Ehe für alle: „Habt ihr nicht gelesen…?“

Noch gibt es in der Schweiz keine „Ehe für alle“ (Efa). Voraussichtlich im Frühjahr 2020 wird im Nationalrat über eine Gesetzesvorlage diskutiert werden, die auf eine parlamentarische Initiative der Grünliberalen zurückgeht. Vieles deutet darauf hin, dass mit Ausnahme der SVP und der EVP alle Parteien für die Einführung der Efa stimmen werden. Die Reformierte Kirche in der Schweiz unterstützt die Öffnung der Ehe und will gleichgeschlechtlichen Paaren eine kirchliche Trauung ermöglichen, auch wenn die letzte Kompetenz bei den Kantonalkirchen liegen soll (vgl. hier).

Über 200 reformierte Amtsträger haben allerdings eine Erklärung unterschrieben, die auf ein sehr grundlegendes Problem der Debatten- und Entscheidungskultur verweist und das christliche Eheverständnis verteidigt. Ich zitiere:

Im Hören auf das Wort Gottes gemäss der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, im Wissen um unsere eigene Begrenztheit und in der Bereitschaft, uns durch das Zeugnis der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments und Gründe der Vernunft korrigieren zu lassen, unterzeichnen wir diese Erklärung, weil wir das Vorgehen und die Verlautbarungen kirchlicher Leitungsgremien rund um die kirchliche Diskussion zur «Ehe für alle» nicht akzeptieren.

1. Radikaler Bruch. Im radikalen Bruch mit der jüdisch-christlichen Tradition und der Gemeinschaft aller Konfessionen zu allen Zeiten und an allen Orten schlagen der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) sowie die Räte verschiedener Kantonalkirchen vor, die kirchliche Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare einzuführen.

2. Kirche nicht über der Schrift. Wo die Grundlage einer solchen Entscheidung nicht die biblischen Schriften sind, wird der Boden der christlichen Theologie verlassen. Die Kirche steht unter der Schrift und nicht über ihr. Sie verliert ihre Legitimation, wo sie nicht die Schrift zum Massstab ihrer Entscheidungen macht.

3. Gesellschaftlicher Mainstream wird nicht hinterfragt. Wo die Kirche gegenüber dem Wort Gottes nicht mehr eine hörende und gehorsame Kirche ist, bestimmen Veränderungen im gesellschaftlichen Mainstream sowie staatliche Entscheidungen und Definitionen in einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit die kirchlichen Entscheidungen. Der Schöpferwille Gottes kann niemals aus dem gesellschaftlichen Mainstream abgeleitet werden. Ein gesellschaftlicher Mainstream kann auch nicht als Rahmen benutzt werden, um die biblischen Schriften zu interpretieren.

4. Keine theologische Diskussion mehr. Anstelle einer echten theologischen Diskussion zwischen verschiedenen Auffassungen tritt ein zunehmend absolutes Auftreten derjenigen, die eine kirchliche «Ehe für alle» etablieren möchten.

Hier mehr zur Erklärung zur „Ehe für alle“ in der Kirche: mt194.ch.

VD: LZ

Kommentare

  1. Markus Jesgarz meint

    Meine Meinung ist: 
    Der evangelikale Glaube widerspricht der Forderung „Ehe für alle“ (Efa).
    Im Beitrag: 
    Warum ich ein Christ, Protestant und Evangelikaler bin
    https://ses.edu/why-i-am-a-christian-protestant-and-evangelical/
    am 11.11.2019 von Dr. Doug Potter steht unter „Evangelikaler“ im 3. Absatz:
    Ich bin auch durch meinen Glauben verpflichtet, die Anwendung der ethischen Lehren Jesu Christi aufrechtzuerhalten, die ignoriert wurden. Wesentliche ethische Lehren wie die Zusammenfassung der 10 Gebote im größten Gebot (Matthäus 22,37-40) und veranschaulicht in seinen Predigten, Gleichnissen und Wundern. Diese Lehre muss heute angewendet werden, um den Mord an ungeborenen Kindern zu beenden (Matthäus 5,21-22), die Heiligkeit der Ehe zu wahren (Hebräer 13,4) und alle Formen der sexuellen Unmoral zu vermeiden (1.Thessalonicher 4,3).
    2.
    In Hebräer 13,4 steht:
    https://www.bibleserver.com/SLT/Hebräer13%2C4
    Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!
    3.
    In 1.Thessalonicher 4,3 steht:
    https://www.bibleserver.com/SLT/1.Thessalonicher4%2C3
    Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet;

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