Zugpferd einer Auflösung?

Klaus Bockmühl in „Die Diskussion über Homosexualität aus theologischer Sicht“ (Leben nach dem Willen Gottes, BWA Bd. II/3, Gießen: Brunnen, 2006, S. 31–32, erstmals erschienen in: Evangelische Theologie, Jg. 24/1964, S. 242–266):

Allem nach ist zu sagen: Die christliche Gemeinde muß sich dagegen wehren, daß sie zum Zugpferd einer Auflösung ihrer ethischen Maßstäbe gemacht werden soll, einer Relativierung, zu der das Alte wie das Neue Testament nicht die geringste Handhabe bieten. Die biblischen Urteile sind gerade deshalb relevant, weil sie das homosexuelle Verhalten, die Praxis, betreffen. Eben diese ist heute das Problem. Es ist also nicht einzusehen, wieso die Regel der Herrschaft Gottes – wie für jeden anderen Fall menschlicher Unzulänglichkeit und Verirrung auch – für die Frage der Homosexualität nicht gültig und heilbringend sein sollte. Paulus hat in 1.Korinther 6 gerade hierzu Erschöpfendes und Vorbildliches gesagt, indem er sowohl die Norm als auch die Kraft des neuen Lebens beschrieb.

Leider bekommen solche klaren Rufer im öffentlichen Diskurs heute wenig Raum. Deshalb müssen sie gelesen werden!

Kommentare

  1. Chris meint:

    Lieber Ron,

    warum muß dieses Thema immer „theologisch“ auseinandergezwiebelt werden, reicht denn nich einfach der Blick in die Bibel? Ich glaube, daß ein Leser keine Stunde braucht, um in der Bibel klar und deutlich und schwarz auf weiß nachlesen zu können, wie es sich mit gleichgeschlechtlichem Sex, Ehe & Familie und Mann und Frau vor und durch Gott verhält – man muß sich damit nicht „theologisch“ auseinandersetzen. Meistens wollen jene alles „theologisch überdiskutieren“, denen Gottes Wort nicht gefällt, jene, die Gott das Wort im Munde umdrehen wollen, jene, die sich selbst erhöhen und meinen, sie wüßten es besser als der HERR. Das ist arm!

    (Es geht mir jetzt nicht um den hier genannten Autor, sondern allgemein um Menschen, die die Bibel in ihrer Eindeutigkeit ablehnen und „vertheologisieren“ wollen, damit Gottes Wort in ihr ideologisch politisch korrektes Weltbild paßt.)

  2. Schandor meint:

    @Chris

    Das gehört in der deutschen Theologie zum guten Ton. Je komplizierter und unnachvollziehbarer etwas formuliert und begrifflich explodiert wird, desto besser hat ein Exponent gezeigt, wie schwierig das Thema ist (aus seiner Sicht freilich nur). Wende dich der deutschen Theologie zu, und du wirst garantiert zum Atheisten.
    Nicht umsonst hat es mal geheißen: in hallam tendis? aut pietista aut atheista revenies (oder so ähnlich).
    Nein, der Blick in die Bibel reicht nicht mehr in der deutschen Theologie, denn der deutsche Verstand übersteigt bei weitem das, was die Bibel zu sagen hat. Sie wollen um jeden Preis über das hinaus, was geschrieben steht – und wer da nicht mitmacht, wird begrifflich als dämlich hingestellt, gehört nicht dem „inneren Kreis“ zu. Man muss schon die Schule Barths und seiner begriffsschwangeren, aber geistlosen Epigonen gegangen sein, damit man mitreden darf.
    Herzliche Gratulation, wenn Du das erkannt hast! Jetzt bist Du auf dem richtigen Weg: Pack die ganzen theologischen Bücher und wirf sie auf den Mist. Die amerikanischen Theologen, so süß und kindlich sie so manches noch sehen, sind der Wahrheit wenigstens noch näher – das wenigstens muss man ihnen lassen. Und die, die die Bibel verdrehen, damit sie in ihr ideologisch politisch korrektes Weltbild passt, die darfst du getrost ––– Satanologen nennen, denn genauso hätten sie Paulus auch genannt, Kinder Belials.

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