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„Er hat alle Fülle himmlischer Güter zur Erde herniedersteigend mit sich gebracht“

Johannes Calvin (Christliche Glaubenslehre: Erstausgabe der „Institutio“ von 1536, 2. Auflage, Bonn: VKW, Logos Edition, S. 25):

Er hat alle Fülle himmlischer Güter zur Erde herniedersteigend mit sich gebracht, um dieselbe mit reichlich spendender Hand auf uns auszugießen (Joh 1,14.16; 7,38; Röm 8,32). Dies sind aber die Gaben des Heiligen Geistes, durch welchen wir wiedergeboren, aus der Gewalt und den Fesseln des Teufels befreit, zu Söhnen Gottes aus Gnaden (unentgeltlich) angenommen und zu jedem guten Werke geheiligt werden. Durch Ihn ersterben auch, solange wir in diesem sterblichen Leibe gehalten werden, in uns die schlechten Begierden und Fleischeslüste, kurz, alles Böse, was nur noch die verdrehte und verkehrte Verderbtheit unserer Natur erzeugt; durch Ihn werden wir von Tag zu Tag erneuert, um in einem neuen Leben (in der Erneuerung des Lebens) zu wandeln und der Gerechtigkeit zu leben.
Alle diese Güter werden uns von Gott angeboten und geschenkt in unserem Herrn Christo: nämlich unentgeltliche Sündenvergebung, Friede und Versöhnung mit Gott, die Gaben und Gnaden des Heiligen Geistes, wenn wir mit sicherem Glauben sie ergreifen und annehmen, mit großer Zuversicht auf die göttliche Güte gestützt und gleichsam darauf ruhend, ohne Zaudern und Zweifeln, dass das Wort Gottes, welches uns alle diese Heilsgüter zusichert (Röm 3,21f; 5,1f), Kraft und Wahrheit sei. Mit einem Wort, wenn wir mit Christo Gemeinschaft haben, so besitzen wir in Ihm selbst alle himmlischen Schätze und Gaben des Heiligen Geistes, die uns zum Heil und Leben hinleiten.