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Abschied

In gewohnt kreativer Weise hat sich Werner Küstenmacher (Tiki) bei der Evangelische Morgenfeier verabschiedet. Nicht nur das. Der Pfarrer sprach offen über seine Abschiede vom dem christlichen Glauben, der uns ein für allemal überliefert ist (vgl. Jud 3).

Was Werner Küstenmacher in dieser Sendung als befreiend beschreibt, nämlich den Abschied von Dogmen im Sinne von Klaus-Peter Jörns, ist alles andere als freimachend und tröstlich. Küstenmacher wirft nämlich den Menschen ganz auf sich selbst zurück. Die Unterscheidung zwischen dem transzendenten Gott und dem endlichen „Ich“ verwischt. Was bleibt, ist der Mensch.

Ich merke, wie mein Bild von Gott im Lauf der Zeit immer weiter und größer geworden ist. Und zugleich immer menschlicher. Das Imago, das große innere Bild in meinem Inneren, auf dessen Verwirklichung ich zustrebe, ist kein pompöses Bild von einem grandiosen, allmächtigen, die Welt und alle Elemente beherrschenden Gott, vor dem ich ohnmächtig zittere. Es ist das Bild von einem im vollen Sinne menschlichen Gott, der mit mir am Tisch sitzt und der mein Freund sein will. Das ist das tiefste Geheimnis der Menschwerdung Gottes.

Wer mehr über das evolutionäre Glaubensverständnis von Werner Küstenmacher erfahren möchte, sollte die Rezension über sein Buch Gott 9.0 lesen. Küstenmacher folgt esoterischen Überzeugungen, wie sie von Clare W. Graves, Don Beck, Christopher Cowan oder Ken Wilber bekannt gemacht worden sind. „Gott“ ist letztlich eine Metapher für den Menschen. Die „alten einengenden Glaubensvorschriften und Denkgefängnisse“ sind vermeintlich durch eine gefühlige, raumschaffende Selbstfindung überwunden. Gesetzt wird ganz auf den Menschen. Was ist das Problem? Der Mensch ist erlösungsbedürftig!

Ich empfehle, die Sendung nachzuhören und herauszuschälen, wie im Namen von Vernunft und Menschlichkeit das Evangelium völlig umgedeutet und so weit entleert wird, dass es nur eine trügerische Hoffnung vermittelt.

Hier der Mitschnitt: