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	Kommentare zu: Calvins Sicht auf die Philosophie	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		<title>
		Von: Markus Jesgarz		</title>
		<link>https://theoblog.de/calvins-sicht-auf-die-philosophie/32595/comment-page-1/#comment-90332</link>

		<dc:creator><![CDATA[Markus Jesgarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2023 15:05:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Meine Meinung ist:
Zum Glück haben bis ca. 1800 evangelische Theologen ein philosophisches Training erhalten.&#160;
https://www.facebook.com/markus.jesgarz.3/posts/pfbid06aHPYhbEUybAXKYPjqyfQQ4XFBdKTTHCnd2DcGDSpy6U7Mq9VRDQnh1kZuwDmtuil]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Meinung ist:<br />
Zum Glück haben bis ca. 1800 evangelische Theologen ein philosophisches Training erhalten.&nbsp;<br />
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		<title>
		Von: Roderich		</title>
		<link>https://theoblog.de/calvins-sicht-auf-die-philosophie/32595/comment-page-1/#comment-82235</link>

		<dc:creator><![CDATA[Roderich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Aug 2018 11:27:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Besten Dank, Ron, das ist interessant. Bei einer Passage würde es mich bei Gelegenheit konkreter interessieren: 

&lt;blockquote&gt;Wie Luther und Melanchthon weist Calvin jedoch auf die strikte Begrenztheit der natürlichen Erkenntnis der Philosophen hin. Sie wissen nichts vom &lt;strong&gt;Sündenfall&lt;/strong&gt; und seinen &lt;strong&gt;Folgen für die menschliche Erkenntnisfähigkeit&lt;/strong&gt;. Darum kennen sie nicht den wahren Zustand des Menschen nach dem Fall. So ist die christliche Philosophie von der &lt;strong&gt;allein auf die depravierte Vernunft gegründeten&lt;/strong&gt; profanen Philosophie klar zu unterscheiden.&lt;/blockquote&gt;

- Man müsste das mal an konkreten Beispielen darstellen, wo die menschliche Erkenntnisfähigkeit wegen des Sündenfalls leidet. 
- Und welche Konsequenzen sollte das für Philosophen idealerweise haben? Welche Aspekte des logischen Schließens sollten sie mit Vorsicht genießen? Welche Prämissen (aus der Wahrnehmung oder dem &quot;common sense&quot;) sollten sie mehr hinterfragen? Ich würde sagen: wer von der Gefallenheit des menschlichen Willens weiß, wird &lt;strong&gt;trotzdem&lt;/strong&gt; um logische Stringenz bemüht sein, wird sich um Argumente, gute Gründe etc. bemühen - vielleicht gerade umso mehr, weil es (durch unsere menschliche Schwachheit) umso notwendiger ist, Dinge gut zu begründen / zu prüfen etc.. (Theoretisch ändert sich dann die Haltung zu etwas &quot;epistemischer Demut&quot;). 
[Nebenbemerkung: es gibt aber auch viele Vernunftsskeptiker unter säkularen Philosophen. Vernunftsskepsis alleine garantiert noch nicht richtigere Ergebnisse des Denkens; ferner ist es schwierig, eine &quot;generelle Vernunftsskepsis&quot; konsequent durchzuhalten, ohne dabei inkonsequent zu werden (bestimmte Dinge nimmt man dann meist wieder mit großer Sicherheit an); auch ist fraglich, ob so eine Haltung überhaupt kohärent sein kann .] 

- Ist eine säkulare Philosophie wirklich &quot;allein auf die Vernunft&quot; gegründet, und stehen nicht oft ein Haufen unbegründeter (&quot;im Glauben angenommener&quot;) Annahmen dahinter? Z.B. ist der Materialismus bzw. Naturalismus keine &quot;allein auf Vernunft&quot; gegründete Lehre, sondern eher irrational; bzw. es ist eine &quot;Vorentscheidung&quot;, die Leute schon (explizit oder implizit) in ihren Prämissen mitbringen. 

