Wir gehen keinen vergnüglichen Zeiten entgegen

Robert Spaemann hat WELT ONLINE ein bemerkenswertes Interview gegeben und dabei das offensichtliche Problem der schwindenden Denk- und Meinungsfreiheit offensiv angesprochen: »Generell ist die Meinungsfreiheit jetzt schon auf katastrophale Weise eingeschränkt im Vergleich zu den 50er Jahren. Wir lebten damals in einem viel freieren Land. Heute liegen Tretminen überall. Das ist neu.«

Schon Jean Jacques Rousseau hat darauf hingewiesen, dass die »unbesiegbare Natur« zurück schlägt, wenn die Herrscher falsche Gesetze erlassen und gegen die Ordnung der Dinge verstoßen. Wahrheit lässt sich auch durch eine demokratische Entscheidung nicht beugen. Es kann sehr wohl einer demokratischen Entscheidung unterliegen – und das sagt auch Rousseau – wenn in einem Land gegen die Natur der Dinge gehandelt wird. Dann kann man nur abwarten, bis die Katastrophen eintreten und es sieht aus, als wären wir heute in genau dieser Lage. Es ist der Kern des Klimagipfels und es war der Ursprung der Bankenkrise, dass fundamentale Wahrheiten außer Acht gelassen wurden. Entweder wir beugen uns diesen eisernen Gesetzmäßigkeiten für unser Überleben, vor allem für das Überleben unserer Kinder und Enkel, oder wir tun es eben nicht und dann müssen allerdings nicht wir die Zeche zahlen, sondern unsere Nachkommen.

Leider sprechen heute wenige so klar wie der katholische Philosoph. DIE ZEIT schrieb mal über Spaemann: »… der Philosophieprofessor macht keine Professorenphilosophie, keine leidenschaftslose Archivarbeit an vergangenen Gedankensystemen. Seine Sprache ist intensiv und variantenreich; er schreibt von allen deutschen Philosophen das beste Deutsch. Die Denker der Vergangenheit, Platon, Augustinus oder Leibniz, sind für ihn nicht Forschungsgegenstände, sondern Gesprächspartner und Zeitgenossen einer ewigen Gegenwart«.

Hier der vollständige Text: www.welt.de.

Kommentare

  1. Martin Winter meint:

    Ich finde es allerdings ironisch, daß der Klimagipfel als Rettungsaktion nach Unterdrückung/Außerachtlassung von Wahrheiten dargestellt wird. Dabei ist ja gerade die Klimaforschung der Versuchung unterlegen, die Wahrheit in die politisch genehme Richtung zu manipulieren. Einen guten Kommentar dazu habe ich gestern hier gefunden:

    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704107104574572091993737848.html?mod=loomia&loomia_si=t0:a16:g2:r2:c0.05417:b29264966#articleTabs=article

  2. @Martin: Stimmt. Allerdings ist es kein Geheimniss, dass uns die Ehrfurcht vor der Schöpfung fehlt.
    LG, Ron

  3. Martin Winter meint:

    Da stimme ich Dir wiederum gern zu!

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