Wie viel Umgestaltung verträgt der christliche Glaube?

Auf Einladung der FTA habe ich am 5. Dezember vormittags im Plenum einen kurzen Vortrag zur Emerging Church gehalten. Meinen ursprünglichen Plan, in 30 Minuten die Stellvertretende Sühne, die Neue Paulusperspektive, die Reich Gottes-Theologie von N.T. Wright und die dekonstruktivistische Hermeneutik abzuhandeln, habe ich doch schnell wieder verworfen. Stattdessen habe ich mir kurzfristig Brian McLarens (von Peter Aschoff exzellent übersetzten) Vortrag über den postmodernen Paradigmenwechsel angehört und muss prompt widersprechen. Wir brauchen kein post-protestantisches Weltbild, sondern ein bußfertiges Herz.

Hier kann das Skript zum Vortrag herunter geladen werden: fta-emch-101.pdf.

Kommentare

  1. Lieber Ron, vielen Dank für deine Kritik von McLarens Vortrag, die mich sehr zum Nachdenken anregt. Ich merke, dass du auf einem theologischen Niveau argumentierst, das ich wahrscheinlich nicht erreichen kann, aber trotzdem will ich es mal wagen, zwei Anmerkungen dazu zu schreiben, wo ich McLaren und die Bewegung insgesamt anders verstehe als du:

    1) Du setzt voraus, dass McLaren Glaube und Postmoderne miteinander verheiraten will und protestierst dagegen zu Recht. Ich verstehe ihn so, dass es darum geht, neu zu überlegen, was Glaube in der Postmoderne bedeutet – und dies muss notwendig eine Kritik des modernen Christentums beinhalten, aber auch eine Kritik der Postmoderne. Das Anliegen zur Reflexion darüber, wie Christen in den neuen emergierenden Gesellschaften leben können, bleibt aber wichtig und es reicht nicht, einfach trotzig am modernen Weltbild festzuhalten und damit für die postmodernen Menschen um uns herum als Gesprächspartner auszufallen. Ein Beispiel bei McLaren dafür, dass die Charakteristika von Postmoderne und postmodernen Glauben nicht deckungsgleich sind: Während die von dir erwähnten postmodernen Denker so etwas wie eine Meta-Erzählung nicht mehr denken können, tut McLaren genau dies (siehe die New-Kind-of-Christian-Trilogie). Ich stimme dir zu, dass das kritische Element gegenüber der Postmoderne bei manchen Vorreitern der Emerging Church manchmal noch etwas kurz kommt. Andererseits ist das doch eigentlich immer so bei neuen Bewegungen, dass die Abgrenzung vom Alten (hier dem mit der Moderne verheirateten Christentum) zunächst wichtig ist, um überhaupt zu neuen Ufern aufbrechen zu können.

    2) Als alternative Therapie für den kranken Patienten Kirche schlägst du vor: „Die
    erwecklichen Bewegungen, die wir natürlich nie produzieren können sondern immer Gnadenakt Gottes sind, wurden durch etwas entfacht, was John Stott das „doppelte Hören“ genannt hat. Das Hören auf das, was Gott in seinem Wort sagt, und das Hören auf das, was in dieser Welt passiert. Wenn wir mit beiden Ohren hören, können wir den Menschen Gottes Interessen kommunizieren. Die Erweckungen kamen durch eine neue Hinwendung zur Selbstoffenbarung Gottes in der Heiligen Schrift und durch eine tiefe Liebe für die Not der Menschen in dieser Welt.“ So richtig das ist, finde ich es geradezu unfair, dies als Alternative zu McLaren darzustellen. Er selbst hätte mit Sicherheit gar keine Mühe, das Bild mit den beiden Ohren zu verwenden. Indem du dies als Alternative aufbaust, implizierst du, dass McLaren und andere Glaube selbst produzieren wollen, nicht auf Gott in seinem Wort hören und keine tiefe Liebe für die Not der Menschen empfinden. Das ist nicht nur falsch, sondern auch verletzend.

  2. Danke Simon, dass waren auch meine Gedanken während des Vortrags gewesen. Ich hatte das Gefühl, dass Brian McLaren hier ein wenig Unrecht getan wird, auch wenn ich selbst bei vielen von BM skeptisch wäre.

    Andererseits hatte ich ein Problem damit, dass für den Zuhörer, der nichts von EC weiß, durch die Verknüpfung der EC mit McLaren ein vielleicht einseitiges Bild von EC geliefert wird. Sicherlich ist BM ein sehr sehr wichtiger Sprecher innerhalb der EC, aber eben nicht stellvertretend für die EC an sich. Da gibt es eine viel größere Bandbreite an Meinungen und Strömungen. Und wenn ein Zuhörer das nicht weiß und nur das hört, dann wird er fast automatisch negativ eingestimmt gegen die EC.

    Inhaltlich würde ich Ihnen, Herr Kubsch, sicherlich in vielem zustimmen. Aber ich denke, ganz viele in der EC eben auch. Und das kam nicht zum Vorschein.

  3. Hallo Ron,

    danke für Deine kritische Auseinandersetzung mit BM. Ein paar Anmerkungen dazu.

    Du appelierst, den „Polytheismus“ der PoMo herauszufordern, und ich denke, Du siehst diese „Operation am offenen Paradigma“ als Antithese zu BM, welcher, wie Du schreibst, alles aus der Theologie entfernen möchte, was im Gegensatz zur PoMo steht. Zunächst halte ich diese Einschätzung von BMs Absichten für schwierig; Ich kann bislang nicht erkennen, wo er sich vom Alleinigkeits-Anspruch des biblischen Gottes entfernt. Leider lieferst Du keine Denkansätze zur Herausforderung des PoMo „Polytheismus“ und es fällt mir ernsthaft schwer, da überhaupt welche zu sehen.

    Stattdessen sehe ich durchaus Ansätze, die OP doch bei der Theologie zu machen (vielleicht tun sich hier sogar Möglichkeiten einer klassischen Synthese auf). Da wäre zum einen die Betonung der persönlichen und individuellen Offenbarung des biblischen Gottes, die wesentlich weiter geht als das bloße für-wahr-halten-müssen einer Dogmatik. Auch die Frage, in wie weit diese Offenbarung tatsächliche Veränderungen auslöst und darüber einen Wahrheit produzieren kann, scheit mir in diesem Kontext sehr wichtig. Das sind natürlich alles keine fertigen Antworten und es bleiben überall noch nicht aufgehende Reste, aber die Ansätze halte ich für gut, u.a. weil sie eben auch kompatibel mit einer modernen Weltauffassung sind.

    Was die von Dir genannte Alternative betrifft, so teile ich die Kritik von Simon ebenfalls.

  4. ich kann selber noch nicht endgültig (er)sehen ob und wie Gott die Emergente Bewegung haben möchte…aber es ist ein Prozess der sich entwickeln muß, bzw. Kritik, Argumentation usw. ist nicht etwas schlechtes, sondern formt uns – und das ist gut so – und IMHO -wir werden erst „alles“ dann erkennen, wenn wir bei Gott sind.

