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Das gute Recht jeder Religion

Andreas Püttmann hat vor einiger Zeit in der FAS zur Kritik der Religionsfreiheit Stellung bezogen:

Paulus ermahnt die Christen, „freundlich und gütig zu allen Menschen“ zu sein. Er bekennt: „Auch wir waren früher unverständig, lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten einander. Als aber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters, erschien“, seien die Jünger Jesu durch „das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist“ befähigt worden, „das Gute zu tun und für alle Menschen nützlich“ zu sein (Tit 3).

Es muss Christen daher ins Mark treffen, wenn sie als anfällig für „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ bezeichnet werden. Unter der Überschrift „Studie einer Psychologieprofessorin: Mit der Religion kommen die Vorurteile“ („Die Welt“, 14. November 2011) verbreitete Beate Küpper ihre bereits vor Jahren publizierte These, sehr religiöse Menschen seien anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten; dies zeige sich besonders in den Bereichen Sexismus, Homophobie und Rassismus. Letzterem neigten vor allem Protestanten zu, speziell solche aus den östlichen Bundesländern.

Wer Küppers Befund bereits aus Wilhelm Heitmeyers Sammelband „Deutsche Zustände. Folge 4“ (2006) kennt, ist allerdings durch einige ideologisch gefärbte Indikatoraussagen gewarnt: Als „rassistisch“ gilt hier bereits die Meinung „Aussiedler sollten bessergestellt werden als Ausländer, da sie deutscher Abstammung sind“, als „sexistisch“ die Auffassung „Frauen sollen sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen“ – was auch bloß als Plädoyer für ein Gleichgewicht von beruflicher und familiärer Rolle gemeint sein kann. Sind da schon „Abwertung“ und „Menschenfeindlichkeit“ am Werk? Die Redakteure hievten die aufgewärmte Neuigkeit aber auf ihre Seite eins und gaben Küppers Rat gleich mit: „Die Kirche muss sich endlich fragen, was da schiefläuft.“

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