„Wir werden eine Kindergartenpflicht bekommen“

Heinz Buschkowsky ist ein Querdenker und Pragmatiker, dessen Engagement für ein friedlicheres Berlin-Neukölln ich schätze. Jetzt prognostiziert er in einem WELT-Interview:

Wir werden eine Kindergartenpflicht bekommen. Das ist sicher, warten Sie die Zeit ab. Wann und ab welchem Lebensjahr, weiß ich nicht. Es gibt dazu aber keine Alternative, wenn man die Kinder aus den prekären Milieus der Bildungsferne herausholen will. Und das müssen wir schon aufgrund des demografischen Faktors.

Kurz später bekennt er:

Wenn ein Volk hungert, bringe ihm kein Brot, sonder lehre es, die Äcker zu bestellen, heißt es in der Entwicklungspolitik. Lange Abhängigkeit und Verharren am Tropf des Sozialsystems raubt den Menschen ihren Veränderungswillen, ihre Kreativität und ihren Tatendrang.

Warum also nicht?:  Wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr erziehen, nehme ich ihnen die Kinder nicht weg, sondern helfe ihnen dabei, ihren Erziehungsauftrag wieder ernst zu nehmen. Warum nicht Ursachenbekämpfung anstelle von Verstaatlichung?

Kommentare

  1. Glaube nicht das so eine Pflicht GG-konform wäre. Denke auch nicht das sie kommen wird.

  2. Das wäre ein Schritt weiter in Richtung Erziehungsdiktatur.

  3. Im erschreckenden Maße hat in Bezug auf unsere Kinder – Stichwort: Kita, etc. – die bevormundende Haltung der DDR Raum in unserer Gesellschaft gefunden. Daher würde es mich kaum wundern, wenn diese Forderung nach einer Kindergartenpflicht tatsächlich in den Bundestag eingebracht würde. Die Diskussion um das Betreuungsgeld zeigt schon überdeutlich die gesellschaftliche Ächtung der Eltern, die ihre Kinder nicht bereits ab 6 Monate Alter in eine Kita bringen wollen.
    Ziel einer solchen “Erziehung” von staatlicher Seite kann nur eine Gesinnungsgleichschaltung und frühzeitige Entmündigung der Bürger sein – alles andere macht keinen Sinn. Genau das war auch der Sinn in der DDR und ist es in ähnlich geführten Ländern immer noch.
    Daher können wir zu diesem Denken nicht laut genug unseren Protest erheben und die Gesellschaft zum selbstständigen Denken auffordern.

  4. In einigen, vermutlich den meisten, Kantonen der Schweiz gehört der Kindergarten ab 4/5 Jahren zur Schulpflicht (http://www.edk.ch/dyn/12925.php). Eine Diskussion zur Zeit ist, ob die Sexualkunde auch in dieser Stufe eingeführt werden soll. So zur Zeit im Kanton Basel Stadt. Gegen den obligatorischen Sexualkundeunterricht in der Unterstufe (also ab der 1. Klasse) gibt es jetzt eine Unterschriftensammlung für eine Volksinitiative (www.schutzinitiative.ch). Aber das Kindergartenobligatorium wird eigentlich nicht diskutiert.

    Das Argument aus der Entwicklungshilfe auf die Frage der Kindererziehung anzuwenden finde ich super. Danke.

  5. Hallo Joel!

    Glaube nicht das so eine Pflicht GG-konform wäre.

    Wäre sie aber – genau so, wie es eine Schulpflicht bzw. einen Schulzwang gibt, der mit staatlichen Hoheitsrechten versehen und durchgesetzt wird.
    Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) Art 118:
    (2) Zur Durchführung des Schulzwangs dürfen die Beauftragten der Kreisverwaltungsbehörde Wohnungen, Geschäftsräume und befriedetes Besitztum betreten und unmittelbaren Zwang ausüben.

    Alles klar?

    Peter

  6. @ Peter
    Kindergarten ist aber nicht Schule! Ist mir schon klar das die Behörden Schulverweigerer aus der Wohnung zur Schule bringen können. Nach meiner Rechtsauffassung ist ein Kindergartenzwang nicht GG-konform. Bis das Bundesverfassungsgericht mich nicht eines besseren belehrt beibe ich auch dabei.

  7. Es lässt sich zwar trefflich über GG-Konformität oder Abstrakta wie ´Erziehungsdiktatur´ räsonieren.
    Aber mich würde eigentlich mehr interessieren, was die Gemeinden und Kirchen hier anzubieten haben, wenn es darum geht, Eltern dabei zu unterstützen, “ihren Erziehungsauftrag wieder ernst zu nehmen”, also im Sinne der o. angesprochenen “Ursachenbekämpfung”?

