Wir lachen uns zu Tode

Eine skurrile Situation. John Piper wurde von der »Amerikanischen Gesellschaft für Christliche Seelsorge« (AACC) eingeladen und hält einen ernsten (und selbstkritischen) Vortrag über die Anbetung Gottes. Aber die Leute im Hörsaal hören einfach nicht auf zu lachen.

Ich empfehle den gesamten Vortrag, besonders aber die ersten fünf Minuten: www.desiringgod.org. Hintergrundinformationen sind hier zu finden: thegospelcoalition.org.

John Piper wird übrigens heute Morgen um 10:00 Uhr noch einmal in Bonn predigen: www.hirtenkonferenz.de.

VD: JT

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Stimmt, wenn man nur diesen Vortrag hoert, ist es sehr seltsam.
    Der Punkt ist wohl, dass es bei solchen Konferenzen mehr um Unterhaltung geht als um ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung, was wiederum etwas über den Zustand des (evangelikalen) Christentums sagt.
    „Unterhaltungschristentum“ statt Nachfolge? Ist das nicht eine Wiederspiegelung einiger der Megachurches, wo es auch zunehmend mehr um die Anzahl der Kirchenbesucher geht (ich als Pastor habe mehr Schafe als Du als Pastor der etwas kleineren Megachurch), anstatt um den Grad der Jüngerschaft der einzelnen.

    Offenbar dachte Jesus anders: lieber einige wenige echte Nachfolger, als eine riesige Menge „Namensevangelikale“… (daher seine anstössige Rede in Joh. 6 über „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken“. Jesus wusste, wie anstössig das ist, weil Blut trinken im AT verboten war). John 6, 66: Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen?

    Ich denke, Jesus glaubte, 12 Jünger können die Welt mehr verändern, als 10000 „Kirchenbesucher“.

    Wenn man es aber auf eine möglichst grosse Anzahl Besucher anlegt, darf man nichts anstössiges predigen, nichts, was Leute schwer ins Nachdenken über sich selbst bringt. Das wollen Leute nicht und gehen dann lieber zu einer anderen Kirche. Daher die „Unterhaltungs“-Predigten, die niemandem wehtun.

    Auch ist diese „Unterhaltungsmentalitaet“ wohl eine Wiederspiegelung der allgemeinen Kultur („Wir amüsieren uns zu Tode“), die in den Gemeinden Einzug hält.

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