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Der amerikanische Evangelikalismus

2134bgyuGXL._SL160_.jpgNicht alle, die sich über den Evangelikalismus Gedanken machen, kleben an den heute so beliebten Schablonen. Hermut Löhr hat für die FAZ das Buch:

gelesen. Er schreibt:

Die Strömung, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten auf etwa ein Viertel geschätzt wird, ist nicht leicht zu überschauen; auch Pallys Buch bietet zu wenig konfessionswissenschaftliche und soziologische Basisinformationen. Schlaglichtartig werden dagegen die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen in Europa seit der Reformationszeit benannt. Sebastian Franck, Sebastian Castellio, Hugo Grotius, Dirck Volckertszoon Coornhert und andere waren prägend für eine Einstellung zur Religion (einschließlich der christlichen), die in die Praxis umgesetzt wurde: Gewissensfreiheit und staatliche Neutralität. Die Autorin versucht zu zeigen, dass es heute nicht zuletzt die amerikanischen Muslime sind, die von dieser toleranten Hochachtung von Religion profitieren.

Die insgesamt lesenswerte Rezension gibt es hier: www.faz.net.

Wie nehmen Atheisten den »Linken Evangelikalismus« wahr?

Andreas Müller ist ein feuriger und scharfer, aber auch witziger und fairer Atheist, der ganz auf Empirie und Logik setzt (siehe hier). Kürzlich hat er sich in seinem Blog Aufklärung 2.0 damit beschäftigt, wie die »Linken Evangelikalen« von Marcia Pally wahrgenommen werden (vgl. hier). Andreas weist bei seinen Ausführungen – sehr anschaulich – auf ein Problem der Semantik hin:

Man darf ja wohl kaum überzeugende philosophische Argumente von solchen Wirrköpfen erwarten. Das Christentum ist eine Kultur, alles und nichts und jedes lässt sich dort hinein- und herausdeuten. Jetzt gibt es schon linke Evangelikale. Wie kann sich überhaupt noch jemand als »Christ« bezeichnen, wenn der Begriff vollständig bedeutungsentleert ist? Und wie kommen ausgerechnet diese Leute auf die Idee, gegen den »Relativismus« zu wettern, wenn der Inhalt ihres eigenen Glaubens beliebig verändert werden kann? Es gibt tausende christliche Konfessionen. Das Christentum ist hyper-relativistisch. Bei »Atheist« weiß man zumindest, dass es jemand ist, der nicht an Gott glaubt. Atheisten haben somit mehr gemeinsam als Christen (nämlich eine Sache).

Hier mehr: feuerbringer.com.

Der Toleranzreichtum der »Neuen Evangelikalen«

Marcia Pally lehrt als Professorin für Multilingual Multicultural Studies an der New York University. Ihr jüngstes Buch, Die neuen Evangelikalen: Freiheitsgewinne durch fromme Politik, ist bei der Berlin University Press erschienen (vgl. die kurze Rezension hier). Der NZZ hat sie erklärt, wie sie die »Neuen Evangelikalen« in Nordamerika wahrnimmt:

Als ich Robert, den PR-Chef einer grossen evangelikalen Kirche in den Südstaaten, in seinem Büro aufsuchte, war dort weit und breit kein Kruzifix zu sehen. Stattdessen war das Konterfei von Captain Kirk, dem wackeren «Star Trek»-Helden, als Bildschirmschoner aufgeschaltet, und an den Wänden prangten – pace Jesus – die gerahmten Covers einiger auserlesener Science-Fiction-Magazine und ein Poster von Barack Obama. Auf der DVD «Introduction to our Community» stellt eine andere, im Mittleren Westen situierte evangelikale Grosskirche einen Transsexuellen als eines ihrer ersten Mitglieder vor; und Randall Balmer, Redaktor der Zeitschrift «Christianity Today», schreibt: «Der evangelikale Glaube, der mich als Kind nährte und als Erwachsenen trägt, ist von rechtsradikalen Eiferern gekidnappt worden.»

Hier: www.nzz.ch.

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