    Wie sieht der Beitrag der bibeltreuen Christen aus?

  8. Roderich meint:

    @ernst,
    auch eine interessante Frage. Aber so kannst Du doch letztlich jede Sachdiskussion wegbügeln und sagen: “Was macht die und die Gruppe denn praktisch?”.

    Was Du eigentlich damit sagen willst: Kindergartenplicht ist gut. Grundgesetz, wenn interessiert es, es kommt auf das “soziale Engagement” an, und die Evangelikalen sollen sich mal nicht so haben…

  9. @ roderich: ich bügle gar keine Sachdiskussion weg – aber ich möchte mal gern was Konkretes hören statt Klagen über die bösen Auswüchs des Staates oder so ähnlich!
    Umgekehrt wird ein Schuh draus: mit dem Theoretisieren lässt es sich so schön in der Sphäre des Unverbindlichen bleiben!

    Was Du im 2. Abschnitt schreibst, sind samt und sonders Unterstellungen, von denen keine zutrifft: weder fände ich eine Kindergartenpflicht gut (im Gegenteil!), noch bin ich desinteressiert am GG (woher weißt Du das denn?)!

    Allerdings muss man doch ernst nehmen, was & warum Buschkowsky so argumentiert! Er trägt politische Verantwortung, und seine Position ist nicht einem theoretischen Diskurs über Freiheit oder Diktatur geschuldet.

    Auf meine durchaus sachlich gemeinte und gestellte Frage hinsichtlich der “Ursachenbekämpfung”, ich könnte auch sagen: der ´diakonischen´ Herausforderung und Bewährung bist Du leider nicht eingegangen.

  10. Schandor meint:

    Die Christen können diese Entwicklung nicht aufhalten. Schon der Gedanke ist lächerlich: Da müssten sie ja aktiv werden! Da müssten sie ja ins linke Reich (das Reich der Welt) eingreifen! Wir sind doch längst auf die Position von Kommentatoren beschränkt!

    Sonst schlage ich vor: Schreiben aufsetzen und herumreichen zur Unterschrift (naja, das hatten wir ja schon auf diesem Blog, nicht wahr?). Damit bewirken wir zwar nichts, aber gemacht haben wir was. Ok?

    Ich schlage vor, ernst, Du setzt das Schreiben auf. Roderich unterschreibt, und dann macht es die Runde.

  11. Hallo Joel!

    Nach meiner Rechtsauffassung ist ein Kindergartenzwang nicht GG-konform.

    Das kann zwar deine Auffassung sein, leider hast du sie aber nicht begründet :-)
    Kindergarten sind schon lange keine rein privaten Einrichtungen mehr, was man z. B. daran sieht, dass die Bundesländer für die Kitas Bildungspläne geschrieben haben. Daher ist es offensichtlich, dass der Staat ein erhebliches Mitspracherecht am Kindergarten hat und auch einen Kindergartenzwang einführen kann. Welcher Artikel des Grundgesetzes sollte dem auch widersprechen? Egal welchen du jetzt nennen magst – er trifft genauso auf die Schule zu.
    Oder um das Problem ganz zu entgehen: Das letzte Kindergartenjahr wird als Vor-Schule eingerichtet (nicht vorschulische Erziehung), damit untersteht es den schulischen Gesetzen (und z. B. in Bayern auch einem anderen Ministerium). So kann auch der Zwang ausgeübt werden. Bildung ist Staatsaufgaben – das haben die Eltern an den Staat abgegeben. Und da Kitas Bildungseinrichtungen sind, haben die Eltern ihre Rechte an den Staat abgetreten.

    Gruß
    Peter

  12. Roderich meint:

    @ernst,
    leider kann ich Dir keine Liste aller diakonischen Einrichtungen und Aktivitäten von Evangelikalen geben. (Wenn man die freiwillige Finanzierung bedenkt, läuft da aber – im Verhältnis – sicher mehr als bei den Landeskirchen, die sich ja über Kirchensteuer finanzieren).

    Trotzdem bleibe ich dabei: mit dem Argument könnte man jede Sachdiskussion wegbügeln.

    Das nächste mal, wenn sich jemand kritisch über Nationalsozialismus äußert, kann man dann sagen: Was tun denn die und die Gruppe KONKRET dagegen?