  5. Lieber Simon & lieber Kapeka,

    vielen Dank für Eure Anmerkungen, die ich mit viel Verständnis aufnehme. In der Tat kann man in knapp 30 Minuten der Vielschichtigkeit dieser Thematik nicht gerecht werden. Während eines gewöhnlichen Seminars zur Emerging Church weise ich ausdrücklich auf die Unterscheidung zwischen Emergent Village (EV) und Emerging Church (EmCh) sowie Freunden und Sympathisanten der EmCh hin und betone, dass die Bewegung noch im Findungsprozess steckt und nicht in gewohnte Schubladensysteme hineinpasst. Auch verschiedene Taxonomien (Scott McKnight, Mark Driscoll und Darrin Patrick) erwähne ich in der Regel. Ich hoffe, trotz des kleinen Zeitfensters deutlich gemacht zu haben, dass auch ich für einige Impulse der EmCh dankbar bin (vgl. S. 3–4).

    Der Einfluss des EV auf die EmCh ist nun Mal sehr groß und so wird ein EmCh’ler damit leben müssen, dass Brian McLaren, Doug Pagitt oder Tony Jones wichtige Anlaufstellen für eine Auseinandersetzung bleiben. Ich gehe zudem davon aus, dass »Emergent Deutschland« McLaren nicht zufällig eingeladen hat (oder eingeladen hat, um sich von ihm abzugrenzen).

    Brian McLaren ist eine nette, kommunikative und einnehmende Persönlichkeit. Wer seine Bücher kennt, weiß allerdings, dass auch er hart zuschlagen kann. Ich finde das auch nicht schlimm und setze mich gern mit dem Vorwurf auseinander, dass ich als reformierter Christ ein modernes Bibelverständnis habe. Nur muss eben, wer austeilt, auch einstecken. Eine »bitte verletz mich nicht«-Mentalität steht aufrichtigen Prozessen oft im Weg. Hat nicht das allzu oft falsch verstandene Verständnis von Liebe in der christlichen Szene dazu geführt, dass man vor »lauter Liebe« nicht mehr ehrlich miteinander reden kann und Schutzschichten von Nettigkeiten eine echte Anteilnahme verdrängen?

    In der Tat bin ich der Auffassung, dass McLaren gerade nicht das »unchanging Gospel in a changing world« vertritt, wie das z.B. John Stott oder Francis Schaeffer getan haben. Wäre es so, würde er sich nicht von dieser Tradition abgrenzen. Ich stehe außerdem zu der Einschätzung, dass McLaren sich selten die Mühe macht, auf die Heilige Schrift zu hören und ihre Auslegungs- und die Theologiegeschichte zu erörtern. Ich habe zwar nicht alle Bücher von ihm gelesen, aber was ich da z.B. in Generous Orthodoxy entdeckt habe, ist oft skurril. Er liebt die Methode, Sinnzentrenten von Texten zu zerstören und damit “geheime” Botschaften zu formulieren, die dann vermutlich seinen persönlichen Vorlieben entsprechen.

    Ich habe im Vortrag bewusst versucht, die Paradigmenfrage auf einer »Metaebene« anzusprechen, weil ich glaube, dass sich an dieser Frage die Zukunft der EmCh entscheiden wird. Dass das postmoderne Denken in der EmCh sehr präsent ist, lässt sich nachweisen. Die häufig zu findenden Erklärungen dafür, dass es keine für alle Menschen verbindliche Theologie, Anthropologie, Ethik etc. gibt oder geben kann, entspricht beispielsweise einer poststrukturalistischen Denkart. Wenn es stimmt, dass Postmoderne radikale Moderne ist (was viele Kenner behaupten, z.B. Lyotard), liegt es nahe zu vermuten, die EmCh sei noch moderner als das reformatorische Christentum. Ist es das, was wir wollen?

    Danke für Euer Interesse & Ringen! Shalom, Ron

  6. Lieber Onkel Toby,

    danke für Deinen Kommentar, der so viele Botschaften enthält, dass ich nicht auf alle eingehen kann. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Ich interpretiere Dein Anliegen so: Gibt es überhaupt eine Alternative zum erkenntnistheoretischen »Polytheismus«?
    Kurz: Wir müssen den PoMo-»Polytheismus« herausfordern und können das auch. Allerdings müssen wir wohl sehr weit zurückgehen und untersuchen, was alles so falsch gelaufen ist. Ich vermute, dass wir dem Idealismus (z.B. Kant) einige der Probleme zu verdanken haben, zum Beispiel die strenge Trennung von Glaube und Wissen, die ja (und da bin ich Leuten wie Freud oder Foucault dankbar), nun fraglich geworden ist. Auch die Scholastik müssen wir hinterfragen. Ich sehe da sehr gute Ansätze, zum Beispiel bei Alvin Plantinga oder auch Scott Oliphint.

    Liebe Grüße, Ron

  7. Lieber Ron,

    danke für deine Antwort. Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Skizzen bei einem halbstündigen Vortrag grob bleiben müssen. Insofern kann ich auch damit leben, dass du McLaren als einen Vertreter der emerging church hier nimmst und dich mit seinem Vortrag auseinandersetzt. Ich habe zudem den Eindruck, dass du viel mehr gelesen hast und nicht nur auf dem Hintergrund von ein bis zwei McLaren-Büchern argumentierst. Insofern meine ich, dass der ständige Hinweis darauf, dass McLaren nicht DIE EMERGING CHURCH und auch nicht DAS EMERGING VILLAGE ist, zwar sachlich für richtig, es macht es den Kritikern aber auch wirklich schwer, weil wen sollen sie denn sonst nehmen, wenn es keine Auseinandersetzung im Format einer Doktorarbeit werden soll …

    Zu deiner Bemerkung, dass McLaren kein unveränderliches Evangelium in einer sich ändernden Welt vertritt: Ich kenne McLaren da nicht gut genug, aber ich könnte mir vorstellen, dass da stimmt. Ich persönlich würde dem auch zustimmen (siehe auch die Diskussion auf dem Zeitgeist-Blog). Ich meine aber, dass das ein etwas anderer Kritikpunkt an McLaren ist als das, was du in dem Vortrag geäußerst hast und habe irgendwie den Eindruck, dass du auf meine zwei Punkte von oben (es gibt auch kritisches Potential ggü der Postmoderne; deine Alternative ist unfair) noch nicht so richtig geantwortet hast.

    Ich hoffe, mein Gesprächston ist in Ordnung – ich diskutiere gerne und formuliere manchmal etwas spitz, weil es meiner Meinung nach die Diskussion vorantreibt und Positionen deutlich macht. Wenn du es zu spitz findest, darfst du das gerne sagen und ich mäßige mich (man nimmt das ja manchmal unterschiedlich wahr).

  8. Danke für die Antwort. Ich denke auch, mein Problem besteht nicht so sehr in dem Vortrag an sich, als darin, dass der Vortrag in diesem Kontext der FTA vielleicht nicht ganz so glücklich war. Damit meine ich: Die meisten FTAler wissen nicht viel über die Emerging Church. Wäre der Vortrag nach einem einleitenden, nicht gleich wertendem Vortrag in die EC dran gekommen, dann wäre er gut eingebettet gewesen und hätte sehr gut auf die Problem-Seiten hinweisen können, die in der EC auftauchen oder auftauchen könnten.

    So aber war das ein Vortrag in einen leeren Raum hinein und da könnte er etwas missverständlich/einseitig/unausgeglichen für die weniger EC-bewanderten sein.