Ich würde übrigens ergänzen: Ja, christliche Philosophen nehmen die Bibel im Glauben an, und die biblische Sicht liefert bei einigen wichtigen philosophischen Fragen einige Prämissen. Aber als Christ hat man oft auch gute &lt;strong&gt;Gründe&lt;/strong&gt;, die zentralen Aussagen der Bibel für historisch glaubwürdig zu halten (z.B. Auferstehung Jesu) - es ist also nicht nur &quot;blinder Glaube&quot;, sondern ein oft gut begründeter Glaube. 
Christen haben ein gut begründetes Weltbild, dessen Prämissen dann auch legitimerweise in ihre Überlegungen einfließen dürfen, soweit sie kenntlich gemacht werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Besten Dank, Ron, das ist interessant. Bei einer Passage würde es mich bei Gelegenheit konkreter interessieren: </p>
<blockquote><p>Wie Luther und Melanchthon weist Calvin jedoch auf die strikte Begrenztheit der natürlichen Erkenntnis der Philosophen hin. Sie wissen nichts vom <strong>Sündenfall</strong> und seinen <strong>Folgen für die menschliche Erkenntnisfähigkeit</strong>. Darum kennen sie nicht den wahren Zustand des Menschen nach dem Fall. So ist die christliche Philosophie von der <strong>allein auf die depravierte Vernunft gegründeten</strong> profanen Philosophie klar zu unterscheiden.</p></blockquote>
<p>&#8211; Man müsste das mal an konkreten Beispielen darstellen, wo die menschliche Erkenntnisfähigkeit wegen des Sündenfalls leidet.<br />
&#8211; Und welche Konsequenzen sollte das für Philosophen idealerweise haben? Welche Aspekte des logischen Schließens sollten sie mit Vorsicht genießen? Welche Prämissen (aus der Wahrnehmung oder dem &#8222;common sense&#8220;) sollten sie mehr hinterfragen? Ich würde sagen: wer von der Gefallenheit des menschlichen Willens weiß, wird <strong>trotzdem</strong> um logische Stringenz bemüht sein, wird sich um Argumente, gute Gründe etc. bemühen &#8211; vielleicht gerade umso mehr, weil es (durch unsere menschliche Schwachheit) umso notwendiger ist, Dinge gut zu begründen / zu prüfen etc.. (Theoretisch ändert sich dann die Haltung zu etwas &#8222;epistemischer Demut&#8220;).<br />
[Nebenbemerkung: es gibt aber auch viele Vernunftsskeptiker unter säkularen Philosophen. Vernunftsskepsis alleine garantiert noch nicht richtigere Ergebnisse des Denkens; ferner ist es schwierig, eine &#8222;generelle Vernunftsskepsis&#8220; konsequent durchzuhalten, ohne dabei inkonsequent zu werden (bestimmte Dinge nimmt man dann meist wieder mit großer Sicherheit an); auch ist fraglich, ob so eine Haltung überhaupt kohärent sein kann .] </p>
<p>&#8211; Ist eine säkulare Philosophie wirklich &#8222;allein auf die Vernunft&#8220; gegründet, und stehen nicht oft ein Haufen unbegründeter (&#8222;im Glauben angenommener&#8220;) Annahmen dahinter? Z.B. ist der Materialismus bzw. Naturalismus keine &#8222;allein auf Vernunft&#8220; gegründete Lehre, sondern eher irrational; bzw. es ist eine &#8222;Vorentscheidung&#8220;, die Leute schon (explizit oder implizit) in ihren Prämissen mitbringen. </p>
<p>Ich würde übrigens ergänzen: Ja, christliche Philosophen nehmen die Bibel im Glauben an, und die biblische Sicht liefert bei einigen wichtigen philosophischen Fragen einige Prämissen. Aber als Christ hat man oft auch gute <strong>Gründe</strong>, die zentralen Aussagen der Bibel für historisch glaubwürdig zu halten (z.B. Auferstehung Jesu) &#8211; es ist also nicht nur &#8222;blinder Glaube&#8220;, sondern ein oft gut begründeter Glaube.<br />
Christen haben ein gut begründetes Weltbild, dessen Prämissen dann auch legitimerweise in ihre Überlegungen einfließen dürfen, soweit sie kenntlich gemacht werden.</p>
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