Wie kommt man in den Himmel?

Kardinal Schönborn beantwortet die Frage, wie ein Mensch in den Himmel kommt. Der Kardinal ist ja ein kluger Mann, aber er antwortet buchstäblich „evangeliumsfrei“. Ach, vertrauten wir doch Jesus Christus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh 12,25–26).

VD: US

Kommentare

  1. Sebastian meint:

    Es ist doch die perfekte katholische Antwort auf die Frage oder hättest du etwas anderes erwartet?

  2. @Sebastian: Also die offizielle katholische Antwort lautet so (Benedikt XII, 1336, DS 1000):

    Durch diese auf immer geltende Konstitution definieren wir kraft Apostolischer Autorität: daß nach allgemeiner Anordnung Gottes die Seelen aller Heiligen, die vor dem Leiden unseres Herrn Jesus Christus aus dieser Welt geschieden sind, sowie (die Seelen) der heiligen Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen und anderer Gläubiger, die nach der von ihnen empfangenen heiligen Taufe Christi verstorben sind, in denen es nichts zu reinigen gab, als sie dahinschieden, noch geben wird, wenn sie auch künftig dahinscheiden werden, oder wenn es in ebendiesen damals etwas zu reinigen gab oder geben wird, wenn sie nach ihrem Tod gereinigt wurden,und der noch zu Taufenden, nachdem sie getauft wurden, wenn sie vor dem Gebrauch des freien Willens dahinscheiden, sogleich nach ihrem Tod und besagter Reinigung bei jenen, die einer solchen Reinigung bedurften, auch vor der Wiederannahme ihrer Leiber und dem allgemeinen Gericht nach dem Aufstieg unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus in den Himmel im Himmel, Himmelreich und himmlischen Paradies mit Christus in der Gemeinschaft der heiligen Engel versammelt waren, sind und sein werden, und nach dem Leiden und Tod des Herrn Jesus Christus das göttliche Wesen in einer unmittelbaren Schau und auch von Angesicht zu Angesicht geschaut haben und schauen – ohne Vermittlung eines Geschöpfes, das sich als geschauter Gegenstand darböte; vielmehr zeigt sich ihnen das göttliche Wesen unmittelbar unverhüllt, klar und offen -, und daß die so Schauenden ebendieses göttliche Wesen genießen, sowie daß aufgrund dieser Schau und dieses Genusses die Seelen derer, die schon dahingeschieden sind, wahrhaft selig sind und das ewige Leben und die ewige Ruhe haben, und auch (die Seelen) jener, die später dahinscheiden werden, ebendieses göttliche Wesen vor dem allgemeinen Gericht schauen und es genießen werden; und daß diese Schau des göttlichen Wesens und sein Genuß die Akte des Glaubens und der Hoffnung in ihnen schwinden lassen, insofern Glaube und Hoffnung eigentliche theologische Tugenden sind; und daß, nachdem diese unmittelbare Schau von Angesicht zu Angesicht und dieser Genuß in ebendiesen angefangen hat oder haben wird, ebendiese Schau und ebendieser Genuß ohne irgendeine Unterbrechung oder Verminderung besagter Schau und besagten Genusses ununterbrochen besteht und fortgesetzt wird bis zum Endgericht und von dann bis in Ewigkeit.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Schandor meint:

    @Sebastian

    Oder wenn Du eine knappe Gegenüberstellung anhand von Bekenntnissen willst, hier:
    http://vimeo.com/29392386

    Lohnt sich, das Video (mE).

  4. Chrissen meint:

    Dieser Mann ist ein Irrlehrer, der unsinnige, falsche Dinge verbreitet, aber da nach offiziellen Reden der Päpste sogar Moslems denselben Gott anbeten und auch keinen Christus brauchen, um ins Vaterhaus zu kommen, verwundert mich das Video nicht. Die RKK ist auf ihre Weise genauso antichristlich wie die EKD.

  5. Sebastian meint:

    @Ron hab mir das von Benedikt jetzt ein paar mal durchgelesen. Aber so richtig schlau werde ich daraus noch nicht. Trotz allem ist aber die Aussage von Schönborn aber wohl dass, was die meisten („guten“) Katholiken auf diese Frage antworten würden oder nicht? Das ist zumindest meine Erfahrung in Nachbarschaft der schwarz katholischen Oberpfalz.

    Liebe Grüße,
    Sebastian

  6. Johannes G. meint:

    Vielleicht hätten Herr Schönborn und Benedikt XII (der war sogar noch recht nah dran) vorher besser den „Doctor Angelicus“ zum Thema Rechtfertigung befragen sollen – speziell Qestiones disputatae de veritate 28.9. Dann hätte die Antwort ggf. etwas übersichtlicher ausfallen können 😉

    …when some mean must be recognized between the endpoints of a change, the transition from one endpoint to another must be successive, because that which is moved continuously must first be changed to the mean before it is changed to the final endpoint … But when there cannot be a mean between the two endpoints of a change or motion … , then the transition from one endpoint to the other does not occur in [a period of] time but rather in an instant. And this happens when the two endpoints of a motion or change are … privation and form … And so I say that the endpoints of justification are grace and the privation of grace. Between these there is no mean … and therefore the transition from one to the other is in an instant, … And so the whole justification of an impious person occurs in an instant.

    Liebe Grüße
    Jo

  7. Tim-Christian meint:

    Die Antwort des Kardinals ist nicht nur sub-christlich, sondern auch sub-katholisch. Nach katholischem Verständnis ist jeder getaufte Gläubige vor Gott gerecht – und zwar aus (sakramental mitgeteilter) Gnade und allein aufgrund der Verdienste Christi. Der Unterschied zur evangelisch-reformierten Sicht besteht darin, dass diese initiale Rechtfertigung prinzipiell verlierbar ist (s. Todsünde) und vom gläubigen Katholiken durch Sakramentenempfang und eigene verdienstliche Werke bewahrt und vermehrt werden kann/muss. Auch das ist natürlich nicht wirklich biblisch, denn „da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Röm 5,1). „Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden“ (Heb 10,14). Nichtsdestotrotz enthält die katholische Lehre mehr Jesus, mehr Kreuz und mehr Evangelium, als der Kardinal hier rüber bringt.

  8. Christina meint:

    Er hat nicht einmal den Namen „Jesus“ erwähnt…

  9. Schandor meint:

    Und noch wichtiger: Nicht einmal Maria …

  10. @Schandor: Mutter Gottes = 1:28.
    Liebe Grüße, Ron

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