  9. Im Bezug auf die Frage ob Brian McLaren „kein unveränderliches Evangelium“ haben moechte ist vielliech folgendes Zitat hilfreich:

    „I [Brian McLaren] don’t think we’ve got the gospel right yet. What does it mean to be ‘saved’? When I read the Bible, I don’t see it meaning, ‘I’m going to heaven after I die.’ Before modern evangelicalism nobody accepted Jesus Christ as their personal Savior, or walked down an aisle, or said the sinner’s prayer. … I don’t think the liberals have it right. But I don’t think we have it right either. None of us has arrived at orthodoxy.“

    Andy Crouch, “The Emerging Mystique,” Christianity Today 48 (November 2004) : 36.

    Er scheint in diesem Fall die Problematik zu umgeht mit der Behauptung, dass wir die richtige Definition vom Evangelium noch nicht gefunden haben.

    Persönlich finde ich das Zitat eher verwirrend. Aber vielleicht hilft es ja.

  10. Lieber Simon,

    ich finde Deinen Ton völlig o.k. und danke Dir für Deine Rückfragen!
    Es ist in der Tat so, wie Du schreibst: Der Interessierte oder der ‚Kritiker‘ ist auf exponierte Leute angewiesen und manchmal führt das zu Verzerrungen.

    Zu Deinen Fragen:

    (1) Auch ich vernehme hin und wieder in EmCh-Kreisen Kritik am PoMo. Bei Dan Kimball spürt man eine Reserviertheit und die Aufsätze von Thomas Weißenborn im ZeitGeist-Buch fand ich ermutigend. Insgesamt bemerke ich jedoch eine geradezu stoische Akzeptanz oder freudige Feier dessen, was da so passiert (ist). Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir stehen nun vor der Wahl, ob wir mitziehen oder nicht. Wir sind dazu „verdammt“ oder „befreit“, ein mit der emergierenden Welt verträgliches Weltbild zu entwickeln. Oft werden auf diese Weise unkritisch PoMo-Theorien in das eigene Glaubensmodell eingearbeitet.
    Ob McLaren wirklich an einer großen Erzählung festhält, kann ich nicht sagen. Aus seiner Perspektive ist jeder von uns eine Geschichte, die sich entwickelt und von vielen anderen Geschichten umgeben ist. Viele amerikanische EmCh’ler versuchen derzeit die Verträglichkeit von PoMo und christlichem Glauben dadurch zu gewährleisten, in dem sie sagen, dass Christentum sei überhaupt keine große Erzählung. Es gibt von Brian Äußerungen in die Richtung: „es gibt eine absolute Wahrheit“ oder „das Evangelium ist eine story“. Da er aber ein eher evolutionstisches und synthetisches Wahrheitskonzept vertritt (vgl. Ken Wilber), bin ich mir nicht sicher, was er damit meint. Wenn er an einer großen Erzählung festhält, dann wohl eher im Sinne eines nicht-propositionalen, existentiellen Narrativ. Nicht du verstehst die Erzählung, du lernst dich im Jesus-Narrativ selbst verstehen … usw.

    (2) Ich bleibe bei meiner Behauptung, dass McLaren mit dem Prinzip vom »doppelten Hören« nicht glücklich ist. Er hält das das »unchanging Gospel in a changing world” für unbefriedigend (jedenfalls hat er das geschrieben). Er sagt in für ihn so typischer Weise: „Das unveränderliche Evangelium verändert sich ständig“.

    Ich will natürlich nicht sagen, dass McLaren seine Bibel nicht liest. Ich will sagen: Wenn Gott spricht, dann haben wir zu hören und zu gehorchen und dieses Wort nicht zu dekonstruieren. Dieses Sicht von der Autorität und Klarheit des Wortes Gottes kann aus der Perspektive von McLaren nur verstaubt und (gefährlich) modern sein. McLaren vertritt, wie man vielleicht sagen könnte, eine negative Hermeneutik und erklärt uns, was die Heilige Schrift nicht sagt. Wir wissen nicht, was die Bibel darüber sagt oder darüber sagt oder darüber sagt. Ich glaube, wir reden hier über verschiedene Modelle des Hörens.

    (Nebenbemerkung: Oft will man damit Gesetzlichkeit austreiben, weil man so viele schlechte Erfahrungen mit „So ist es“ oder „Du hast gefällig das und das“ zu tun, gemacht hat. Das Spannende ist ja, dass dann auf einmal ganz neue Gesetze und Gewissheiten eingeführt werden. Z.B.: „Gott interessiert nicht, ob Du Sex vor der Ehe hast oder nicht!“ Oder: „Gott will, das wir uns um die Obdachlosen kümmern!“ Woher die Gewißheit?)

    Dir alles Gute, Ron

  11. Lieber Kapeka,

    ja, wenn ich das so lese, war wohl das setting nicht ideal. Wir haben den Rahmen kaum besprochen. Ich ging davon aus, dass die Basics zu EmCh den FTA’lern bekannt seien.

    Danke für den Hinweis, Ron

  12. Lieber Steffen,

    ja das passt. Ähnliche Zitate findet man bei Brian McLaren immer wieder. Ich vermute, er würde unter Verweis auf 1Kor 13,9 ohne Gänsehaut sogar behaupten können: Auch Paulus hat das Evangelium nicht verstanden.

    Wenn man WILL, kann man alles dekonstruieren. In den philosophischen Seminaren erlauben sich die Studenten bei solchen Sachen schon mal einen Scherz: „Kannst Du mir bitte erklären, warum Du apodiktisch behauptest, man könne nichts genau wissen.“

    In Erlangen soll McLaren gesagt haben: Jesus wußte selbst nicht, warum er sterben sollte. Allerdings habe ich das selbst nicht gehört und weiß so nicht, was er definitiv gesagt hat und wie er es noch gemeint haben könnte. Vielleicht kann mir jemand helfen, der dabei war?

    Sollte er es so gesagt haben, hätte demnach auch Jesus das Evangelium nicht verstanden (vgl. aber Joh 10).

    Danke Steffen, Ron

  13. Rüdiger meint:

    Lieber Kapeka, lieber Ron, liebe Alle,

    ich fand den Vortrag ausgewogen und fair, aber eben nicht neutral, sondern Ron hat seine Aussagen gewichtet, d.h. das Gute ist wirklich gut, aber die Probleme bei der EmCh sind wirklich problematisch nach Rons Meinung und werden nicht durch das Positive neutralisiert.
    Ich glaube, was Ron sagen will ist, dass wir das Gute von der EmCh auch haben können, ohne den „Antworten“/ „Vorschlägen“/ „Gedankenanregungen“ der EmCh folgen zu müssen. Oder anders ausgedrückt: die von BM vorgeschlagene Therapie ist nicht die einzig mögliche, die es für den Patient Kirche gibt (was BM auch nie sagen würde, obwohl sein polarisierender, dekonstruierender Argumentationsstil dies manchmal nahe liegt).

