Zukunftsmodell Patchworkfamilie?

Ob glücklich oder nicht: Die traditionelle Familie ist lebendig und alternativlos. Und die Gesellschaft ist auf sie angewiesen. Christine Brinck plädiert in der FAZ vernünftig und leidenschaftlich für »die Familie«:

»Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche ist auf ihre Art unglücklich.« Mit diesem berühmten Satz beginnt Tolstois »Anna Karenina«. Nabokov hat tückisch mit der Verdrehung dieses Satzes seine »Ada« beginnen lassen und ihn dennoch »einem großen russischen Dichter« in den Mund gelegt: »Alle glücklichen Familien sind einander mehr oder weniger unähnlich, alle unglücklichen sind mehr oder weniger gleich.« Wer hat recht, was stimmt?

Die Institution Familie wurde in den letzten fünfzig Jahren mindestens so oft totgesagt wie der Roman, und doch lebt sie und hat einen weit besseren Ruf bei ihren Mitgliedern und Nutznießern, als man nach ihrer schlechten Presse vermuten würde. Glaubt man den Überschriften selbst in konservativen Zeitungen, röcheln Ehe und Familie einem unvermeidlichen Ende entgegen.

Und:

Wer die Texte der wildesten Hip-Hop-, Rap-, Punk- oder Rock-Musiker aufmerksam liest, wird ihnen kaum ein Plädoyer für die Patchworkfamilie, Alleinerziehung und Fremdbetreuung entnehmen können. Ganz im Gegenteil sind viele ihrer Texte ein Hilfeschrei nach der intakten, zuverlässigen Familie, nach Vätern, die sie nicht verlassen (»Daddy, don’t leave, don’t leave us here alone« von Pink: »Papa, geh nicht fort, lass uns nicht hier allein«), und Müttern, die sie nicht vernachlässigen (»My father left me, my mother neglected me, I’ll never abandon my own child the way my parents did me« von Eminem: »Mein Vater hat mich verlassen, meine Mutter mich vernachlässigt, ich werde mein Kind niemals alleinlassen, wie es meine Eltern mit mir getan haben«).

Hier: www.faz.net.

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