  13. @ roderich: glaubst Du das wirklich, was Du da geschrieben hast?
    Eine “Liste aller diakonischen Einrichtungen und Aktivitäten” könntest Du mir nicht geben? Das mag sein: die fiele ja auch schmal genug aus… :D

    (Übrigens: die Opposition Evangelikale – Landeskirche ist einfach nicht korrekt! Die meisten Evangelikalen in Deutschland gehören nämlich zu den evang. Landeskirchen.)

    Ich bleibe vielmehr dabei: das schöne Theoretisieren mag intellektuell befriedigen, es hilft aber nix, wo es um die eigentlichen Probleme/Herausforderungen geht. (Da war Marx seinerzeit schon weiter: der wollte die Welt nicht ein weiteres Mal interpretieren, sondern hatte den Anspruch, sie zu verändern!)

    Weißt Du, was St.Volke, der Geschäftsführer von ´Compassion´und sicher Evangelikaler durch und durch, neulich gesagt hat?

    “Viele Gemeinden in Deutschland kümmern sich nicht um die Armen in ihrer Umgebung, geschweige denn weltweit. Dafür sind sie Worship-Weltmeister.
    Aber das reicht nicht aus.”

    Leider hat er recht: genauso ist es !

  14. Roderich meint:

    @ernst,
    dann werde Du doch mal konkret. Was meinst Du genau mit “Ursachenbekämpfung”? Welches sind denn Deiner Meinung nach die Ursachen für die mangelnde Erziehung?

    Aber mich würde eigentlich mehr interessieren, was die Gemeinden und Kirchen hier anzubieten haben, wenn es darum geht, Eltern dabei zu unterstützen, “ihren Erziehungsauftrag wieder ernst zu nehmen”, also im Sinne der o. angesprochenen “Ursachenbekämpfung”? Wie sieht der Beitrag der bibeltreuen Christen aus?

    Meinst Du denn, wir Evangelikalen sollten – anstelle des Staates – den Eltern die Kinder wegnehmen und sie erziehen? Das kann nicht Dein “Ernst” sein.

  15. Roderich meint:

    (Es müsste doch eher sein, dass wir uns wieder für weniger Scheidungszahlen, und letztlich für ein geistiges Umdenken einsetzen – anstatt das Problem materialistisch zu definieren und es irgendwie zu “sozialisieren”).
    Wir brauchen eine geistige Wende. (Siehe das gleichnamige Buch von Günter Rohrmoser). DAS ist eigentliche Ursachenbekämpfung.
    Diakonie ist gut – und da können Evangelikale sicher noch besser werden – aber das hat doch nun mit der Kleinkindererziehung wenig zu tun.

  16. Johannes Strehle meint:

    Ich finde beides wichtig.
    Einerseits: Wie verhalten wir uns als Christen? Also wie verhalten wir uns selbst als Familien? Und wie helfen wir anderen?
    Und andererseits: Was haben wir verkehrten Ansätzen des Zeitgeists entgegenzusetzen? Dazu gehört, dass wir die gesellschaftlichen Trends und die politischen Ziele und Schritte verfolgen.
    Sind wir Licht und sind wir Salz?

    Zur Sache:

    Die Kindergartenpflicht ist nicht das Problem. In den Kindergarten gehen ohnehin alle Kinder außer denen, die es wirklich nötig hätten. Wer seine Kinder zunächst nicht in den Kindergarten schickt, der wird es schnell nachholen, nicht weil die Kindergärten so gut sind, sondern weil ein Kind, das nicht den Kindergarten besucht, nicht mit anderen Kindern spielen kann. Denn die sind alle im Kindergarten.
    Eine Alternative böte sich, um an einem Beispiel praktisch zu werden, in einer Nachbarschaft mit Christen – wenn es einige Christen gäbe, für die das Selbstverständliche selbstverständlich ist, dass nämlich ein wichtiges Kriterium der Wohnungs- oder Hauswahl die Nachbarschaft von Christen ist. Auf die damit verbundenen vielfältigen Vorteile verzichten fast alle Christen, selbstlos wie Christen nun einmal sind, und unsere Nächsten lieben wir wie uns selbst. In einer solchen Nachbarschaft können im Alltag das Gesetz Christi, das Gesetz der Lastenteilung, und das neue Gebot Jesu gelebt werden. Daran würden dann nach den Worten Jesu alle erkennen, dass wir seine Schüler sind – missionarisches Leben. Informelle, nicht institutionalisierte Diakonie ergibt sich dann von selbst. Öffnet Eure Häuser und Gärten, und sie werden sich mit Kindern füllen – jedenfalls haben wir immer die Erfahrung gemacht, und wir kennen niemand, der eine andere Erfahrung gemacht hat. Und daraus ergeben sich Gespräche mit den Eltern, Babysitting, Vorlesen, Hausaufgabenhilfe und so weiter. Erziehungsprinzipien und ihre Auswirkungen werden erlebbar. “Seht, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen (Buber: mitsammen auch siedeln) … Denn dorthin hat Gott den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.” Das ist Lobpreis aus der Bibel, der zuerst gelebt und dann gesungen sein will. (Sonst hält Gott sich die Ohren zu.)