    Auch ich bin von L’Abri geprägt. Ich habe 5 Jahre im englischen L’Abri gelebt, was so etwas ähnliches ist, wie eine apologetische Lebensgemeinschaft. Auf der Grundlage eines klassischen (nicht nur modernen!) Wahrheitsverständnisses und einem konservativen Schriftverständnis und in einem beziehungsorientierten und familiären Rahmen wird zusammen Apologetik getrieben. 2 wesentliche Grundlagen der Arbeit sind: Erstens, alle Menschen sind Ebenbilder Gottes (wie entstellt es auch sein mag) und sind deshalb mit Respekt und Liebe zu ehren, unabhängig von Glaubensüberzeugungen und Lebensstil. Zweitens, es wird nach der Devise „ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen“ miteinander gerungen und das beinhaltet, dass alle Fragen erlaubt und wichtig sind, voraussgesetzt es ist meine persönliche Frage (und nicht nur iakademisch imposant oder theoretisch möglich). Es gibt keine Bekehrungsaufrufe mit nach vorne kommen (obwohl sich Leute klassisch bekehren) oder keine „4 geistlichen Gesetze“ und kein „bloßes-für-wahrhalten-von-richtigen-Glaubenssätzen. Es wird nicht nur über den „zweiten Tempel“ oder die „Frauenfrage“ diskutiert, sondern über Sport, Medien, Politik, Philosophie, Wahrheit, Film, Musik, Arbeit, Sodomie… Man lacht, weint, isst, arbeitet, feiert gemeinsam und alle lernen von allen. Das ist möglich, ohne das klassisch-evangelikale Evangeliums-, Schrift- oder Wahrheitsverständnis ändern zu müssen.

    Da die EmCh in der Tat mittlerweile so weitläufig ist, dass sie nicht in einer Stunde angemessen zusammen gefasst werden kann und da auch die Kurzcharakteristiken von Moderne-Postmoderne zu grob sind, sollten wir uns einzelnen Fragen widmen, die u.a. von der EmCh aufgeworfen werden (was natürlich nicht heißt, dass sie neu wären).
    Die zentralen, kontroversen Fragen kann man schlecht übers bloggen bearbeiten, aber das bloggen bringt sie zu Tage. Vielleicht sollte sich der eine oder andere mal daran machen, die kontroversen, zugrundeliegenden Fragen zu sammeln, die man dann in einem anderen Kontext kontrovers diskutieren könnte (z.B. Konferenz, Symposium).

    Grüße an alle,

    Rüdiger

  14. Hallo Ron
    Danke für deine wertvollen Inputs. Was mich selber von dir (und auch anderen ec-kritisch eingestellten) interessieren würde:
    Wie lebst du und deine Gemeinde ganz praktisch Christsein im 21.Jahrhundert? Wie kommt deine Gemeinde mit postmodern geprägten Menschen in Kontakt? Werden Menschen dadurch von Neuheiden zu veränderteten Nachfolgern Christi? Welche Akzente setzt du da?
    Da würde brennend gern mehr darüber erfahren.
    Ich weiss, dieser Comment ist etwas off-topic…

  15. @ Ron: Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und dein Mitdenken. Ich denk noch ein wenig über das nach, was du geschrieben hast.

    @ Rüdiger: Um genau diese grundlegenden Fragen kontrovers zu diskutieren, ist Emergent Deutschland angetreten. Du wirst verwundert sein, was für verschiedene Positionen sich dort finden – wir sind uns keinesfalls einig, aber uns bewegen ähnliche Fragen und die Liebe zu Gott und den Menschen (das gilt übrigens auch für viele andere Bewegungen). Emergent Deutschland gibt es ja nicht als lokalen Fanclub von Herrn McLaren oder als deutsche Vertretung des amerikanischen Emergent Village. Herr Matthies (idea) hat in seinem Rundumschlag ja gleich mal den Vorwurf rausgehauen, man solle sich lieber mit den eigenen Vätern beschäftigen als ständig amerikanische Entwicklungen zu imitieren – was er aber offenbar nicht weiß, dass genau ersteres schon passiert. Und dass McLaren nun ausgerechnet Amerikaner ist, dafür kann er ja auch nix (ich habe auch nicht den Eindruck, dass er den Patriotismus vieler seiner Landsgenossen teilt).

  16. Matthias meint:

    @Ron: Vielen Dank für das veröffentlichen des Vortrags.

    „Das Hören auf das, was Gott in seinem Wort sagt, und das Hören auf das, was in dieser Welt passiert. Wenn wir mit beiden Ohren hören, können wir den Menschen
    Gottes Interessen kommunizieren. Die Erweckungen kamen durch eine
    neue Hinwendung zur Selbstoffenbarung Gottes in der Heiligen Schrift
    und durch eine tiefe Liebe für die Not der Menschen in dieser Welt.“

    Dieser Satz von dir, wird mich in der Diskussion um die EmCh begleiten.

  17. >>> Wir brauchen kein post-protestantisches Weltbild, sondern ein bußfertiges Herz.

    Moin moin. Das verstehe ich nicht. Das hört sich so an: „wir brauchen keine Autos, sondern ein bußfertiges Herz.“ Als ob das eine das andere ausschließen würde. Verstehe ich nicht.

    Aber danke für die Kritik. Keine direkte Kritik an die Emerging Church, sondern an Brian McLaren, wie ich gelesen habe. Wie gesagt, es gibt nicht DIE Emerging Church, auch nicht unbedingt theologische Gemeinsamkeiten, die zusammen geprägt werden. Die Emerging Church könnte man vergleichen mit der evangelikalen Bewegung. Gut oder schlecht? Naja, kommt darauf an, wo man hinschaut.

    Empfehlenswert wäre „Listening to the Beliefs of Emerging Churches: Five Perspectives“. Hier sieht man deutlich, dass es grobe theologische und philosophische Unterschiede in der Emerging Church gibt – und dass man nicht alles unter dem label „liberal“ usw. abstempeln kann.

  18. Lieber Danny,

    nein, ich vergleiche nicht Äpfel mit Birnen. Die Frage lautet: Was können wir dagegen tun, dass Kirche nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet? Die einen sagen: Wir brauchen ein neues Weltbild. Ich sage: Wir sollten umkehren. Die Bibel liefert einige Beispiele dafür, dass Gott Menschen erhört, die ein bußfertiges Herz haben.

    Auch auf die Gefahr hin, dass es etwas platt klingt, will ich es kurz an einem Beispiel illustrieren. Ich habe vor einigen Jahren in Afrika Menschen kennengelernt, die haben Bürgerkriege mit erlebt, sind mehrmals gerade so mit dem Leben davon gekommen und waren – auch an dortigen Maßstäben gemessen -, arm. Die meisten von ihnen besaßen nur eine Bibel. Aber sie lasen ihre Bibel mit einem hörenden Herzen. Sie verstanden, was Gott sagt und integrierten das Empfangene in ihr Leben. Sie fragten nicht: „Gott, warum hast Du Dich nicht klarer ausgedrückt!“ Sie beteten: „Herr, hilf mir kleinem unverständigen Menschenkind, dein wunderbares Wort zu verstehen und schenke mir die Bereitschaft, diesem Wort auch zu gehorchen.“

    Bei uns haben wir 10 Bibelübersetzungen im Regal stehen und neben der Biblia Hebraica und dem Nestle-Aland noch Bibelworks oder Accordance auf dem Rechner. Noch nie besaßen Menschen so viele Tools, Lexika und Kommentare zu den Bibeltexten. Fast jährlich kommen neue Bibelübersetzungen auf den Markt, da die geistliche Krisis ja etwas damit zu tun haben könnte, dass der kulturellen Graben so groß ist. Das Resultat: die Unklarheit ist größer als je zuvor. „O, Gott, warum hast Du nicht klarer kommuniziert!“ Wir können gar nicht wissen, was Gott meint, da alles Interpretation ist. Wir begegnen in den Bibeltexten ja sowieso nur uns selbst.

    Verstehst Du, worauf ich hinaus will? In unserem Herzen muss sich etwas ändern. Frei nach Kierkegaard: Probleme bereiten uns nicht die Bibeltexte, die wir nicht verstehen, sondern die, die wir verstehen.

    Kurz zu „Listening to the Beliefs of Emerging Churches: Five Perspectives“. Das Buch ist wirklich interessant und es lohnt sich, die Beiträge von Doug Paggit und Mark Driscol miteinander zu vergleichen. Wenn für Dich auch Mark zur EmCh gehört, dann bin auch ich ein EmCh’ler. Doug hat kürzlich in dem CT Beitrag über Mark Driscoll ungefähr gesagt: „Mark und ich, wir erzählen verschiedene Erzählungen des Christentums.“

    Es lohnt sich, mal den Vortrag zu hören, in dem Mark mit einem gebrochenen Herzen über Brian McLaren, Rob Bell und Doug Pagitt spricht. Zum Mitschnitt gehts hier: http://theoblog.de/?p=115

    Dir einen guten Tag, Ron

  19. Lieber Mike, (& lieber Kollege)

    das ist natürlich ein großes Fass, das Du da öffnen möchtest. Dazu nur ein paar spontane Gedanken:

    (1) Ich bekenne gern, dass im Bereich der praktischen Theologie die EmCh ihrer Stärken hat und hier viel zu lernen ist.

    (2) Ich habe kürzlich eine EmCh-nahe Gemeinde besucht und hatte dort das Gefühl, bei einer CfC- oder SMD-Semestereröffnung zu sein. Fast alle Leute zwischen 18 und 30 Jahre. Kann nicht die Fokussierung auf den „postmodernen Jugendlichen“ schnell eine andere Form der Ausgrenzung produzieren?

    (3) Während meiner Zeit in der Studenten- und Sportmission hatte ich recht viele Kontakte mit postmodern geprägten Menschen (auch wenn die wenigsten mit PoMo hätten etwas anfangen können). Ich kann nur wiederholen, dass (im Großen und Ganzen) die Themen der EmCh nicht die Themen dieser Menschen waren. Ich bleibe dabei: Der EmCh-Hype ist vor allem eine „interne Angelegenheit“. Die Leute wollten (überwiegend) wissen, woran sie sind, also Klarheit.

    (4) Da ich heute auf dem Land mit einer handvoll Pferden zusammenlebe, stellen sich wieder andere Fragen (ich habe ja nichts gegen Kontextualisierung). Aber das führt jetzt wohl doch zu weit.

    Liebe Grüße in die Schweiz, Ron

  20. Hallo,
    ich war der Meinung, dass Brian in Generous ganz klar sagt, dass er nicht das unveränderliche Evangelium mit neuen Methoden predigen will, sondern dass sich auch die Botschaft im Fluß befindet. (leider hab ich das Buch gerad verliehen).
    Mit Jesus wusste nicht, warum er starb:
    Das war nicht seine Aussage, sondern ein Zitat von seinem Bruder, der sich auf Jesus Gebet im Garten Gethsemane bezog. Es war weniger theologisch und mehr pastoral gemeint. Jemand hatte Schwierigkeiten zu verstehen, warum Jesus überhaupt sterben musste und er wollte damit sagen: so richtig klar war es vielleicht Jesus in dem Moment auch nicht.
    Wegen Bußfertigkeit vs. Weltbild: hier würde ich auf Tim Keller verweisen, der beide Ansätze ganz gut vereint. Nach dem Verständnis von der Emerging Conversation, dass McLaren vermittelte, nämlich: Leute aus verschiedenen Denominationen, die sich einfach (manchmal unabhängiog voneinander und ohne immer die selben Bücher gelesen zu haben) mit diesen Fragen beschäftigen, würde ich Tim Keller und Marc Driscoll auf jedenfall als Teil der Conversation sehen. Und damit vielleicht auch dich.

  21. Hallo Ron,

    danke für Deine Antwort und die beiden Namen. Ich bin schon einige Zeit raus aus dem universitären Diskurs und nicht mehr so recht auf der Höhe der Zeit, werde da mal nachlesen.

    „Insgesamt bemerke ich jedoch eine geradezu stoische Akzeptanz oder freudige Feier dessen, was da so passiert (ist). “

    Es ist ja nicht so, als ob die (ich nenne sie jetzt mal so) Errungenschaften der Postmoderne eine Art Mode sind, die man nun mitmachen kann oder nicht. Heisenberg hat Tatsachen entdeckt und z.B. die Diskurstheorie und die Dekonstruktion hat aus meiner Sicht einfach Räume eröffnet, die uns zuvor nicht zur Verfügung standen. Gerade als Literaturwissenschaftler habe ich den Poststrukturalismus, Lacan und die Systemtheorie natürlich gefeiert. Da kann ich einfach nicht sagen, dass wir als Christen solche Dinge aber nicht diskutieren, weil die Bibel (angeblich) nichts darüber sagt. (Ich bin von daher auch sehr gespannt auf Deine Ansichten zu Mike B’s Fragen). Ich bin sehr daran interessiert, wie man da weiterdenken kann, aber mir ist keine Kritik bekannt, die da neue und Produktive Ideen findet (was natürlich an mir liegen kann).

    Und zu Deinen Erfahrungen in Afrika – wer beklagt sich denn, dass Gott sich nicht deutlicher ausgedrückt hat? Ich denke, wir beten beide das gleiche Gebet, nur die Anworten darauf können unterschiedlich sein, weil z.B. unsere Lebensumstände es sind.

    OT

  22. Lieber Ron
    Danke für deine Reaktion.
    Ja, es ist ein weites Fass, da hast du 100% Recht. Ich erwarte auch nicht, dass diese Themen in EINEM Comment oder Post abgehandelt werden. Das braucht Zeit. Mir ist die ganze Diskussion oft einfach zu theoretisch und abgehoben. Es braucht gute und saubere Theorie, ja; davon bin ich überzeugt. Aber wenn die Verbindung ins Leben, in die Praxis nicht stattfindet, bleibt bei mir ein schales Gefühl zurück. Darum habe ich ein echtes (nicht vorgespieltes) Interesse zu erfahren, wie konkret und praktisch Alternativen zu EC ausssehen können. Auch wenn du jetzt mit Pferden auf dem Leben zusammenlebst, nehme ich mal an, dass du aktiv zu irgendeiner Glaubensgemeinschaft/Kirche/Gemeinde gehörst. Ob eure Gemeindeglieder nun postmodern geprägt sind oder nicht, mich würde interessieren, wie du/ihr Christsein im 21.Jahrhundert gestaltet. Noch weitere Fragen habe ich hier vermerkt:
    http://lifenavigator.typepad.com/lifenavigator/2007/12/was-sind-die-al.html
    Lieber Gruss aus der Schweiz
    Mike

  23. Lieber Mike,

    die Fragen, die Du stellst, sind sehr gut und wichtig. Wie Du, meine auch ich, dass es da viele Hausaufgaben zu machen gibt und orthodoxe Lehre allein keine Lösung sein kann. Biblische Lehre will immer in das Leben inkarnieren. Vielleicht komme ich einmal dazu, etwas ausführlicher auf den Katalog einzugehen. Hier nur kurz: Da ich von der Prägung her ein L’Abri’ler bin, plädiere ich für Orthodoxie und für Orthopraxis. Die beste (sehr kurze) Zusammenfassung dieses Ansatzes, die ich kenne, ist der Vortrag, den Francis Schaeffer 1974 auf dem Kongress für Weltevangelisation bei Euch in Lausanne gehalten hat. Der Vortrag ist in Wahrheit und Liebe (MBS Jahrbuch 2006, Bonn: VKW) abgedruckt und wird demnächst nochmal bei FTA Books zusammen mit den 25 Bibelstudien herauskommen. Hier der Aufriß des Vortrags:

    Zwei Inhaltliche Merkmale

    1. In der Bibel verwurzelte Lehre
    2. Ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen

    Zwei Merkmale der Wirklichkeit

    1. Wahres geistliches Leben
    2. Die Schönheit menschlicher Beziehungen

    In diese Richtung sollte es gehen. Selbstverständlich brauchen wir auch ein neues Wahrnehmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Ich habe dazu hier: http://theoblog.de/?p=59 schon einmal Stellung bezogen und versucht zu zeigen, dass dies eben auch ein Anliegen von Luther, (Calvin) und Bonhoeffer war. Um diese Herausforderungen anzunehmen, brauchen wir kein post-protestantisches Weltbild.

    Liebe Grüße, Ron

  24. Lieber Onkel Toby,

    selbstverständlich ist der PoMo nur eine Option. Aus der Sicht einer PoMo-Perspektive kann es gar nicht anders sein. Alles ist Objekt möglicher Auflösung. Es ist ja nicht so, als ob die Heisenbergsche Unschärferelation ein postmodernes Weltbild erzwingt.

    In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, dass uns eine PoMo-Welle aus Nordamerika überschwemmt, während in Paris Derrida, Focault oder auch Lyotard kaum noch gelesen werden. Dort hat man die PoMo-Defizite bereits erkannt. Aber Post-Evangelikale scheinen in einem den Evangelikalen sehr nah zu stehen: es sind Spätzünder. 😉

    Ich habe keine Probleme damit, über Lacan oder Foucault zu diskutieren und ich hätte – ehrlich gesagt – große Lust, mal einige Thesen zu diesen Leuten zu publizieren. Nur kann ich es überhaupt nicht leiden, wenn jemand sagt: Diese und diese Leute sind „hip“, also müssen wir auf sie hören! Wir sollen prüfen und das Gute behalten.

    Zum Gebet: Ich sehe da gewaltige Unterschiede. Gerade in EmCh-Kreisen werden doch die biblischen Texte so dekonstruiert, dass man sogar hört: Wir wissen nicht, was das Evangelium eigentlich ist. Gott hätte da schon deutlicher kommunizieren müssen. Wir haben keine Antworten. Habe ich einmal ein PoMo-Epistemologie akzeptiert, ist ein Text wie der der Bibel nicht mehr eindeutig interpretierbar. Aber die Propheten, zu denen Gott direkt gesprochen hat, haben nicht empfangen, was wir empfangen haben. Und die Engel im Himmel begehren zu sehen, was Gott uns gezeigt hat.

    Je häufiger ich lese: „Wir können es nicht wissen!“, desto so mehr glaube ich, dass der Wille hier eine große Rolle spielt. Wenn man will und Gott Gnade schenkt, kann man es verstehen (vgl. Joh 7,17). Wenn man es will, kann man allerdings auch jeden Satz zerlegen und semantisch umkehren.

    Liebe Grüße, Ron

  25. Lieber Anarchie,

    ich verstehe McLaren auch so wie Du: das alte „ändert die Methoden, nicht das Evangelium“ bringt uns nicht weiter.

    Danke für die Klarstellung bezüglich Erlangen. Es war also etwas anders, als wie ich dachte. Doch in der Sache ist die Aussage sehr problematisch.

    Stelle Dir vor, Du bist seit 20 Jahren Pastor und es kommt jemand zu Dir und fragt: „Warum ist Jesus gestorben?“ Deine Antwort lautet: „Ich weiß es nicht. Und weißt Du was, es gab sogar einen Punkt im Leben von Jesus, da wußte er es selbst nicht.“ Ist so etwas aus pastoraler Sicht verantwortbar? Ich würde so einem Pastor empfehlen, eine Auszeit zu nehmen und für sich einige Dinge zu klären.

    Das Sterben von Jesus wird durch das ganze AT hindurch immer wieder angekündigt (vgl. z.B. Jes 53,10–20, Sach 12,10). Er selbst kündigt es seinen Jüngern an, z.B. in Mt 16,21: „Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen“ (vgl. Lk 9,22). Jesus verstand sich als der gute Hirte, der sein Leben für seine Schafe opferte (vgl. Joh 10,11; Mk 10,45). Seine Apostel haben später verstanden, dass er der Messias ist, der „sich selbst als Opfer darbrachte“ (Heb 7,27, vgl. 1Kor 5,7). Zentrale Themen des Neuen Testaments kann man nicht verstehen und verkündigen, wenn man nicht weiß, warum Jesus Christus sterben musste, (z.B. der Neue Bund, Sündenvergebung, Rechtfertigung, Heiligung). Wie kann das Evangelium so eine Kraft Gottes sein (vgl. Röm 1,16)?

    Soweit ich die Sache von Europa aus beobachten und beurteilen kann, ist das, was Tim Keller und Mark Discoll machen, sehr interessant und herausfordernd. Ihnen könnte ich mich wahrscheinlich (in Vielem) anschließen. Langfristig werden aber ein Doug Pagitt und ein Mark Discoll nicht unter einem Label arbeiten können. Käme es anders, wäre der Begriff „EmCh“ wesentlich unschärfer als „Evangelikale Bewegung“. Da wird es wohl noch Klärungsprozesse geben.

    Danke für alle Inputs und liebe Grüße, Ron

  26. Rüdiger meint:

    Lieber Onkel Toby,

    ich habe zwar einiges über Poststrukturalismus gelesen und die Systemtheorie kenne ich aus der Psychologie, aber ich bin kein Literaturwissenschaftler. Deswegen würden mich diese Theorien mal in Aktion am Text interessieren.
    Ich weiß nicht, ob es zeitlich für dich machbar ist (oder ob du auf ein gutes Beispiel über ein Link verweisen könntest), aber wäre es möglich, uns mal an einem bekannten biblischen Text zu zeigen, welche „neuen Räume“ uns dadurch eröffnet werden, so dass wir den Bibeltext „besser“ als vorher verstehen können.

