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Der Mensch ist noch nicht fertig

Wird die Evolution weitergehen? Lange glaubten wir, wir Menschen seien so optimal gelungen, dass es an uns nichts mehr zu verbessern gebe. Ein Irrtum. Was von den Transhumanisten und ihren Sympathisanten als hoffnungsvoller Ausblick in dem Raum gestellt wird, ist allerdings in Wirklichkeit eine finstere Selbsterlösungsphantasie. Niels Boeing schreibt:

Der Transhumanismus mag als fixe Idee in die Geschichte eingehen, der Gedanke einer gerichteten Evolution hat es jedoch längst in den Mainstream der biotechnischen Zukunftsvision geschafft. „Der Mensch ist die erste Art, die direkt in ihr eigenes Genom eingreifen kann“, sagt Max-Planck-Forscher Jean-Jacques Hublin. „Ich bin überzeugt davon, dass der Mensch der Zukunft die Evolution seines Genoms beeinflussen wird.“ Was als Begutachtung des Genmaterials in der Präimplantationsdiagnostik begann, könnte über die Veränderung des Embryonen-Genoms mittels Keimbahntherapie eines Tages Alltag werden. Für den Bioethiker Giovanni Maio von der Universität Freiburg wäre das ein bedenklicher Bruch mit dem Geist der Aufklärung, dank der die Unverfügbarkeit des Menschen zu einem Grundrecht wurde. „Die Manipulation eines Genoms bedeutet, dass ein Mensch den anderen steuert und diesem seine Definition von einem guten Leben aufzwingt“, sagt Maio. „In der Evolution hingegen interveniert keine ideologisch aufgeladene Vorstellung vom guten Leben.“

Hier der Artikel: www.zeit.de.

Siehe auch meine inzwischen in die Jahre gekommene Kritik des Transhumanismus: entwertung.pdf.