    Auch wenn fast alle Kinder den Kindergarten besuchen, wäre eine Pflicht für alle, die nicht links denken, selbstverständlich grundsätzlich verkehrt. Im Gegenteil: Sie müssten sich dafür einsetzen, dass endlich in Deutschland Homeschooling erlaubt wird.

    Entscheidend für den linken Mainstream ist der Ganztagskindergarten. Die Kindergartenpflicht ist auch garnicht gemeint, gemeint ist die Kleinkinderkrippenpflicht, die “Lufthoheit über den Kinderbetten”, die der heutige Hamburger Bürgermeister (der das Betreuungsgeld gerichtlich anfechten will) als SPD-Generalsekretär gefordert hat. Von Kindergartenpflicht spricht man, weil sich darüber niemand aufregt. Sie ist nur die Verpackung.
    Die NRW-Ministerpräsidentin hat im letzten Wahlkampf bereits die Krippenpflicht gefordert, mit der entsprechenden Reaktion der GRÜNEN – nach dem von Jean-Claude Juncker für die EU formulierten Politik-Prinzip: Man sagt ausnahmsweise, was man denkt und will und wartet die Reaktion ab. Ist die Reaktion negativ, sagt man, man sei falsch verstanden worden und geht mit der Methode vor, wie man einen Frosch kocht. Freedom dies by Inches.

    “Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss.”
    Seit Heines Zeiten haben sich die Deutschen nicht geändert: “Der Engländer liebt die Freiheit wie sein rechtmäßiges Weib. Er besitzt sie, und wenn er sie auch nicht mit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weiß er sie doch im Notfall wie ein Mann zu verteidigen. Der Franzose liebt die Freiheit wie seine erwählte Braut. Er wirft sich zu ihren Füßen mit den überspanntesten Beteuerungen. Er schlägt sich für sie auf Tod und Leben. Er begeht für sie tausenderlei Torheiten. Der Deutsche liebt die Freiheit wie seine Großmutter.”

    Meine Frau hat inzwischen das Buch von Buschkowsky (Neukölln ist überall) gelesen. Das Buch hat unseren Respekt vor ihm bekräftigt. Er imponiert uns. Umso mehr hat es uns erstaunt, dass er schließlich auch im Buch die Kindergartenpflicht propagiert. Wenn jemand am laufenden Band die Erfahrung gemacht hat, dass er der Politik nicht vertrauen kann, auch oder vielleicht gerade nicht seinen Genossen, die Berlin nun schon ziemlich lange regieren, dann ist es Buschkowsky. Nach den neuen Vergleichsstudien herrscht in Berlin und Bremen, teilweise auch in Hamburg, “eine kollektive Kultur der Verwahrlosung” (FAZ 12.12.2012) Neukölln ist nicht nur mehr oder weniger überall, weil die Integrationsprobleme mehr oder weniger überall sind, sondern weil die Politik, wie Buschkowsky sie beschreibt, mehr oder weniger überall ist. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Berlin ist nicht nur in der Gender-Politik für Kinder der Vorreiter. Wenn jemand wie Buschkowsky dann trotzdem auf den Staat setzt, d.h. auf Politik und Bürokratie, zeigt das wieder einmal, dass die blinde linke Staatsgläubigkeit sich durch die Realität nicht erschüttern lässt. Für einen großen Teil der Neuköllner Bevölkerung mögen Ganztagskrippe, Kinderganztagesstätte und Ganztagsschule die besseren Not-Lösungen sein. Für die Menschen in diesem Staat sind diese Fälle auch dann (noch) die Ausnahme, wenn sie in einzelnen Großstadtteilen in der Mehrheit sind.
    Mit Ausnahmen Gesetze für alle zu begründen, gehört zum Standard-Instrumentarium aller Illiberalen.