    Lieber Grüße,

    r

  27. Hallo Rüdiger,

    zunächstmal würde ich nicht sagen, das es um ein „besser“ geht; die Bewegung dürfte eher in die Tiefe gehen. Ob das letztendlich „besser“ ist, dass muss man anhand des Ergebnisses entscheiden. Und letzendlich ist das dann auch nur eine der möglichen Interpretationen. Wenn man z.B. die anthropologischen Studien von Levi-Strauss liesst, dann ist der Strukturalismus einfach die Methode, die sich am Besten für seine Zwecke eignet.

    Ich befinde mich in der Auseinandersetzung mit biblischen Texten in dieser Art und Weise selber erst am Anfang und sehe ein Vorteil z.B. der Dekonstuktion derzeit eher in der Kritik der eigenen Rezepzion dessen, was ich für „das Christentum“ halte. Rons Beobachtung, dass man in der Conversation nicht mehr weiss, was das Evangelium eigentlich ist, kann ich so nicht teilen. Eine echte Offenbarung z.B. war mir „How (not) to speak of God“ von Peter Rollins, der sich übrigens, wie ich gehört habe (und wie er auch selber schreibt) auf Barth und Bonhöfer bezieht.

    Sehr schön ist auch der Gedanke von PICKABOO, das sich Jesus bei seinem Prinzip des ersten-Stein-werfens selber der Dekonstruktion bedient hat. Mir geht es momentan eher um die (vor allem eigene) Bereitschaft, Gottes Wort als offenen Text zu sehen, dessen Bedeutung eben nicht abschliessbar ist, sondern einen grossen Raum der Handlungsmöglichkeiten und des Verstehns öffnet. Ich bin in einer baptistischen Gemeinde gross geworden, in der es diesen Spielraum nicht gab.

    Und Ron,

    ich wünschte, ich hätte die Zeit, mal auführlich über eine Begegnung von Lacan mit dem Christentum nachzudenken. Da gäbe es bestimmt einige interessante Anknüpfungspunkte (Was ist Gottes Objekt klein a?) Wenn Du da schon was hast- ich wäre sehr gespannt!

  28. Hallo Ron,

    Ich bin leider einen Monat später, aber ich habe deinen Vortrag gelesen und kam ins Nachdenken. Ich bin kein großer Kenner der EmCh. Doch mich fasziniert die Ernsthaftigkeit, mit der sie Fragen an die evangelikalen Christen stellt. Zum Beispiel die Frage nach dem, was viele Christen bewegt (z.B.: Frauenfrage, Abtreibung, Bibeltreue…) und was im Gegensatz dazu die Welt um uns bewegt. Das meinst du, denke ich, mit dem Hören auf unsere Umwelt?

    Du hast zum Schluss etwas für mich sehr Erfreuliches gesagt:

    „Ich plädiere nicht für einen rückwärtsgewandten Frömmigkeitsstil oder
    Fortschrittsfeindlichkeit. Aber ich votiere dafür, dass wir uns entschieden,
    hörend und gehorchend dem Wort Gottes zuwenden. Und ich möchte
    uns Mut machen, dieses unwandelbare, wunderbare Evangelium von der
    Gnade Gottes einladend, verstehbar und kreativ auszuleben und weiterzutragen.“

    Mein Gedanke dazu: Ob wir die Leute um uns herum postmodern oder wie auch immer nennen. Sie beachten dich eigentlich nur, wenn du zu ihnen gehörst. Wenn sie merken „du bist einer von ihnen“ und wenn du sie ehrlich von Herzen respektierst. Zuerst ist es egal, wie schlau du bist, wieviele Antworten du hast oder wie gut du reden kannst.

    Dafür spricht z.B. auch die Einsicht von Michael Herbst gewonnen durch die Church of England, dass nicht Großveranstaltungen mit tollen Evangelisten Menschen im großen Maß zum Glauben an Jesus Christus verhelfen, sondern vor allem Kleingruppen. (siehe „Dem englischen Patienten geht es besser. Was können wir von der anglikanischen Kirche lernen? http://www.a-m-d.de/texte/weitere Autoren).

    Im selben Vortrag sagt Michael Herbst auch:
    „Bei der Kultur einer Gemeinde geht es vlor allem um gemeinsame Werte, Haltungen, tief in der DNS der Gemeinde verankerte Überzeugungen, so etwas wie ein emotionales Grundmuster der Gemeinde. Firmen haben so etwas, Familien haben so etwas, Fakultäten haben so etwas, aber eben auch Gemeinden. Man spürt es, wenn man in die Gemeinde kommt. Man merkt einen bestimmten Geist. Vielleicht kann man auch vom Charakter einer Gemeinde sprechen. Der Charakter einer Gemeinde, das ist die Art des Umgangs miteinander, aber auch mit dem Fremden und dem Gast. Es ist auch die Art, wie wir uns geben, wenn wir beten. Der Charakter einer Gemeinde, das ist das Ensemble der Werte, die bei uns gelten.“

    Du hast bei L’Abri offenbar dieses „emotionale Grundmuster“ gefunden, wo du du selbst sein durftest, dich willkommen gefühlt hast und alle Fragen über und an Gott stellen konntest, die dir unter den Nägeln brannten. Das ist schön und gut und ein Grund Gott zu loben.
    Meine Leidenschaft wäre es für die Leute, die um mich herum leben, so eine Anlaufstelle zu schaffen. Da hilft es ja nicht, sie nur vom Kopf her zu verstehen. Da muss ich im Herzen doch einer von ihnen sein, mich mit ihnen identifizieren, sonst interessiert es kein Schwein, was ich sage oder tue.

    Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass sich Freunde vom Evangelium abgewandt haben, weil sie eben nie diese Umgebung erlebt haben, wo das Evangelium das wichtigste ist und ihre Kultur zuerst einmal egal ist. Jedes unerreichte Volk muss doch zuerst einmal an das Evangelium glauben, bevor eine langsame, nicht menschengemachte Veränderung einer Kultur durch die Gnade Gottes passieren kann. Ist die Gemeinde nicht herausgefordert hier Schwerpunkte zu setzen und das Evangelium von der Gnade Gottes an oberste Stelle über alle Kultur zu setzen, ohne eine Kultur an sich zu verachten oder in den Himmel zu heben? Tim Keller und die Redeemer Presbyterian Church in New York ist für mich hier ein großes Vorbild, das Evangelium in unterschiedlichste Kontexte vollständig aber auch dynamisch und kreativ (nicht starr und verkrampft mit ein und demselben Rezept) auszubreiten.

    Die Sache mit dem Wesen des Evangeliums interessiert mich auch noch näher. Du sprichst von einem unveränderlichen Evangelium. Heißt das, dass Christen zu allen Zeiten genau dasselbe unter dem Evangelium verstanden haben, ohne unterschiedliche Schwerpunkte zu haben? Ist meine Erkenntis des Evangeliums deckungsgleich mit dem Evangelium?

    Das muss fürs Erste genügen. Ich habe mich richtig in Rage geschrieben. Ich danke dir fürs zuhören und warte gespannt auf deine Antwort.

