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	Kommentare zu: Emanuel Hirsch: Theoretiker der Moderne	</title>
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	<description>Die Welt sehen – aus einer reformatorischen Perspektive</description>
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		<title>
		Von: Dieter Beese		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-22272</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dieter Beese]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2013 17:05:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[So ähnlich Tillich und Hirsch sich in formaler Hinsicht gewesen sind (bei den Diskussionen am Biertisch ihres Wingolf 1919 meinten die Kommilitonen kaum einen Unterschied zwischen beiden erkennen zu können) - die entscheidende Differenz lag eben doch in der Marxismusrezeption Tillichs. Tillich beharrte prinzipiell darauf, dass jeder Ursprungsmythos durch die unbedingte Forderung der Gerechtigkeit, die er bis auf die alttestamentliche Prophete zurückführte, gebrochen werden müsse.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ähnlich Tillich und Hirsch sich in formaler Hinsicht gewesen sind (bei den Diskussionen am Biertisch ihres Wingolf 1919 meinten die Kommilitonen kaum einen Unterschied zwischen beiden erkennen zu können) &#8211; die entscheidende Differenz lag eben doch in der Marxismusrezeption Tillichs. Tillich beharrte prinzipiell darauf, dass jeder Ursprungsmythos durch die unbedingte Forderung der Gerechtigkeit, die er bis auf die alttestamentliche Prophete zurückführte, gebrochen werden müsse.</p>
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		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21787</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 09:35:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@mark.us: Genau! Tillich gehört auch dazu.

Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@mark.us: Genau! Tillich gehört auch dazu.</p>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: mark.us		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21786</link>

		<dc:creator><![CDATA[mark.us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 09:33:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das stimmt, dass ist natürlich kein Widerspruch! Im gewissen Sinne ist eine ungesunde kulturelle Nähe für große Teile des Protestantismus ein wenig symptomatisch. Es hat sicher auch damit zu tun, dass der Massstab der Schrift oder der Massstab der Lehrtradition, sehr oft hinter dem der Kultur oder der eigenen Vernunft zurückstehen.

Wenn auch nicht mit dem Nationalsozialismus verbandelt, sehe ich ähnliche Prinzipien bei vielen anderen Theologen am Werk, z.B. Schleiermacher, v. Harnack (ein genialer Historiker!), etc.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das stimmt, dass ist natürlich kein Widerspruch! Im gewissen Sinne ist eine ungesunde kulturelle Nähe für große Teile des Protestantismus ein wenig symptomatisch. Es hat sicher auch damit zu tun, dass der Massstab der Schrift oder der Massstab der Lehrtradition, sehr oft hinter dem der Kultur oder der eigenen Vernunft zurückstehen.</p>
<p>Wenn auch nicht mit dem Nationalsozialismus verbandelt, sehe ich ähnliche Prinzipien bei vielen anderen Theologen am Werk, z.B. Schleiermacher, v. Harnack (ein genialer Historiker!), etc.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21784</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 07:35:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21782&quot;&gt;mark.us&lt;/a&gt;.

Danke für den Hinweis. Hirschs Haltung zum Nationalsozialismus ist tragisch und hässlich. Sie ist nicht zufällig oder psychologisch, sondern hängt mit seinem Ansatz zusammen. Nichtsdestotrotz war er ein akribischer Historiker und Kirchengeschichtler. Das muss ja kein Widerspruch sein. 

Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21782">mark.us</a>.</p>
<p>Danke für den Hinweis. Hirschs Haltung zum Nationalsozialismus ist tragisch und hässlich. Sie ist nicht zufällig oder psychologisch, sondern hängt mit seinem Ansatz zusammen. Nichtsdestotrotz war er ein akribischer Historiker und Kirchengeschichtler. Das muss ja kein Widerspruch sein. </p>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: mark.us		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21782</link>

		<dc:creator><![CDATA[mark.us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 07:22:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In diesem Buch gibt es mehr über Tillichs und Hirschs wissenschaftlichen und persönlichen Disput:
J.A.Reimer: &quot;Emanuel Hirsch und Paul Tillich: Theologie und Politik in einer Zeit der Krise&quot;. (Es ist leider sehr teuer. Ich hatte vor einigen Monaten Glück, als eine US Bibliothek dieses Werk für recht relativ wenig Geld abgestossen hat.)