  17. Die Diskussion um eine Kindergartenpflicht ist doch nicht neu …

    Stellvertretend mal zwei Quellen,
    der Artikel stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 2011 (3 Seiten, Link führt zur zweiten Seite):
    http://www.urbia.de/magazin/kindergartenkind/brauchen-wir-eine-kindergartenpflicht?page=2
    Zitat: „Ein wichtiges Argument lieferte auch Nordrhein-Westfalens Familienministerin Ute Schäfer (SPD) im Herbst letzten Jahres im Kölner Stadt-Anzeiger: „Bevor der Kindergartenbesuch nicht gebührenfrei ist, können wir auch niemanden dazu verpflichten.“ Nur: Woher sollen die finanziellen Mittel kommen, um diesen Idealzustand durchzusetzen?“

    Das Forschungsprojekt (2008) auf das sich bezogen wird, ist dieses:
    http://www.dji.de/bibs/KiBeFa_Abschlussbericht.pdf
    Zitat: „ …Eine Reihe von Gründen sprechen gegen eine Einführung einer Kindergartenpflicht:
    Zunächst sinkt, wie berichtet, die Zahl der Kinder in häuslicher Betreuung
    weiterhin und nähert sich im Jahr vor der Schule zumindest bei gleichzeitiger Kostenbefreiung
    dem 1%-Bereich. Die Anzahl der Kinder, für die ein so weitreichender
    rechtlicher Eingriff wie die Kindergartenpflicht tatsächlich eine Änderung ihrer
    Situation brächte, ist daher relativ klein und schrumpft weiterhin. Diese geringe
    Anzahl spricht dafür, anstelle einer universellen Regelung für alle Kinder für jene
    Kinder Einzelfallmaßnahmen zu bevorzugen, die zu ihrer individuellen Förderung
    eine Kindertageseinrichtung besuchen sollten. Dies entspricht auch der bisherigen
    Praxis in der Bezirkssozialarbeit.26
    Des Weiteren gibt es für die Eltern, die ihre Kinder aus Überzeugung in der
    Familie betreuen, wenig nachvollziehbare Argumente, warum sie ihre häufig differenziert
    dargelegten Vorstellungen von Familienleben und Erziehung nicht verwirklichen
    dürfen. Der generelle Verweis auf mögliche positive Effekte von institutioneller
    Tagesbetreuung entkräftet die Argumente dieser Eltern nicht. Vielmehr
    betonen gerade die hierzu herangezogenen Studien, wie im Exkurs in Kapitel 2
    ausgeführt, dass der wichtigste Faktor für die Entwicklung der Kinder die Qualität
    der elterlichen Betreuung ist, von der diese Eltern überzeugt sind, und dass eine
    Kindertagesbetreuung sich nur bei hoher Qualität positiv auswirkt, worauf die Eltern
    kaum Einfluss nehmen können.
    Erwähnt werden muss auch, dass hinsichtlich der Abwägung der Rechtsgüter
    (das Recht der Eltern ihr Kind zu erziehen, die Freiheitsrechte des Kindes sowie …“

    (S. 91 der PDF …).

    Da braucht man dann nur noch die Probleme betrachten, die immer noch bestehen das „Recht auf Kinderbetreuung außerhalb der Familie“ durchzusetzen …
    Also ich sehe mich nicht bedroht durch solche „Visionen“.
    Es gibt auch noch eine Freiheit, die nur Christen kennen und die ebenso zu verteidigen wäre.
    Ganz praktisch wäre das für mich die Freiheit vom „christlichen Gruppendruck“, der mir vorschreibt, wie ich ganz uniform und detailliert leben soll.

  18. @Peter

    “Nach meiner Rechtsauffassung ist ein Kindergartenzwang nicht GG-konform.”

    “Das kann zwar deine Auffassung sein, leider hast du sie aber nicht begründet :-)”

    Naja, als deutscher Staatsbürger habe ich ja Grundrechte. Die kenne ich und daraus leite ich meine Rechtsauffasung ab. Und solange mich kein Bundesverfassungsgericht eines besseren belehrt, werde ich bei meiner Rechtsauffassung auch bleiben. Da sind mir irgendwelche Landesschulgesetze, die möglicherweise auf eine totalitäre Vereinahmung unserer Kinder durch eine Kindergartenpflicht hinweisen könnten, vollkommen schnuppe. :-)

  19. @Joel

    Der Föderalismus ist GG-konform.

    Peter

  20. Wir werden es ja sehen wenn es soweit ist!

  21. @Joel!
    Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt – vielleicht kommt ja mal das Homeschooling ;-)
    Peter

  22. Schandor meint:

    @Peter

    Das gibt’s ja schon! Was wir brauchen, ist “Schule zu Hause”, also auf DEUTSCH! :)

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