    Liebe Grüße

    Domme

  29. Lieber Domme,

    vielen Dank für Deinen Kommentar! Dein Beitrag enthält sehr viele statements, was mir zeigt, dass Dich das Thema sehr bewegt. Ich weiß allerdings aufgrund des großen Angebotes nicht so recht, welchen Köder ich annehmen soll. Vielleicht ganz kurz:

    Die Erfahrungen, die einige Deiner Freunde gemacht haben und die Du wahrscheinlich auch selbst kennst, sind mir nichts Fremdes. Wenn es in einer Gemeinde nicht vor allem um das Evangelium und die Menschen geht, kann das zu großen Enttäuschungen und auch Verletzungen führen. Ich weiß, was es bedeutet, wenn sich Gemeindemitglieder und Pastoren mehr um die Kleidung kümmern, als um die Zweifel und Ängste, die jemand in seinem Herzen trägt. Ich kann Dich da gut verstehen und empfinde ähnlich.

    Wenn Du schreibst:

    „Ist die Gemeinde nicht herausgefordert hier Schwerpunkte zu setzen und das Evangelium von der Gnade Gottes an oberste Stelle über alle Kultur zu setzen, ohne eine Kultur an sich zu verachten oder in den Himmel zu heben?“

    drückst Du damit genau das aus, was auch ich uns wünsche (vgl. z.B. Die Postmoderne, S. 74–78). Das Evangelium sucht die Nähe zu den Menschen, geht in die Kultur ein, steht aber zugleich über jeder Kultur und kann so auch in verschiedenste Kulturen inkarnieren.

    Evangelium leben und Jesus Christus ehren, bedeutet allerdings immer auch, dass wir uns gegen etwas entscheiden (vgl. z.B. Lk 14,33 o. 1Thess 1,9). Wer Gott nachfolgt, riskiert seine Träume und lässt sich auf einen Prozess der Veränderung ein und fragt nach dem, was Gott wichtig ist und ihm gefällt. Mir ist nicht klar, wie Du darüber denkst.

    Zur Frage des unveränderlichen Evangeliums und anderen Fragen, die in Deinem Kommentar mitschwingen, habe ich schon einmal Stellung genommen. Ich empfehle Dir, folgende Beiträge zu lesen.

    http://theoblog.de/wp-content/uploads/2007/11/karlbarthkontextualisierung.pdf

    http://theoblog.de/wp-content/uploads/2007/11/offenbarungdurchkultur.pdf

    Nochmals vielen Dank und Dir alles Gute, Ron

  30. Hallo Ron,

    Ich danke dir für deine schnelle und hilfreiche Antwort. Ich hab dein Buch gar nicht gelesen und habe so ja die Eule nach Athen getragen…

    Zu deiner Frage an mich: Dass die Nachfolge Jesu alles kosten soll, ist mir äußerst unangenehm aber erscheint mir als unumgängliche Wahrheit, an der ich wachsen muss. Jesus ist ja am Kreuz gelandet, nicht weil er so beliebt war. Ist natürlich herausfordernd klar Stellung zu beziehen und auch unangehme und sogar gefährliche Wege zu gehen, aber in das kalte Wasser muss ich wohl immer wieder hineinspringen oder ich hoffe eher Jesus selbst motiviert mich zu springen…

    Mit dem unveränderlichen Evangelium und dem Verhältnis zwischen Evangelium und Kultur habe ich jedenfalls noch was zu Knabbern. Wenn du noch andere Empfehlungen hast, was man dazu lesen kann, bin ich ganz Ohr. Aber erst einmal Danke für dein offenes Ohr und bis bald.

    Domme

  31. Noah fand Gnade vor dem Herrn. 1.Mose 6,8
    Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah. Hebräer 11,7

    Liebe Brüder!

    Ein christliches Freizeitzentrum will Interessenten „niedrigschwellige“ Angebote machen und Auseinandersetzungen mit dem Zeitgeist weitgehend vermeiden. Nun, dachte ich, das liegt im evangelikalen Trend, wäre da nicht das Wort „niederschwellig“.

    Mir fiel nämlich beim „schürfen“ im Kontext von „Psychologie der Massen“ (Erstautor Gustave Le Bon, ein Franzose 1841-1931) ein Stichwort in die Hände: „emergent“ (emergent-norm-Theorie, ein Begriff aus der Gruppendynamik). Der Hauptsatz (s. Anhang): „Menschen machen ihre Regeln unterwegs“, als en passant Von Le Bon stammt auch die „Ansteckungstheorie“, und das erinnert Ihr an das modernistische Evangelisationsgerede: „Die Verkündigung/Botschaft/Evangelium muss ansteckend sein!“

    Das alles ließ mich an Emerging Church bzw. Emergent Church denken, was ja soviel heißen soll wie „im Entstehen begriffen sein“ bzw. „Es soll andeuten, dass Bewegung im Fluss ist, sich ständig entwickeln möchte und sich selbst als unfertig und fragil bezeichnet“ (zitiert aus dem Emerging-Text von WIKIPEDIA). Dies scheint im Zusammenhang mit politischen Strategien stattzufinden, anders ist eigentlich nicht zu verstehen, dass wie bei einer Epedemie über Nacht Massen, ja ganze Völker auf ein Stichwort reagieren, z.B. jetzt auf den Tibet-Konflikt. Rudolf Ebertshäuser hat dieses Verhaltensmuster in dem Buch von McManus „Eine unaufhaltsame Kraft“ entdeckt und in seinem Kommentar zitiert: „Aber was passiert, wenn Frauen ihre Stimme hören lassen? Sie fangen an zu begreifen, wie gut sie auf Leiterschaft angelegt sind in der neuen ‚abgeflachten‘ Landschaft.“ „Abgeflacht“ oder „niederschwellig“, zwei Worte, ein Gedanke, ein Programm.

    Es sieht so aus, als ob sich alles „von selbst“ entwickelt hat, aber man muss annehmen, dass nach den Vorgängerprogrammen (Willow Creek, Leiterschulung, Leben mit Visionen) das Ganze strategisch angelegt ist, in dem die genannten Programme taktische Zwischenschritte sind. Frage: Wer steuert das Ganze? Die Standartantwort ist immer: Der Teufel. Er wird gewiss der letzte Ghostwriter sein, aber er hat seine „Unterteufel“, die durch ihre Einbindung in Logen oder deren Service-Gruppen (Lions, Rotarier, Kiwani etc.) geschult und gesandt sind. Sonst ist nicht zu verstehen, dass alles so logisch aufeinander aufbauend vonstatten geht. Wer nicht darüber nachdenkt, meint vielleicht, dass mehr „zufällig“ ständig neue Wildpflanzen auf dem evangelikalen Terrain auftauchen. Ich glaube das nicht. Die Lobpreismanie war der Öffner, mit dem die Gemeinde entsichert und vom Wort abge-lenkt wurden. In einer vorläufig letzten Ausprägung taucht dann – für viele völlig unverständlich – Rick Warren auf einem Manager-Kongress mit hochkarätiger internationaler Besetzung in Davos auf.

    Dies alles vermuten gewiss Viele nicht hinter einer „neuen Masche, die Gemeinde mit einer neuen Idee oder Methode herumzukommandieren“. Die Leute sind begeistert, weil eben immer nur Masse begeistert sein kann, auch der Einzelne in der Masse, nie für sich allein. Diejenigen, die diese Mechanismen kennen, wenden sie auch in unserem Lager an, um uns zu manipulieren.

    Shalom
    Euer Gottfried

    Anlagen: • Massenpsychologie WIKIPEDIA.doc
    • Emerging Church – WIKIPEDIA.doc

Ihre Meinung ist uns wichtig

*