- TheoBlog.de - https://theoblog.de -

Der zeitlose Kohlbrügge

Der Biograph H.K. Hesse schreibt über Hermann Friedrich Kohlbrügge (Hermann Klugkist Hesse, Hermann Friedrich Kohlbrügge, Barmen 1935, S. 384f., zitiert nach Helmut Thielicke, Der Evangelische Glaube, Bd. 1, S. 20):

Es ist merkwürdig, wie wenig die »Zeit« ihr Echo bei diesem Mann gefunden hat. Welch einen glänzenden Aufschwung nahm in seinen Zeiten die Wirtschaft! Man denke an die umwälzenden Wirkungen des Eisenbahnnetzes in Deutschland, der Dampfschiffahrt …, an den Höhenflug der Naturwissenschaft …, der Technik und ihrer Fortschritte, die unerhörtes Gelingen versprachen. Man erwäge, wie die soziale Bewegung in Kohlbrügges Zeit fiel … Das alles hat ihn kaum berührt. Nicht weil er ein unlebendiger, wenig aufgeschlossener Mensch gewesen wäre, sondern trotzdem er eine Harfe mit vielen Saiten in seinem Herzen trug. Sie kamen nicht in Bewegung. Er … ging in seinen Predigten an der Kultur, auch an der Kultur des Protestantismus, vorüber, als ginge sie ihn nichts an … Er hatte das Wort zu künden.