Wie das Christentum die Welt veränderte

419UFgxIGpL._SL160_.jpgHeute entsteht gelegentlich der Eindruck, das Christentum habe Finsternis über die Welt gebracht. Dass dies nicht so ist, belegt der Soziologe Alvin J. Schmidt ein seinem Buch Wie das Christentum die Welt veränderte.

In der Verlagsinformation heißt es dazu:

In Europa findet ein starker kultureller Wandel statt. Dies nicht nur vor dem Hintergrund einer multikulturellen Gesellschaft, sondern auch weil uns die enge Verzahnung der europäischen Kultur mit dem Christentum immer weniger bewusst ist. Gerade Errungenschaften, die als modern und aufgeklärt gepriesen werden, wurzeln meist in christlichem Gedankengut und unterscheiden aus diesem Grund die europäisch geprägten Kulturen von anderen Kulturen der Welt. Diese Erkenntnis ist deshalb wichtig, weil sich in offenen Gesellschaften Kulturen ändern, doch es ist entscheidend von welcher Basis und in welche Richtung Veränderungen erfolgen. Deshalb sind die Forschungsergebnisse des amerikanischen Soziologen Alvin J. Schmidt, der am Illinois College gelehrt hat, besonders aufschlussreich. Schmidt beschreibt den Einfluss des Christentums im Kontext mit der geschichtlichen Entwicklung und belegt, in welchen Bereichen das Christentum die abendländische Kultur geprägt hat. Gerade im Vergleich der Situation zur Zeit von Jesus und heute, z. B. bei den Menschenrechten, der Moralvorstellungen, des Ehe- und Frauenverständnisses und der sich durch das Christentum ergebenden tiefgreifenden Veränderungen, wird die revolutionäre Wirkung der Botschaft von Jesus deutlich, die an ihrer Sprengkraft nichts eingebüßt hat, sondern im Gegenteil. Entsprechend haben sich auch die Gesellschaftsordnung und das Recht geändert. Aber Schmidt geht weiter. Er zeichnet auf, wie das Weltverständnis des Christentums wissenschaftlicher Forschung breite Bahn brach, und wie Kunst, Architektur, Musik sowie Literatur durch das Christentum geprägt wurden. In seinem Einführungskapitel verdeutlicht er an Hand einiger markanter Beispiele, wie sich Menschen in ihrer Persönlichkeit durch die Annahme dieses Glaubens verändert haben. Ein solcher Gedanke ist nicht unwichtig, geht er doch auf das Eigentliche des Christentums ein und verdeutlicht, dass es Menschen und nicht anonyme Mächte sind, die mit ihrer Haltung und Gesinnung Kulturen prägen. Das betrifft nicht nur karitative oder soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindergärten und Waisenhäuser, sondern auch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Jungen und Mädchen, die Bildung durch Universitäten sowie die Abschaffung der Sklaverei. Wer sich die heute drängenden Fragen stellt, wie eine Wirtschaftsordnung gestaltet sein sollte, findet gerade im Christentum die entscheidenden Fundamente: Freiheit, Verantwortung und Arbeitsethos.

Trotz der sorgfältigen Recherche und des wissenschaftlichen Anspruches liest sich dieses Buch eher wie ein spannender Roman. Dem Leser wird deutlich, auf welchem Fundament unsere Kultur steht. Das ist wichtig, wollen wir tragfähige Antworten für die Zukunft finden. Auch der Nichtchrist wird den unschätzbaren Wert des Christentums auf unser tägliches Leben erkennen, weil viele als modern und säkular gepriesenen Werte der christlichen Botschaft entstammen.

Bei einem Verkennen dieses Zusammenhanges und einer Preisgabe der christlichen Grundlage werden fatale Folgen nicht ausbleiben. Denn wenn wir nicht mehr wissen, warum manches so sein sollte, wird es aufgegeben. Schmidt bringt auch dafür zahlreiche Beispiele.

Das Buch:

Alvin J. Schmidt: Wie das Christentum die Welt veränderte: Menschen – Gesellschaft – Politik – Kunst, Gräfelfing: Resch Verlag, 2009, 494 S., 19,90 Euro

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Kommentare

  1. Hast du das Buch gelesen? Ich war etwas enttäuscht, habe aus Zeitgründen allerdings auch nur die ersten paar Kapitel gelesen. Wenn der Großteil der zitierten Quellen Jahrzehnte (oder Jahrhunderte) alt ist, kann man meiner Meinung nach nicht von (erfülltem) wissenschaftlichem Anspruch reden. Zudem präsentiert er meiner Meinung nach Dinge bisweilen unausgewogen zugunsten des Christentums – gefundene Angriffspunkte für Kritiker und Skeptiker, die nicht sein müssten, gerade angesichts der Masse an präsentierten guten Argmenten für die positiven Auswirkungen des Christentums.

  2. @Jörg: Weshalb sollen den ältere Quellen unzuverlässiger sein als jüngere? Nein, gelesen habe ich das Buch allerdings noch nicht.
    Liebe Grüße, Ron

  3. Roderich meint:

    Hallo Joerg,
    Ich habe das Buch auf Englisch und Deutsch gelesen, und finde es ganz hervorragend. Nicht nur von der Grundidee („Wie das Christentum die Welt (zum Positiven) veraenderte“ – das ist naemlich, so glaube ich, eine oft vergessene Tatsache), sondern auch von der Ausfuehrung.
    Die Uebersetzung ist sehr gut, daher liest das Buch sich fluessig.
    Der Aufbau der einzelnen Kapitel und die Gedankenfuehrung ist klar.
    Der Gesamtueberblick ueber die einzelnen Themen, der einem geboten wird, ist so wohl nirgends anders zu lesen. Ich kann es daher nur jedem empfehlen.

    Wie der Autor ja am Anfang schreibt, ist in den letzten Jahren nicht so viel geschrieben worden ueber die Thematik, daher das Zitieren mancher aelterer Werke.
    (Dass hier in den letzten Jahren wenig publiziert wurde, mag daran liegen, dass ein Buch, welches (mit der Inkarnation Christi) das Einwirken des Uebernatuerlichen auf die Geschichte postuliert und dazu noch als etwas Positives darstellt, sich ausserhalb des heute vorherrschenden materialistischen Paradigmas der Geschichtsschreibung bewegt, in der die Oekonomie (und nicht etwa die Weltbilder) als die treibende Kraft der Geschichte gesehen wird.)

    Ich denke also, das Buch erfuellt den wissenschaftlichen Anspruch sehr gut.

  4. Hallo Jörg,
    möglicherweise klingen einige Dinge in dem Buch scheinbar deshalb unausgewogen, weil uns die entsprechenden Fakten und Kommentare nicht (mehr) vertraut sind oder wir nur die Gegendarstellung kennen. Die Stärke des Buchs von Alvin Schmidt ist doch, Tatsachen zu nennen, die leider in Vergessenheit geraten sind bzw. nicht mehr thematisiert werden. Wie Alvin Schmidt in seiner Einleitung erläutert, gibt es leider keine bzw. nur sehr wenige Werke, die die vielen guten Argumente und die positiven Auswirkungen in einem Gesamtwerk darstellen. Genau das ist doch die Stärke des Buchs. Deshalb sollte es von möglichst vielen gelesen werden.

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