisches Ferienlager und den Eltern ab und an einen Kino- oder Konzertbesuch?

    Aber es hat ja kaum Stimmen aus der katholischen Hierarchie gegeben, als die Arbeitnehmer die letzten zehn bis fünf zehn Jahre immer nur reale Einkommensverluste hinnehmen mussten, weil man so damit beschäftigt war, die Sexualmoral, die Abtreibung, die Pille danach, die Homo-Ehe, die Präimplantationsdiagnostik, die Stammzellentherapie, die Sterbehilfe, den Sexualkundeunterricht, die neuen Atheisten, die Gottlosigkeit, die Gottvergessenheit und was weiß Gott noch alles anzuprangern. Da bleibt für das anprangern der Himmelschreienden Sünde Arbeitern ihren gerechten Lohn vorzuenthalten wenig Raum übrig.

    Ein noch eleganterer Weg wäre natürlich, die Forderung von Götz Werner nach einem Bedingungslosem Grundeinkommen zu unterstützen. Aber Menschen menschenwürdig zu bezahlen, ist ja altböser Sozialismus und fördert nur die Neidgesellschaft.

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