Die toleranteste Stadt Deutschlands

Berlin gilt als die toleranteste Stadt Deutschlands. Aber wie tolerant ist man gegenüber Leuten, die ihren christlichen Glauben dort ausleben möchten? Der katholische Glaube der Mutter, die der FAZ ihre Erfahrungen geschildert hat, ist sicher streitbar. Was sie allerdings erlebt hat, sollte uns zu denken geben:

Vor knapp vier Jahren bin ich nach Berlin gezogen. Ich mag die Stadt, und ich schätze die Toleranz, mit der sie sich so gerne schmückt. Nur: Wem gegenüber gilt das eigentlich? Wir sind tolerant gegenüber Frauen, die Kopftücher tragen. Endlich dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Im Berliner Alltag sieht man buddhistische Mönche und trifft auf totale Freizügigkeit. Ganz bewusst habe ich für meine Kinder eine Kita ausgesucht, in der sämtliche Religionen und Nationen vertreten sind. Ich möchte, dass meine Kinder mit einem Gefühl für Vielfalt aufwachsen.

Aber ich sage auch: Gleiches Recht für alle. Auch als Christin kann man eine gewisse Toleranz erwarten. Ich finde aber, das fehlt. Dabei leben wir in einem christlich geprägten Land. Was ist so abwegig daran, dass jemand diesen Glauben in seinen Alltag integriert? Dass jemand nicht nur in die Kirche geht, um das schöne Gebäude zu betrachten? Dass jemand Feiertage nicht nur genießt, weil frei ist? Wie kann die toleranteste Stadt Deutschlands so intolerant sein?

Hier: www.faz.net.

VD: JO

Kommentare

  1. Worin genau besteht die Intoleranz gegenüber Katholikinnen und ihrer Glaubenspraxis?

    Werden in Berlin Fronleichnamsprozessionen verboten?

    Oder müssen dort die Kirchenglocken nicht nur in der Karwoche schweigen?

    Werden Kirchgängerinnen vor Kirchen belästigt, wie Frauen vor Frauenarztpraxen?

    Wird man in Berlin am Besuch der Heiligen Messe gehindert?

    Was geschieht in Berlin? Werden dort Verordnungen getroffen, die alle Menschen betreffen, aber speziell Katholikinnen treffen sollen? Ich wäre für eine Antwort sehr dankbar, weil ich mir, angesichts des immer noch gültigen Vertrages des Deutschen Reiches mit der römisch-katholischen Kirche, der sehr weit geht und der katholischen Kirche zum Beispiel viel mehr Rechte einräumt, als einer Gewerkschaft, nicht vorstellen kann, was dort geschehen könnte, das man mit den Rechten, mit denen die katholische Kirche ausgestattet ist in der Bundesrepublik Deutschland, nicht umgehend abstellen könnte.

    Mit einer Ausnahme. Unsere Freiheit als Katholiken endet dort, wo die Verfassung unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern die gleichen Rechte wie uns einräumt. Wenn Sie also an der Glaubensausübung gehindert werden, weil Sie zum Beispiel als Privatmensch sichtbar ein Kreuz tragen, können Sie mit gleichen Mitteln dagegen vorgehen, wie die Frauen, die Kopftücher tragen. Bei Uniformpflicht, Amtstrachtpflicht oder strenger Corporate Identity mag das allerdings anders aussehen, aber das betrifft dann eben alle, vom Atheisten bis zum Zeugen Jehovas.

  2. Stimmt. Intoleranz ist für die geschilderten Beispiele ein zu starker Begriff. Argwohn oder eine besondere Skepsis würden vielleicht besser passen. Ich glaube, es geht hier gar nicht in erster Linie um die katholische Frömmigkeit, sondern um das Unverständnis gegenüber dem Christlichen.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Markus Jesgarz meint:

    Meine Meinung ist: 
    1.
    Die Lehre der römisch-katholischen Kirche weicht von der 
    biblisch-reformatorischen Lehre ab bezüglich  
    1. der Rechtfertigungslehre und 
    2. der Lehre von der Fehlbarkeit der Konzilien und des Papstes. 
    1. 
    In dem Beitrag:
    An Evaluation of John Henry Newman’s Essay on the Development of Christian Doctrine von Dr. Norman L. Geisler
    http://normangeisler.com/evaluation-jhnewman-dev-christian-doctrine/
    steht unter „Concluding Comments“: 
    Of course, if judged by reformation standards, it would be a false Church since it would thereby have denied justification by faith alone. 
    2. 
    In dem Beitrag:
    An Evaluation of John Henry Newman’s Essay on the Development of Christian Doctrine von Dr. Norman L. Geisler
    http://normangeisler.com/evaluation-jhnewman-dev-christian-doctrine/
    steht unter „Other Indications of Catholic Doctrinal Corruption“:
    First, there is an acknowledged late date for the official ecumenical pronouncement of many crucial Catholic doctrines, with no orthodox acknowledgement of an earlier date for the doctrine: 
    1) Transubstantiation of the Communion Elements (1215)
    2)  Prayers for the dead (and Purgatory) (1546)
    3)  The Canonicity of the Apocrypha (1546)
    4)  Worship of the Consecrated Communion Elements (1546)
    5)  The Veneration of Mary (1546)
    6)  The Immaculate Conception (1854)
    7) The Infallibility of the Pope (1870)
    8)  The Bodily Assumption of Mary (1950)
    Second, in most cases there is scant, if any, evidence that the given aberrant view was held by even most, let alone, all orthodox Fathers long before these late dates. Most Roman Catholic views emerged for unorthodoxy to orthodoxy by infallible pronouncement many centuries after the time of Christ. 
    2. 
    Der Staat sollte stärker christliche Schulen finanziell unterstützen. 
    In dem Beitrag:
    Was Martin Luther christlichen Schulen zu sagen hat
    http://www.vebs.de/home/service/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/article/was-martin-luther-christlichen-schulen-zu-sagen-hat.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=159&cHash=e150c16962e7ae924359eb50c4142173
    stehen die Aussagen von Martin Luther unter „Zitat:“
    1.
    „O wie ungleich verfahren wir mit dem armen jungen Haufen, der uns befohlen ist, ihn zu regieren und zu unterweisen, und schwere Rechnung dafür muss gegeben werden, dass wir ihnen das Wort Gottes nicht vorlegen.“
    2.
    „Die hohen Schulen sollen erziehen eitel hochverständige Leute in der Schrift, die da möchten Bischöfe und Pfarrherrn werden, an der Spitze stehen wider Ketzer und Teufel und alle Welt.“
    3.
    „Ich habe große Sorge, die hohen Schulen sind große Pforten der Hölle, wenn sie nicht emsig die Heilige Schrift üben und treiben in das junge Volk.“

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