Ich bin jetzt kein Tillich Fan, aber Hirsch kann ich nun rein gar nichts abgewinnen. Seine nationalsozialistische und rassistische Grundhaltung (schon vor &#039;33) lässt sich m.M.n. nicht von der dogmatischen trennen. Das ist ja auch das Dilemma, das du in deinem Post ansprichst, Ron. Das die kulturelle Prägung die dogmatische Wahrnehmung verdunkelt und verzerrt. Siehe Hirschs &quot;Das kirchliche Wollen der Deutschen Christen&quot;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Buch gibt es mehr über Tillichs und Hirschs wissenschaftlichen und persönlichen Disput:<br />
J.A.Reimer: &#8222;Emanuel Hirsch und Paul Tillich: Theologie und Politik in einer Zeit der Krise&#8220;. (Es ist leider sehr teuer. Ich hatte vor einigen Monaten Glück, als eine US Bibliothek dieses Werk für recht relativ wenig Geld abgestossen hat.)</p>
<p>Ich bin jetzt kein Tillich Fan, aber Hirsch kann ich nun rein gar nichts abgewinnen. Seine nationalsozialistische und rassistische Grundhaltung (schon vor &#8217;33) lässt sich m.M.n. nicht von der dogmatischen trennen. Das ist ja auch das Dilemma, das du in deinem Post ansprichst, Ron. Das die kulturelle Prägung die dogmatische Wahrnehmung verdunkelt und verzerrt. Siehe Hirschs &#8222;Das kirchliche Wollen der Deutschen Christen&#8220;.</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21781</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 06:41:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[JS: Vergessen ist Hirsch m.E. nicht. Seine historischen Arbeiten sind von so herausragender Qualität, dass man an ihm nicht vorbeikommt. Ich besitze sein Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik. Ein unglaublicher Schatz. Hirsch schreibt im Vorwort:



&lt;blockquote&gt;Wohl hege ich hinsichtlich der Notwendigkeit, im dogmatischen Denken eigne und neue Wege zu gehen, recht revolutionäre Überzeugungen. Aber darin bin ich mit meinen Fachgenossen einig, daß es ohne gute Kenntnis der in ihrer Weise klassischen altevangelischen Dogmatik dogmatische Bildung nicht gibt, und daß dogmatische Vorlesungen, welche nicht auch zum verstehen der alten Lehrbildung anleiten, unvollständig sind.&lt;/blockquote&gt;



Wie wahr! Leider wird heute die altevangelische Dogmatik zu gern übersprungen. 

Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>JS: Vergessen ist Hirsch m.E. nicht. Seine historischen Arbeiten sind von so herausragender Qualität, dass man an ihm nicht vorbeikommt. Ich besitze sein Hilfsbuch zum Studium der Dogmatik. Ein unglaublicher Schatz. Hirsch schreibt im Vorwort:</p>
<blockquote><p>Wohl hege ich hinsichtlich der Notwendigkeit, im dogmatischen Denken eigne und neue Wege zu gehen, recht revolutionäre Überzeugungen. Aber darin bin ich mit meinen Fachgenossen einig, daß es ohne gute Kenntnis der in ihrer Weise klassischen altevangelischen Dogmatik dogmatische Bildung nicht gibt, und daß dogmatische Vorlesungen, welche nicht auch zum verstehen der alten Lehrbildung anleiten, unvollständig sind.</p></blockquote>
<p>Wie wahr! Leider wird heute die altevangelische Dogmatik zu gern übersprungen. </p>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Ron		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21780</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ron]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2013 06:35:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@mark.us: Eine interessante Geschichte, die Freundschaft zwischen Hirsch und Tillich. Tillichs Korrelation war ja nun nicht erfolgreicher als Hirschs Historismus. Bis in die Nachkriegszeit schwärmte er von einem religiösen Sozialismus. Soweit ich weiß, hat sich das später geändert. Er soll übrigens Hirsch mal vorgeworfen haben, dass er an Jesus Christus als persönlichen Erlöser glaubt. Die Quelle liegt mir allerdings nicht vor.

Liebe Grüße, Ron]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@mark.us: Eine interessante Geschichte, die Freundschaft zwischen Hirsch und Tillich. Tillichs Korrelation war ja nun nicht erfolgreicher als Hirschs Historismus. Bis in die Nachkriegszeit schwärmte er von einem religiösen Sozialismus. Soweit ich weiß, hat sich das später geändert. Er soll übrigens Hirsch mal vorgeworfen haben, dass er an Jesus Christus als persönlichen Erlöser glaubt. Die Quelle liegt mir allerdings nicht vor.</p>
<p>Liebe Grüße, Ron</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: JS		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21774</link>

		<dc:creator><![CDATA[JS]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2013 20:12:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dogmatisch ist Hirsch hochinteressant und heute zu unrecht vergessen bzw. ignoriert.
Nach dem Krieg hat Hirsch noch eine ganze Generation von Theologen in privaten Lesezirkeln geprägt, darunter einige, die dann Professoren wurden und bis heute prägen - ich denke z.B. an Eilert Herms.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dogmatisch ist Hirsch hochinteressant und heute zu unrecht vergessen bzw. ignoriert.<br />
Nach dem Krieg hat Hirsch noch eine ganze Generation von Theologen in privaten Lesezirkeln geprägt, darunter einige, die dann Professoren wurden und bis heute prägen &#8211; ich denke z.B. an Eilert Herms.</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: mark.us		</title>
		<link>https://theoblog.de/emanuel-hirsch-theoretiker-der-moderne/20811/comment-page-1/#comment-21773</link>

		<dc:creator><![CDATA[mark.us]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2013 17:40:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://theoblog.de/?p=20811#comment-21773</guid>

					<description><![CDATA[Sehr erhellend ist da die Beziehung zw. Tillich und Hirsch. Tillich kritisierte Hirsch ja damals schon, als einer der wenigen! Auch Tillich betonte die Gemeinschaft, leitete sie aber natürlich nicht ethnisch her. Hirsch ging es ja nicht zuerst um die christliche Gemeinschaft, sondern um die rassische, die völkische. Diese hielt er für wichtiger, als die christliche. (Luthers Zwei-Reiche-Lehre als Türöffner?)

Tillich ist für mich auch ein gutes Beispiel dafür, dass es ja nicht die Kulturoffenheit per se ist, die in solche Haltungen führt. Auch konservative und evangelikale  Christen haben ja damals dem Rassenwahn und seinen Propheten gehuldigt.

Die Frage ist nur, wer ist der Primat, wer legt den Massstab fest: Ist es die Tradition und die Kultur? Oder gibt es einen anderen? Wenn nun allerdings Christentum identisch geworden ist mit der Kultur und der Tradition, dann drohen heute ähnliche Gefahren, wie damals. Nicht umsonst sieht man hinter der &quot;Postmoderne&quot; das präfaschistische lauern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr erhellend ist da die Beziehung zw. Tillich und Hirsch. Tillich kritisierte Hirsch ja damals schon, als einer der wenigen! Auch Tillich betonte die Gemeinschaft, leitete sie aber natürlich nicht ethnisch her. Hirsch ging es ja nicht zuerst um die christliche Gemeinschaft, sondern um die rassische, die völkische. Diese hielt er für wichtiger, als die christliche. (Luthers Zwei-Reiche-Lehre als Türöffner?)</p>
<p>Tillich ist für mich auch ein gutes Beispiel dafür, dass es ja nicht die Kulturoffenheit per se ist, die in solche Haltungen führt. Auch konservative und evangelikale  Christen haben ja damals dem Rassenwahn und seinen Propheten gehuldigt.</p>
<p>Die Frage ist nur, wer ist der Primat, wer legt den Massstab fest: Ist es die Tradition und die Kultur? Oder gibt es einen anderen? Wenn nun allerdings Christentum identisch geworden ist mit der Kultur und der Tradition, dann drohen heute ähnliche Gefahren, wie damals. Nicht umsonst sieht man hinter der &#8222;Postmoderne&#8220; das präfaschistische lauern.</p>
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