Wer Terry Jones verachtet, muss ihn ignorieren

Meine im September 2010 geäußerten Befürchtungen haben sich leider erfüllt. In Afghanistan starben Menschen, weil ein Verrückter in den USA zündelte. Trotzdem ist die eigentliche Tragik der Gewaltausbruch in Masar-i-Scharif. Kaum jemand in den USA unterstützt den Koran verbrennenden Hassprediger Terry Jones. Die Muslime sollten lernen, solche irrationalen Blasphemien zu ertragen.

Nun sind Kausalketten nicht immer identisch mit Verantwortlichkeiten. Wenn Christen im Jemen hingerichtet werden, weil sie in der Bibel lasen, haben die Mörder ein Verbrechen verübt, nicht die Christen. Ebenso gilt in Afghanistan: Wer Norweger und Schweden umbringt, weil er sich durch eine zutiefst blasphemische Tat verletzt fühlt, begeht ein Verbrechen, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Mord wiegt tausendfach schwerer als jede Form der Gotteslästerung. Wer den Blick allein auf Terry Jones richtet, läuft Gefahr, die wahren Schuldigen zu entschuldigen.

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Kommentare

  1. Roderich meint:

    Die Moslems sollen sich erst mal entschuldigen dafuer, dass sie viele Bibeln verbrannt haben… leider fehlt ihnen ja jegliche Faehigkeit zur Selbstkritik oder zum Ertragen von Kritik anderer.

    Natuerlich wird in solchen Faellen oft auch nur der „Mob“ aufgehetzt von extremistischen Imamen, die sich ja insgeheim „freuen“, dass sie wieder einen Anlass haben koennen, das Volk gegen den Westen und gegen Christen aufzuhetzen, um sie so mehr fuer die eigene Sache einzunehmen; bzw. auch als Teil des Djihad gegen den Westen, bei dem man ja auch den Westen einschuechtern will und sie – auch durch solche Gewaltausbrueche und organisierte Mobs – davor „warnen“ will, auch nur irgendetwas gegen den Koran oder gegen den Islam zu sagen.
    Und „wir“, d.h. der willenlose Westen, faellt auch noch drauf rein. Wir lassen uns einschuechtern, weil uns der Wille zum Widerstand gegen das Boese inzwischen fast fehlt.

    Hoffentlich wird das wieder anders.

  2. Es gibt offenbar staatliche muslimische Stellen in Malaysia, die offiziell Biblen verbrannt haben, die entsprechende Verbrennung wurde offenbar auch von staatlicher Seite verteidigt.
    http://www.themalaysianinsider.com/malaysia/article/perkasa-chiefs-bible-burning-call-to-defend-islam-says-minister

    Nun verstehe ich, dass Menschen, deren eigene Überzeugungen in einem offenen Diskurs kaum andere überzeugen können, das glauben verbrennen zu müssen, was sie bedroht, seien es nun Kommunisten oder Muslime. Ihre Überzeugung ist ja tatsächlich zutiefst bedroht. In diesem Sinne ist ihr Verhalten entlarvend, in der staatlichen Begründung wurde ja von „Verteidigung des Islam“ gesprochen.
    Insofern ist für mich das Verhalten von Terry Jones auch ausserordentlich unsinnig. Wer weiss, was er an der Bibel hat, fühlt sich nicht vom Koran bedroht. Je länger ich persönlich im Koran gelesen habe desto tiefer dankbar und glücklich wurde ich, was für einen ungeheuren Schatz ich in der Bibel habe.

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