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Calvin als Bibelausleger

Bei Johannes Calvin bestimmte die Auslegung der Heiligen Schrift die Dogmatik, nicht umgekehrt die Dogmatik die Exegese, wie Peter Opitz in seiner Untersuchung über Calvins theologische Hermeneutik zeigt. Opitz hebt schon in seiner Einführung Calvins fundierten Umgang mit den biblischen Texten hervor (Neukirchener Verlag, 1994, S. 1):

Calvin hat während der ganzen Zeit seiner kirchlichen Tätigkeit, in Predigten und Vorlesungen, in der Congregation und in Form von schriftlichen Kommentaren, die Schrift ausgelegt. Sein exegetisches Werk nimmt, verglichen mit seinen dogmatischen und polemischen Schriften, den weitaus größten Raum ein. Dabei ist er bestrebt, die Aussagen der Texte mit Hilfe des besten verfügbaren Instrumentariums seiner Zeit zur Geltung zu bringen. Gerade im Dienst dieser Konzentration auf den Schrifttext steht Calvins äußere Trennung von Dogmatik und Exegese, von Institutio und Kommentaren. Immer geht es Calvin aber in der Schriftauslegung darum, in den biblischen Schriften Gottes gegenwärtiges Wort zu vernehmen.