Werden Christen in Europa verfolgt?

„Christen in Europa steht die Verfolgung bevor“, meldete das Online-Portal The Parlament am 2. Oktober 2012. Der Titel ist zu reißerisch, geklagt wird auf zu hohem Niveau. Dennoch ist die Beobachtung richtig, dass Menschen, die sich zu einer einer christlichen Ethik bekennen, in Europa mit wachsender Intoleranz konfrontiert werden:

Several speakers, including MEPs, said Christians in countries like the UK faced „increasing levels of intolerance“ because they had „dared“ to be critical of Islam and homosexuality. EPP member Anna Zaborska went even further, saying Christians were being „persecuted for their beliefs“. She cited an example of „intolerance“ the „difficulties“ some workers have in wearing the Christian cross while at work. Zaborska said she was referring to two British Christians– British Airways check-in clerk Nadia Eweida and NHS hospital nurse Shirley Chaplin – who were refused the legal right to wear a cross at work and are now asking the European Court of Human Rights in Strasbourg to overturn the British judgments. Lawyers briefed by the UK coalition are expected to tell the court that Christians in Britain should not expect to be allowed to wear a cross at work or with a uniform. Zaborska, a Hungarian MEP, said the EU had a role to play in „defending freedom of speech“, adding, „This is all about respect of human rights. „This is a universal right and, in cases where it is being abuse, the EU has a right to speak out in the defence of it.“ The deputy was one of the keynote speakers at a high-profile seminar organised by the ECR group in parliament on „discrimination“ against Christians in Europe.

Mehr: www.theparliament.com.

VD: MG

Kommentare

  1. They can deny you the right to wear a crucifix, but never the right to bear Christ’s cross of humiliation and shame.

  2. Schandor meint:

    Als der Teufel in den 30ern Fußball spielen wollte, probierte er es zuerst über rechts. Die Chancen lagen gut, zumal seine Mannen nach der 1:0 Niederlage gegen den Frieden frustriert waren. Rechts war gut, und es schien leicht, über rechts bis zum Tor zu gelangen. Die paar Gegner wurden überspielt und seine Leute gelangten in den Strafraum. Dort nahm das Ganze ein jähes Ende, weil er sich mit seinem Sturm einfach verrechnet hatte. Die Gegner kamen plötzlich von allen Seiten und verhinderten das große Tor.

    Schaden war genug angerichtet, aber der Endsieg noch nicht errungen.

    Da besann er sich auf seine alte Taktik und sandte seine Mannen über links aus. Das war insofern noch erfolgversprechender, als jetzt alle wie gebannt die rechte Flanke im Auge behielten. Links war also alles frei. Er sandte nicht nur Stürmer, sondern auch Mittelfeldspieler und Verteidiger nach vorn.

    Das beste dabei aber war, dass, während aller Augen gespannt auf das Spielfeld gerichtet waren, er im Geheimen die Spielregeln selbst änderte. Früher musste der Ball ins Tor; schon bald wird er den Begriff „Tor“ geändert haben und ihn mit der Bedeutung „Ballbesitz“ füllen. Wenn das geschafft ist, hat er auch den Endsieg errungen. Es sieht momentan sehr gut für ihn aus. Gegner hat er jedenfalls keine (mal abgesehen von ein paar einzelnen Winkern, die „Das ist nicht gut!“ sagen).

    Seltsam, dass er immer noch den Begriff „human rights“ verwendet statt „human queer“ oder „human lefts“.

  3. @ Schandor
    Ich verstehe zwar nichts von Fussball, aber mir scheint Dein Bild ein bisschen arg überspitzt: Der westeuropäische linksliberale Mainstream mit seinen Stürmern, Mittelfeldspielern und Verteidigern hat immerhin bis jetzt noch keine Pogromnacht inspiriert, keine Konzentrationslager geschaffen, keine Sklavenwirtschaft aufgebaut, keinen Bombenterror erfunden, kein Blut und keine Rasse vergöttert, keinen totalen Krieg gewollt, keine bekennenden Christen ermordert, keine Behinderten erstickt, keine mit Menschen vollstopften Scheunen angezündet und vorallem… keinen Holocaust ausgedacht und ausgeführt (des Teufels ewiger Hass auf das Verheissungsvolk in Aktion).

    OK, wir haben einen Zeitgeist, der Mord an ungeborenen Menschen und an sich selbst bejaht, eine Weltanschauung, welche die Schöpfungsordnung schändet, wo’s nur geht.
    Wir haben die Lüge und Leere des säkularisierten Menschen.

    Die Abkehrung des Menschen vom wahren Gott zum Abgott begann weder 1933 noch 1968. Was jedoch jedoch hinter der Bühne dieser zwei Jahrgänge abging, das wissen wir. Es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit…

    Ich lese momentan gerade ein Buch, das Dich vielleicht interessieren würde:
    „Fragen des Christentums an die moderne Welt“ von Helmut Thielicke.
    Veröffentlicht 1946, ist es eines dieser reinigenden Stunde-Null-Büchern, deren mahnende und schockierende Wirkung auf mich heute weiterwirkt.
    (Wie z.B. das apokalyptische Gedichtbändchen „Dies Irae“ von Werner Bergengruen.)

  4. Und hier noch ein Gedicht zum Thema:

    DIE LÜGE
    Wo ist das Volk, das dies schadlos an seiner Seele ertrüge?
    Jahre und Jahre war unsre tägliche Nahrung die Lüge.
    Festlich hoben sie an, bekränzten Maschinen und Pflüge,
    sprachen von Freiheit und Brot, und alles, alles war Lüge.
    Borgten von heldischer Vorzeit aufrauschende Adlerflüge,
    rühmten in Vätern sich selbst, und alles, alles war Lüge.
    Durch die Straßen marschierten die endlosen Fahnenzüge,
    Glocken dröhnten dazu, und alles, alles war Lüge.
    Nicht nach totem Gesetz bemaßen sie Lobspruch und Rüge,
    Leben riefen sie an, und alles, alles war Lüge.
    Dürres sollte erblühn! Sie wußten sich keine Genüge
    in der Verheißung des Heils, und alles, alles war Lüge.
    Noch das Blut an den Händen, umflorten sie Aschenkrüge,
    sangen der Toten Ruhm, und alles, alles war Lüge.
    Lüge atmeten wir. Bis ins innerste Herzgefüge
    sickerte, Tropfen für Tropfen, der giftige Nebel der Lüge.
    Und wir schrieen zur Hölle, gewürgt, erstickt von der Lüge,
    daß im Strahl der Vernichtung die Wahrheit herniederschlüge.

    Werner Bergengruen, „Dies irae – Eine Dichtung“, München 1945, S. 7

  5. Schandor meint:

    @Lukas

    Schönes Gedicht!

    Was deine übrige Einschätzung betrifft, schläfst Du den süßen Schlaf der Hoffnungsvollen. Das ist Dein gutes Recht, doch lass ich Dich schlafen.

    Thielicke kenne ich und schätze ich. Das Buch kenne ich noch nicht.

    „Es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit …“. Das regte sich schon seit den Zeiten des Paulus. Es regt sich also schon seit 2000 Jahren und kann sich meinetwegen noch 2000 weitere Jahre regen. Leider regt es sich nicht nur seit 2000 Jahren, sondern bricht auch immer wieder aus.

    Übrigens sprach Paulus zu Zeitgenossen von zeitgenössischen Dingen (Nero).

    Meine Einschätzung ist richtig.

  6. Roderich meint:

    @Lukas,
    der westeuropäische linksliberale Mainstream wurde ja auch im Zaum gehalten – u.a. von dem, was an christlichen Werten noch uebrig ist in unserem Denken.
    Eine Christenverfolgung hätten manche Kreise zwar gerne, sie wurde auch schon vorbereitet (ideell – z.B. In Form einer Diskreditierung christlicher Werte; in letzter Zeit durch gezielte Desinformation über Evangelikale). Noch aber ist es nicht so weit. Jedoch liegt sie in der Luft. Insofern finde ich den Artikel nicht zu reisserisch.

    Hauptproblem des westlichen Linksliberalismus war, dass sie zuwenig getan haben gegen die Gefahr des Kommunismus. Haette der Kommunismus dann doch den Westen erobert, und die gesamte Bourgeoisie liquidiert (Massenmord), wäre der Linksliberalismus Mitschuld gewesen. Und es war knapp! Eroberungsplaene waren schon in sowjetischer Schublade.

    Übrigens ist das rechts/Links Schema von Schandor noch zu ueberdenken. In dem sehr guten Buch „Deutschlands Tragödie“ nennt Rohrmoser den Nationalsozialismus eine kulturrevolutionaere Bewegung – also progressiv. Und wie wir wissen, war der Nationalsozialismus ja auch ein „Sozialismus“. Letztlich auch eine Bewegung, die den Staat verabsolutierte, keine absoluten (transzendenten) Werte anerkannte, und also im Kern atheistisch war. Der N.S. war sozusagen eine immanente Religion. Der Linksliberalismus ist auch eine Religion, sozusagen eine Zivilreligion.

    Danke für den Tipp des Thielecke-Buches sowie das Gedicht.

  7. Bettina Klix meint:

    Danke Lukas! Ich möchte dieselben Namen ins Spiel bringen.
    Aus dem Dies Irae-Zyklus von Bergengruen ist mir nur „Die letzte Epiphanie“ bekannt und zwar aus dem Nachwort von Eugen Kogons „Der SS-Staat. Dieses niederschmetternde Gedicht mit der Deutung des Nationalsozialismus als ein Versagen vor Gott, dessen Boten alle umgebracht werden, lässt sich nicht nur retrospektiv lesen. Natürlich ist es leichter, die Zeichen NACH dem Abschluss einer Epoche zu lesen.

    Ein anderes Buch von Thielicke, das ich erst angefangen habe, von 1949 „Der Glaube der Christenheit. Unsere Welt vor Jesus Christus“ enthält Vorträge, die Thielicke noch in der Kriegszeit halten konnte. Zum Beispiel „Die verfeinerten Methoden des Mordens. Die Entmenschlichung des Nächsten.“
    Er schreibt im Vorwort, dass sich aber die Gefahr mit dem Zusammenbruch des Systems nicht erledigt hat, da die „Verdiesseitigung selbst“ , die ihm vorausging, immer noch weiter wirkt.
    „Hier muß der Hebel für die großen geistigen und geistlichen Kämpfe angesetzt werden, die wir in Zukunft zu führen haben.“

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