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Das „Wahrheitsministerium“

Der Ruf nach einem „Wahrheitsministerium“ wird lauter. Volker Kauder sagte im November 2016 der WELT AM SONNTAG: „Wenn das Netz weiter lügt, ist mit Freiheit Schluss.“

Eine Art Stiftung Warentest für Kommunikation im Netz kann allerdings – so meint Jürgen Kaube heute – nicht funktionieren: Das Problem sei im Fall der Fake-News nicht ihre Produktion, sondern die Empfänglichkeit für sie. Das ist zumindest mal die halbe Wahrheit. Recht hat Kaube jedenfalls, wenn er wie ein Schelm die Tatsachenbehauptung aufstellt, die Lüge sei erst mit dem Internet gekommen:

Überhaupt sagten bis soeben noch alle die Wahrheit: die Eheleute einander, die Bürger dem Finanzamt, die Eltern den Kindern, die Chefs den Beschäftigten und diese ihnen, die Kirche den Gläubigen und die Sportler den Dopingkommissionen. Darum konnten auch die Massenmedien, allein schon um nicht negativ aufzufallen, gar nicht anders, als ihrerseits stets bei den Tatsachen zu bleiben. Bis vor kurzem gab es beispielsweise gar keine „Bild“-Zeitung. Lange war sie eine Erfindung von Günter Wallraff. Der hat – wahrscheinlich, wir wollen ja nichts Falsches behaupten – im neunzehnten Jahrhundert auch das Wort „Ente“ erfunden. Dann aber kam am Ende des zwanzigsten das Internet, und mit ihm kam die Lüge. Das falsche Gerücht, die erfundene Neuigkeit hielten Einzug, und wurden immer schneller verbreitet und verwirrten immer mehr Leute. Seitdem leben wir im postfaktischen Zeitalter, in der Epoche der „Fake-News“ wie es spätestens seit diesem Wochenende überall heißt, weil der amerikanische Präsident das Wort verwendet hat.

Köstlich!

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